IQWiG2019Pneumologie

Zystische Fibrose: Ivacaftor-Zusatznutzen bei R117H

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor bei erwachsenen Personen mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose). Voraussetzung für die Behandlung in dieser Indikation ist das Vorliegen einer R117H-Mutation im CFTR-Gen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Die Bewertung basiert primär auf der randomisierten, doppelblinden Studie VX11-770-110. In dieser wurde Ivacaftor in Kombination mit BSC gegen Placebo plus BSC über einen Zeitraum von 24 Wochen verglichen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf den Studiendaten folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Morbidität und Symptomatik

Für die Endpunkte Gesamtmortalität und pulmonale Exazerbationen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Ein Zusatznutzen ist hierfür nicht belegt.

In der Domäne Atmungssystem des CFQ-R-Fragebogens zeigt sich jedoch ein relevanter Effekt zugunsten der Therapie. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die Auswertung der Lebensqualität zeigt spezifische Vorteile für bestimmte Subgruppen:

  • Bei Frauen zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen in den Bereichen Vitalität, soziale Einschränkungen und subjektive Gesundheitseinschätzung.

  • Bei Personen mit einer Pseudomonas-aeruginosa-Infektion ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen in der Domäne Gefühlslage.

  • Für Männer und Personen ohne Pseudomonas-Infektion ist ein Zusatznutzen in diesen Bereichen nicht belegt.

Nebenwirkungen und Gesamtaussage

Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen gibt es keinen Unterschied zur Vergleichstherapie.

Für das spezifische Ereignis Schmerzen im Oropharynx zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden unter Ivacaftor.

In der Gesamtschau überwiegen laut Bericht die positiven Effekte. Es wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Ivacaftor gegenüber der Best Supportive Care abgeleitet.

Dosierung

Die Fachinformation macht folgende Vorgaben zur Dosierung von Ivacaftor bei Erwachsenen:

Patientengruppe / BegleitumstandDosierungEinnahmehinweis
Erwachsene ab 18 Jahren (Standard)150 mg alle 12 StundenMit fetthaltiger Mahlzeit
Gleichzeitige starke CYP3A-Inhibitoren150 mg zweimal wöchentlichMit fetthaltiger Mahlzeit
Gleichzeitige mäßige CYP3A-Inhibitoren150 mg einmal täglichMit fetthaltiger Mahlzeit

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Zudem wird zur Vorsicht geraten bei stark eingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz. Bei stark eingeschränkter Leberfunktion wird die Anwendung nur empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig übersteigt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Einnahme von Ivacaftor zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen muss. Zudem wird davor gewarnt, während der Behandlung Speisen oder Getränke zu konsumieren, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten, da diese den Abbau des Wirkstoffs über das CYP3A-System beeinflussen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber der Best Supportive Care. Dieser zeigt sich vor allem in einer verbesserten respiratorischen Symptomatik und einer höheren Lebensqualität bei bestimmten Subgruppen.

Laut Bericht traten in der Zulassungsstudie unter Ivacaftor signifikant vermehrt Schmerzen im Oropharynx auf. Hierfür wurde ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden im Vergleich zur Kontrollgruppe abgeleitet.

Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine Anpassung nötig. Bei mäßiger Einschränkung (Child-Pugh B) wird eine Dosisreduktion empfohlen, während bei starker Einschränkung eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen soll.

Die gleichzeitige Gabe von starken oder mäßigen CYP3A-Inhibitoren erfordert eine Dosisreduktion von Ivacaftor. Die genauen Einnahmeintervalle richten sich nach der Stärke des jeweiligen Inhibitors.

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Quelle: IQWiG A19-68: Ivacaftor (zystische Fibrose, ab 18 Jahre mit R117H Mutation) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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