IQWiG2020Pneumologie

Zystische Fibrose: Ivacaftor-Therapie bei F508del

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-77 bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose.

Voraussetzung für diese Therapie ist, dass die Betroffenen homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Die zystische Fibrose wird als chronische Erkrankung beschrieben, die eine lebenslange Behandlung erfordert.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Lumacaftor/Ivacaftor oder Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor festgelegt. Der pharmazeutische Unternehmer wählte für sein Dossier Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich der vorgelegten Evidenz und des Zusatznutzens:

Bewertung der Studiendauer

Laut Bericht ist die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte Phase-III-Studie (VX17-445-103) für die Nutzenbewertung ungeeignet. Die Behandlungsdauer von lediglich 4 Wochen wird als zu kurz erachtet.

Für eine chronische Erkrankung wie die zystische Fibrose werden gemäß den allgemeinen Methoden Langzeitstudien gefordert. Es wird betont, dass für die Gegenüberstellung von Nutzen und Schaden eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen notwendig ist.

Fehlende Langzeitdaten

Auf Basis von Kurzzeitstudien können laut Bewertung keine Aussagen über längerfristig anhaltende Effekte getroffen werden. Zudem lassen sich längerfristige Ereignisse wie pulmonale Exazerbationen und deren Folgen nicht adäquat erfassen.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der ungeeigneten Studiendauer liegen keine verwertbaren Daten für den Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor. Das IQWiG leitet daraus folgendes Fazit ab:

  • Ein Zusatznutzen von Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor ist nicht belegt.

  • Es gibt keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

  • Die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens werden als nicht belegt eingestuft.

Dosierung

Die im Bericht zitierte Fachinformation formuliert folgende Vorgaben zur Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren:

EinnahmezeitpunktDosierungHinweise
Morgen2 Tabletten (Ivacaftor 75 mg / Tezacaftor 50 mg / Elexacaftor 100 mg)Zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit
Abend1 Tablette (Ivacaftor 150 mg)Etwa 12 Stunden nach der Morgendosis, mit fetthaltiger Mahlzeit

Dosisanpassungen bei Leberfunktionseinschränkung

Bei einer eingeschränkten Leberfunktion wird eine Dosisanpassung der Ivacaftor-Monotherapie empfohlen:

  • Child-Pugh-Klasse A: Keine Dosisanpassung erforderlich.

  • Child-Pugh-Klasse B: Reduktion auf 150 mg einmal täglich.

  • Child-Pugh-Klasse C: Reduktion auf 150 mg jeden zweiten Tag oder weniger häufig.

Zudem wird bei gleichzeitiger Anwendung mit mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren eine Dosisreduktion gefordert.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Während der Behandlung ist auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten, zu verzichten.

  • Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) oder terminaler Niereninsuffizienz wird zur Vorsicht geraten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt dieser Nutzenbewertung ist die methodische Anforderung an die Studiendauer bei chronischen Erkrankungen. Es wird deutlich darauf hingewiesen, dass für die zystische Fibrose Kurzzeitstudien von 4 Wochen nicht ausreichen, um den Zusatznutzen zu belegen. Für eine valide Bewertung von Langzeiteffekten und Exazerbationen wird eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen vorausgesetzt.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die vorgelegte Studie mit einer Dauer von 4 Wochen zu kurz ist. Für die Bewertung bei zystischer Fibrose werden Studien von mindestens 24 Wochen benötigt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Lumacaftor/Ivacaftor oder Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor festgelegt. Der pharmazeutische Unternehmer wählte Letzteres für den Vergleich.

Die Tabletten sollen im Ganzen geschluckt und zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Der Abstand zwischen der Morgen- und Abenddosis sollte etwa 12 Stunden betragen.

Bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion wird jedoch zur Vorsicht geraten.

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Quelle: IQWiG A20-77: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor, zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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