ClariMedClariMed
World Health Organization (WHO)A2023PsychiatrieAllgemeinmedizin

Depression & Angststörungen: Globale Daten (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf World Health Organization (WHO) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Weltweit leiden schätzungsweise 4,4 % der Bevölkerung an Depressionen (322 Millionen Menschen).
  • Angststörungen betreffen global etwa 3,6 % der Menschen (264 Millionen).
  • Frauen sind von beiden Erkrankungsgruppen signifikant häufiger betroffen als Männer.
  • Depressionen sind die weltweit führende Ursache für krankheitsbedingte Einschränkungen (Years Lived with Disability, YLD).
  • Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei den 15- bis 29-Jährigen.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

"Common mental disorders" (häufige psychische Erkrankungen) umfassen laut WHO zwei Hauptdiagnosekategorien: depressive Störungen und Angststörungen. Diese Erkrankungen sind weltweit hochprävalent und unterscheiden sich deutlich von alltäglichen Gefühlen der Traurigkeit, des Stresses oder der Angst.

DiagnosekategorieSubtypen / BeispieleCharakteristika
Depressive StörungenMajor Depression (leicht, mittel, schwer), DysthymieTraurigkeit, Interessenverlust, Schuldgefühle, Schlaf-/Appetitstörungen, Konzentrationsschwäche.
AngststörungenGeneralisierte Angststörung (GAD), Panikstörung, Phobien, soziale Angststörung, Zwangsstörung (OCD), PTBSGefühle von Angst und Furcht. Meist chronischer Verlauf im Gegensatz zu episodischen Depressionen.

Anmerkung: Bipolare affektive Störungen sind in diesen Schätzungen nicht enthalten.

Globale Prävalenz

Die Zahl der Betroffenen steigt weltweit an, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dies ist primär auf das Bevölkerungswachstum und die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen.

ErkrankungGlobale PrävalenzBetroffene weltweit (2015)Zunahme (2005-2015)
Depressionen4,4 %322 Millionen+ 18,4 %
Angststörungen3,6 %264 Millionen+ 14,9 %

Geschlechterverteilung: Frauen sind von beiden Störungsbildern signifikant häufiger betroffen als Männer:

  • Depressionen: Frauen 5,1 % vs. Männer 3,6 %
  • Angststörungen: Frauen 4,6 % vs. Männer 2,6 %

Die Prävalenz von Depressionen erreicht ihren Höhepunkt im höheren Erwachsenenalter (55-74 Jahre).

Krankheitslast und Behinderung (YLD)

Die Folgen dieser Erkrankungen in Bezug auf den Gesundheitsverlust sind enorm. Die WHO misst dies in "Years Lived with Disability" (YLD).

  • Depressionen verursachten 2015 weltweit über 50 Millionen YLD und sind damit der größte einzelne Faktor für globale Behinderung (7,5 % aller YLD). Über 80 % dieser Krankheitslast entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
  • Angststörungen verursachten 24,6 Millionen YLD und belegen damit weltweit den 6. Platz der Ursachen für nicht-tödlichen Gesundheitsverlust (3,4 % aller YLD).

Suizid

Depressionen tragen maßgeblich zu Suiziden bei. Im Jahr 2015 starben weltweit schätzungsweise 788.000 Menschen durch Suizid.

  • Suizid macht knapp 1,5 % aller Todesfälle weltweit aus (Top 20 der häufigsten Todesursachen).
  • Bei den 15- bis 29-Jährigen ist Suizid die zweithäufigste Todesursache weltweit.
  • 78 % der globalen Suizide ereignen sich in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

💡Praxis-Tipp

Beachten Sie bei der Anamnese, dass Depressionen und Angststörungen häufig komorbid auftreten. Besonders bei Patienten zwischen 55 und 74 Jahren sollte aktiv nach depressiven Symptomen gescreent werden, da hier die Prävalenz am höchsten ist.

Häufig gestellte Fragen

Etwa 4,4 % der Weltbevölkerung (über 300 Millionen Menschen) leiden an einer Depression.
Frauen (5,1 %) sind häufiger betroffen als Männer (3,6 %). Die Prävalenz erreicht bei Personen zwischen 55 und 74 Jahren ihren Höhepunkt.
Dazu gehören die generalisierte Angststörung (GAD), Panikstörungen, Phobien, soziale Angststörungen, Zwangsstörungen (OCD) und die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).
Laut WHO-Daten ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei den 15- bis 29-Jährigen weltweit.

Verwandte Leitlinien