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WHO2024

Schistosomiasis & STH: WHO-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Hauptziel bis 2030 ist die Elimination als oeffentliches Gesundheitsproblem (EPHP).
  • EPHP-Kriterien: < 2 % Praevalenz mittelschwerer/schwerer STH-Infektionen und < 1 % schwerer SCH-Infektionen.
  • Die medikamentoese Praeventivtherapie (PC) erfolgt mit Benzimidazolen (STH) und Praziquantel (SCH).
  • Die Behandlungsfrequenz richtet sich nach der Basis-Praevalenz (z. B. PC 1-2x jaehrlich ab 20 % STH- bzw. 10 % SCH-Praevalenz).
  • WASH-Interventionen und Schneckenkontrolle sind essenziell fuer die langfristige Unterbrechung der Transmission.
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Hintergrund

Die Infektionen mit bodenuebertragenen Helminthen (STH) und Schistosomen (SCH) verursachen weltweit erhebliche Morbiditaet. Das Hauptziel der WHO-Roadmap bis 2030 ist die Elimination dieser Erkrankungen als oeffentliches Gesundheitsproblem (EPHP).

ErkrankungErregerHauptsymptome / Morbiditaet
STHAscaris lumbricoides, Trichuris trichiura, HakenwuermerAnaemie, Mangelernaehrung, Wachstumsstoerungen, kognitive Beeintraechtigungen
SCHSchistosoma haematobium, S. mansoni, S. japonicumHaematurie, genitale Schistosomiasis, Leberfibrose, portale Hypertension

Risikogruppen

Die hoechste Morbiditaet weisen folgende Zielgruppen auf, die im Fokus der Praeventivtherapie (PC) stehen:

  • Vorschulkinder (2-4 Jahre)
  • Schulkinder (5-14 Jahre)
  • Frauen im reproduktiven Alter (15-49 Jahre)
  • Berufsgruppen mit hohem Expositionsrisiko (z. B. Fischer, Landwirte, Minenarbeiter)

Diagnostik und Infektionsintensitaet

Die Standarddiagnostik erfolgt mikroskopisch mittels Kato-Katz-Technik (Stuhl) fuer STH und intestinale SCH sowie Urinfiltration fuer urogenitale SCH. Die Morbiditaet korreliert stark mit der Wurmlast.

SpeziesLeichte InfektionMittelschwere InfektionSchwere Infektion
Ascaris lumbricoides1-4.999 epg5.000-49.999 epg>= 50.000 epg
Trichuris trichiura1-999 epg1.000-9.999 epg>= 10.000 epg
Hakenwuermer1-1.999 epg2.000-3.999 epg>= 4.000 epg
S. mansoni / S. japonicum1-99 epg100-399 epg>= 400 epg
S. haematobium1-49 Eier/10 ml UrinN/A>= 50 Eier/10 ml Urin

(epg = Eier pro Gramm Stuhl)

Therapie und Schwellenwerte (Baseline)

Die medikamentoese Kontrolle basiert auf der Massenverabreichung (PC) von Benzimidazolen (Albendazol/Mebendazol) fuer STH und Praziquantel fuer SCH. Die Frequenz richtet sich nach der initialen Praevalenz:

ErkrankungPraevalenz < 10 %Praevalenz 10-19 %Praevalenz 20-49 %Praevalenz >= 50 %
STHKeine PCKeine PCPC 1x jaehrlichPC 2x jaehrlich
SCHKeine PCPC 1x jaehrlichPC 1x jaehrlichPC 1x jaehrlich (ggf. 2x)

Kernaussagen zur Therapie:

  • Bei STH werden nur die Risikogruppen behandelt, um Resistenzen zu vermeiden.
  • Bei SCH muss die gesamte Bevoelkerung (ab 2 Jahren) behandelt werden.
  • Eine effektive Therapieabdeckung (Coverage) liegt bei >= 75 % der Zielpopulation.

Monitoring und Evaluation

Ein Impact-Assessment sollte typischerweise nach 5 Jahren regelmaessiger Praeventivtherapie erfolgen (bei SCH-Hotspots bereits nach 2 Jahren).

  • Zeitpunkt: Das Assessment muss unmittelbar vor der naechsten geplanten Medikamentenausgabe stattfinden, um die maximale Reinfektionsrate zu erfassen.
  • EPHP-Ziele: Das Programm gilt als erfolgreich, wenn die Praevalenz mittelschwerer/schwerer STH-Infektionen auf < 2 % und schwerer SCH-Infektionen auf < 1 % gesenkt wurde.
  • Begleitmassnahmen: Langfristige Erfolge erfordern zwingend sektoruebergreifende Ansaetze wie WASH (Wasser, Sanitaerversorgung, Hygiene), Schneckenkontrolle und One-Health-Konzepte.

💡Praxis-Tipp

Fuehren Sie Impact-Assessments idealerweise unmittelbar vor der naechsten geplanten Medikamentenausgabe durch, um den maximalen Reinfektionsgrad und den wahren Programmeffekt zu messen.

Häufig gestellte Fragen

Bei STH bei einer Praevalenz von < 2 % fuer mittelschwere und schwere Infektionen, bei Schistosomiasis bei < 1 % fuer schwere Infektionen.
Benzimidazole (Albendazol oder Mebendazol) fuer STH und Praziquantel fuer Schistosomiasis.
Bei STH ab einer Basis-Praevalenz von 20 %, bei Schistosomiasis ab 10 %.
Typischerweise nach 5 Jahren regelmaessiger Praeventivtherapie. Bei Schistosomiasis-Hotspots wird eine fruehere Evaluation nach 2 Jahren empfohlen.

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