ClariMedClariMed
WHO2024

South-South Learning Exchanges: WHO-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein South-South Learning Exchange (SSLE) fördert den Wissensaustausch zur Implementierung evidenzbasierter Praktiken.
  • Es gibt vier Hauptformate: Studienreisen, reziproker Austausch (Twinning), Expertenbesuche und virtueller Austausch.
  • Der Prozess umfasst 5 Schritte: Bedarfsermittlung, Planung, Durchführung, Implementierung des Aktionsplans und Follow-up.
  • Ein detaillierter Monitoring- und Evaluationsplan (M&E) ist essenziell, um den Erfolg kurz- und langfristig zu messen.
  • Die Erstellung eines konkreten Aktionsplans noch während des Austauschs ist das wichtigste Instrument für die spätere Umsetzung.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fördert den Wissensaustausch zur Implementierung evidenzbasierter Praktiken durch sogenannte South-South Learning Exchanges (SSLE). Diese interaktiven Formate ermöglichen es Entscheidungsträgern, Gesundheitspersonal und Gemeinschaften, implizites und explizites Wissen über Länder-, Regions- oder Organisationsgrenzen hinweg zu teilen. Ziel ist es, neue Praktiken zu identifizieren, politische Veränderungen voranzutreiben oder Kapazitäten für die Skalierung bestehender Best Practices aufzubauen.

Arten des South-South Learning Exchange

Es gibt verschiedene Formate, die je nach Budget, Zielsetzung und Vorwissen der Teams gewählt werden können. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus und können kombiniert werden.

FormatBeschreibungBesonderheit
Studienreise / Vor-Ort-BesuchEin Team besucht ein anderes Team, um Best Practices in der Praxis zu beobachten.Häufigstes Format; erfordert Vor-Ort-Beobachtung und Interaktion.
Twinning / Reziproker AustauschLangfristige Beziehung, bei der die Rollen von Wissensgeber und -nehmer wechseln.Empfohlen für den Aufbau gleichberechtigter, langfristiger Peer-Beziehungen.
ExpertenbesuchDas wissensgebende Team reist zum wissenssuchenden Team.Fokus auf Vor-Ort-Mentoring und gemeinsames Training am Arbeitsplatz.
Virtueller AustauschAustausch über digitale Plattformen (Videokonferenzen, Chats).Kostengünstig; erfordert klar definierte Bedürfnisse des wissenssuchenden Teams.

Der 5-Schritte-Prozess

Die WHO empfiehlt einen strukturierten Ansatz zur Planung und Durchführung eines SSLE.

SchrittPhaseKernaufgaben
1Bedarf und Zweck definierenBedarfsanalyse durchführen, übergeordnetes Ziel des Veränderungsprozesses festlegen, Zweck des Austauschs bestimmen.
2Austausch planenWissensgebendes Team identifizieren, Zwischenziele (SMART) definieren, M&E-Plan erstellen, Teilnehmer auswählen, Agenda entwerfen.
3Austausch moderierenEngagement und Zusammenarbeit fördern, Erstellung eines konkreten Aktionsplans begleiten.
4Implementierung unterstützenRollen nach dem Austausch klären, Debriefing durchführen, Dynamik aufrechterhalten.
5Follow-upDokumentation abschließen, M&E-Maßnahmen nach dem Austausch umsetzen, Ergebnisse disseminieren.

Planung und Teilnehmerauswahl

Die Auswahl der richtigen Teilnehmer ist entscheidend. Das Team sollte eine Mischung aus technischem Personal, Managern und politischen Entscheidungsträgern umfassen. Auch Vertreter der Zivilgesellschaft, Berufsverbände oder NGOs sollten eingebunden werden. Beide Teams (Wissensgeber und Wissensnehmer) müssen vorab durch ein Memorandum of Understanding (MoU) ihre Rollen und Verantwortlichkeiten klären.

Monitoring und Evaluation (M&E)

Ein M&E-Plan sollte bereits in der Planungsphase entwickelt werden, um den Erfolg des Austauschs messbar zu machen. Die Ziele werden in kurz- und mittelfristige Zeitrahmen unterteilt:

ZeitraumZieltypBeispiel
Kurzfristig (< 6 Monate)Neue Ideen / Wissen / FähigkeitenTeilnehmer identifizieren mindestens drei neue Ansätze zur Qualitätssteigerung.
Mittelfristig (bis 2 Jahre)Entscheidungen / HandlungenInnerhalb eines Jahres wird ein Pilotprogramm genehmigt; 80% des Aktionsplans sind umgesetzt.

Zur Datenerhebung eignen sich:

  • Bedarfsanalysen
  • Teilnehmerbefragungen (vor, direkt nach und 6-18 Monate nach dem Austausch)
  • Dokumentenprüfungen

Der Aktionsplan

Ein zentrales Ergebnis jedes SSLE ist der Aktionsplan. Dieser muss noch während des Austauschs gemeinsam entwickelt werden. Er definiert spezifische nächste Schritte, Verantwortlichkeiten, benötigte Ressourcen und Erfolgsindikatoren (SMART-Kriterien), um das Gelernte in den eigenen klinischen oder programmatischen Alltag zu integrieren.

💡Praxis-Tipp

Erstellen Sie den Aktionsplan unbedingt noch während des Austauschs, solange die Eindrücke frisch sind. Weisen Sie jedem Handlungsschritt eine konkrete verantwortliche Person und eine Deadline zu.

Häufig gestellte Fragen

Der Austausch von implizitem und explizitem Wissen zwischen Teams, um evidenzbasierte Praktiken zu identifizieren, zu adaptieren oder zu skalieren.
Eine diverse Gruppe aus technischem Personal, Managern, politischen Entscheidungsträgern und ggf. Vertretern von NGOs oder Berufsverbänden, passend zur Zielsetzung.
Durch einen vorab definierten M&E-Plan mit SMART-Indikatoren, der Prä- und Post-Befragungen sowie die Überprüfung der Aktionsplan-Umsetzung nach 6 bis 18 Monaten umfasst.
Eine langfristige Partnerschaft, bei der beide Teams abwechselnd als Wissensgeber und Wissensnehmer fungieren, was gleichberechtigte Peer-Beziehungen fördert.

Verwandte Leitlinien