IQWiG2018Onkologie

Urothelkarzinom: Pembrolizumab-Indikation und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen des monoklonalen Antikörpers Pembrolizumab. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom.

Es werden zwei unterschiedliche klinische Situationen untersucht. Zum einen geht es um die Erstlinientherapie bei Personen, für die eine Cisplatin-basierte Chemotherapie ungeeignet ist.

Zum anderen wird der Einsatz nach einer Vorbehandlung mit einer platinbasierten Chemotherapie betrachtet. Als zweckmäßige Vergleichstherapie dient hierbei unter anderem Vinflunin.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht differenziert den Zusatznutzen von Pembrolizumab stark je nach Vorbehandlung der untersuchten Personen.

Erstlinientherapie (Cisplatin ungeeignet)

Für die Erstlinienbehandlung bei fehlender Cisplatin-Eignung ist ein Zusatznutzen laut IQWiG nicht belegt.

Der pharmazeutische Unternehmer legte hierzu lediglich einen deskriptiven Vergleich der einarmigen Studie KEYNOTE 052 mit historischen Kontrollen vor. Diese Datenlage wird als nicht ausreichend für die Ableitung eines Zusatznutzens eingestuft.

Zweitlinientherapie (nach Platin-Vorbehandlung)

Für Personen, die bereits eine platinbasierte Chemotherapie erhalten haben, sieht die Bewertung einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Vinflunin.

Diese Einschätzung basiert auf der relevanten Teilpopulation der randomisierten kontrollierten Studie KEYNOTE 045. Es zeigten sich in dieser Gruppe ausschließlich Effekte zugunsten von Pembrolizumab.

Die wesentlichen Vorteile umfassen:

  • Verlängerung des Gesamtüberlebens (10,8 vs. 7,4 Monate, beträchtlicher Zusatznutzen)

  • Geringerer Schaden bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE)

  • Geringerer Schaden bei schweren Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3)

  • Längere Zeit bis zur Verschlechterung bei Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung

Lebensqualität und Nebenwirkungen

Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.

Die Auswertung spezifischer immunvermittelter Nebenwirkungen war nur für die Gesamtstudienpopulation, nicht aber für die relevante Vinflunin-Teilpopulation verfügbar. Dies stellte die positiven Effekte auf das Überleben jedoch nicht infrage.

Dosierung

Die Nutzenbewertung zieht für die Berechnung der Therapiekosten folgende Dosierungen gemäß den jeweiligen Fachinformationen heran:

WirkstoffDosierungApplikationswegRhythmus
Pembrolizumab200 mgintravenösalle 3 Wochen
Vinflunin320 mg/m2 KOFintravenösalle 3 Wochen
Gemcitabin1000 mg/m2 KOFintravenösTag 1, 8, 15 (28-Tage-Zyklus)
Cisplatin70 mg/m2 KOFintravenösTag 1 oder 2 (28-Tage-Zyklus)

Kontraindikationen

Die Bewertung definiert spezifische Kriterien, wann eine Cisplatin-basierte Therapie als ungeeignet gilt. Dies ist relevant für die Zuordnung zur Erstlinientherapie mit Pembrolizumab:

  • Schlechter Allgemeinzustand (ECOG-PS 2)

  • Eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min)

  • Moderater bis schwerer Hörverlust

  • Moderate bis schwere periphere Neuropathie

  • Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation von Studiendaten zu Pembrolizumab in der Zweitlinie wird empfohlen, auf die spezifische Vergleichstherapie zu achten. Der Bericht berücksichtigt ausschließlich die Teilpopulation mit Vinflunin-Vergleich, da Taxane in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab in der Erstlinientherapie bei Cisplatin-ungeeigneten Personen nicht belegt. Es lagen keine ausreichend sicheren, direkt vergleichenden Studiendaten vor.

Die Bewertung zeigt in der Studie KEYNOTE 045 ein medianes Gesamtüberleben von 10,8 Monaten unter Pembrolizumab im Vergleich zu 7,4 Monaten unter Vinflunin. Daraus wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.

Der Bericht stellt fest, dass unter Pembrolizumab weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und weniger schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3) auftreten als unter Vinflunin. Dies führt zu einem Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden.

Die Dokumentation definiert die Nichteignung für Cisplatin unter anderem durch einen ECOG-PS von 2, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Herzinsuffizienz. Auch vorbestehende Neuropathien oder ein Hörverlust werden als Kriterien genannt.

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Quelle: IQWiG A17-46: Pembrolizumab (Urothelkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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