StatPearls2026

Urethritis: Diagnostik, Erreger und Therapie-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Urethritis ist eine Entzündung der Harnröhre, die meist durch sexuell übertragbare Infektionen (STI) verursacht wird. Sie wird primär in gonorrhoische (durch Neisseria gonorrhoeae) und nicht-gonorrhoische Urethritis (häufig durch Chlamydia trachomatis oder Mycoplasma genitalium) unterteilt.

Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch, insbesondere bei Frauen (bis zu 75 %) und einem signifikanten Teil der Männer (25-40 %). Wenn Symptome auftreten, umfassen diese typischerweise Dysurie, urethralen Ausfluss und Juckreiz.

Unbehandelt kann eine Urethritis zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Dazu gehören unter anderem Infertilität, die sexuell erworbene reaktive Arthritis sowie bei Frauen die Beckenentzündung (Pelvic Inflammatory Disease).

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Laut Leitlinie wird die Diagnose klinisch oder durch spezifische Laborparameter gestellt. Ein Nachweis gilt als erbracht bei mukopurulentem Ausfluss, mindestens 2 Leukozyten pro Ölimmersionsfeld im Gram-Präparat oder mindestens 10 Leukozyten pro Gesichtsfeld im Erststrahlurin.

Für die spezifische Erregerdiagnostik wird der Einsatz von Nukleinsäure-Amplifikations-Tests (NAAT) aus dem Erststrahlurin oder von Abstrichen empfohlen. Alle Patienten mit Urethritis sollten gemäß Leitlinie auf C. trachomatis und N. gonorrhoeae getestet werden.

Zusätzlich wird ein Screening auf weitere sexuell übertragbare Infektionen empfohlen. Dies schließt serologische Tests auf Syphilis und HIV ein.

Therapie und Management

Es wird empfohlen, eine antibiotische Therapie auch bei asymptomatischen Patienten einzuleiten, wenn ein positiver Erregernachweis vorliegt oder ein sexueller Kontakt zu einer infizierten Person bestand. Bei unklarem Erreger und fehlender Follow-up-Möglichkeit sollte eine empirische Therapie erfolgen, die sowohl Gonokokken als auch Non-Gonokokken abdeckt.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Partnerbehandlung. Alle sexuellen Kontakte der letzten 60 Tage sollten auf die entsprechenden Erreger getestet und empirisch mitbehandelt werden.

Nachsorge

Patienten sollten angewiesen werden, bis zum Abschluss der Therapie und dem Abklingen der Symptome bei sich und ihren Partnern auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Eine Kontrolluntersuchung (Re-Test) wird 3 Monate nach der Behandlung empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die medikamentöse Therapie:

Indikation / ErregerMedikamentDosierung
Gonorrhoische UrethritisCeftriaxon500 mg IM als Einzeldosis (< 150 kg Körpergewicht)
Gonorrhoische UrethritisCeftriaxon1 g IM als Einzeldosis (≥ 150 kg Körpergewicht)
Koinfektion (Chlamydien nicht ausgeschlossen)Doxycyclin100 mg p.o. 2-mal täglich für 7 Tage (zusätzlich zu Ceftriaxon)
Nicht-gonorrhoische Urethritis (Empirisch / Chlamydien)Doxycyclin100 mg p.o. 2-mal täglich für 7 Tage
Nicht-gonorrhoische Urethritis (Alternative)Azithromycin500 mg p.o. an Tag 1, dann 250 mg p.o. täglich für 4 Tage
Mycoplasma genitaliumAzithromycin1 g p.o. als Einzeldosis
Mycoplasma genitalium (bei Makrolid-Resistenz)Moxifloxacin400 mg p.o. 1-mal täglich für 7 Tage
Trichomonas vaginalis (Frauen)Metronidazol500 mg p.o. 2-mal täglich für 7 Tage
Trichomonas vaginalis (Männer)Metronidazol2 g p.o. als Einzeldosis

Hinweis: Bei Schwangeren mit Chlamydien-Infektion oder als empirische Therapie wird Azithromycin (1 g p.o. als Einzeldosis) empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie sind Fluorchinolone, Erythromycin und Doxycyclin bei schwangeren oder stillenden Frauen kontraindiziert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei einem Therapieversagen der initialen Doxycyclin-Behandlung oder bei rezidivierender nicht-gonorrhoischer Urethritis wird empfohlen, primär an eine Infektion mit Mycoplasma genitalium zu denken. Da dieser Erreger kulturell schwer nachweisbar ist, sollte die Diagnostik mittels Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) erfolgen und die Therapie entsprechend auf Azithromycin oder Moxifloxacin eskaliert werden.

Häufig gestellte Fragen

Die häufigsten Symptome sind Dysurie, Juckreiz und Ausfluss aus der Harnröhre. Ein eitrig-gelblicher Ausfluss spricht laut Leitlinie eher für Gonorrhö, während ein klarer oder weißlicher Ausfluss typisch für Chlamydien ist.

Die Diagnose basiert auf dem klinischen Bild, einem Gram-Präparat mit mindestens 2 Leukozyten pro Ölimmersionsfeld oder einem Erststrahlurin mit mindestens 10 Leukozyten pro Gesichtsfeld. Für den spezifischen Erregernachweis wird ein Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) empfohlen.

Wenn der Erreger unklar ist und ein Follow-up unwahrscheinlich erscheint, empfiehlt die Leitlinie eine Kombinationstherapie. Diese besteht aus Ceftriaxon intramuskulär zur Abdeckung von Gonokokken sowie Doxycyclin oral zur Abdeckung von Chlamydien.

Bei Schwangeren wird Azithromycin als Einzeldosis zur Behandlung von Chlamydien oder als empirische Therapie empfohlen. Alternativ können laut Leitlinie Amoxicillin oder Erythromycin-Präparate verwendet werden, während Doxycyclin und Fluorchinolone kontraindiziert sind.

Es wird empfohlen, alle sexuellen Kontakte der letzten 60 Tage auf die entsprechenden Erreger zu testen und empirisch mitzubehandeln. Bis zum Abschluss der Therapie und dem Abklingen der Symptome sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

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Quelle: StatPearls: Urethritis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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