RKI/STIKOInfektiologie

Typhus & Paratyphus: Diagnostik und Antibiotikatherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Typhus abdominalis und Paratyphus sind systemische Infektionskrankheiten, die durch Salmonella Typhi beziehungsweise Salmonella Paratyphi ausgelöst werden. Die Übertragung erfolgt vorwiegend fäkal-oral durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel in Endemiegebieten.

Eine Besonderheit stellt der Erreger S. Paratyphi B dar, welcher in einen systemischen und einen enteritischen Pathovar unterteilt wird. Laut RKI-Ratgeber ist nur der systemische Pathovar als Paratyphus meldepflichtig, während der enteritische Pathovar als Salmonellose gemeldet wird.

EigenschaftTyphus abdominalisParatyphus
ErregerS. TyphiS. Paratyphi A, B, C
Inkubationszeit3–60 Tage (meist 8–14)1–10 Tage
Klinischer VerlaufSchwer, potenziell lebensbedrohlichÄhnlich, aber oft milder (besonders Typ B)
Dauerausscheider2–5 % der FälleSeltener als bei Typhus

Etwa 2 bis 5 Prozent der Infizierten werden zu chronischen Dauerausscheidern, die den Erreger über den Stuhl oder Urin weiterverbreiten. Dieses Risiko ist bei Vorliegen von Gallensteinen oder einer Schistosomiasis deutlich erhöht.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fallstrick in der Praxis ist die Annahme, dass eine negative Blutkultur einen Typhus ausschließt. Der RKI-Ratgeber betont, dass die Sensitivität der Blutkultur stark variiert und bei unklarem, prolongiertem Fieber nach Tropenaufenthalt eine Knochenmarkkultur erwogen werden sollte, da diese auch nach begonnener Antibiotikatherapie eine Sensitivität von über 80 Prozent aufweist.

Häufig gestellte Fragen

Laut RKI-Ratgeber beträgt die Inkubationszeit bei Typhus abdominalis etwa 3 bis 60 Tage, gewöhnlich liegt sie jedoch bei 8 bis 14 Tagen. Bei Paratyphus ist sie mit 1 bis 10 Tagen in der Regel deutlich kürzer.

Die Wiederaufnahme einer Tätigkeit im Lebensmittelbereich ist erst nach klinischer Genesung und Vorliegen von drei aufeinanderfolgenden negativen Stuhlproben gestattet. Die erste Probe darf laut RKI frühestens 48 Stunden nach Ende der Antibiotikatherapie entnommen werden.

Der RKI-Ratgeber stellt klar, dass parenteral verabreichte Vi-basierte Totimpfstoffe keinen Schutz gegen Paratyphus bieten. Der orale Lebendimpfstoff scheint lediglich eine gewisse Kreuzimmunität gegen S. Paratyphi B zu erzeugen.

Bei extensiv resistenten (XDR) Typhus-Erregern, die Resistenzen gegen Cephalosporine der 3. Generation und Fluorchinolone aufweisen, werden zur Behandlung meist Azithromycin oder Carbapeneme eingesetzt. Die Leitlinie empfiehlt zwingend die Erstellung eines Antibiogramms.

Eine dauerhafte Ausscheidung wird angenommen, wenn Erreger für mindestens ein Jahr im Stuhl oder Urin nachgewiesen werden. Bei der Diagnostik sollte laut RKI auch an Begleiterkrankungen wie Gallensteine oder Schistosomiasis gedacht werden, da diese eine chronische Besiedlung begünstigen.

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Quelle: RKI-Ratgeber: Typhus abdominalis, Paratyphus (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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