Typ-1-Diabetes und Sport: Therapie und CGM-Zielwerte
Hintergrund
Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie des Typ-1-Diabetes. Die Angst vor Hypoglykämien stellt jedoch eine der größten Hürden für eine regelmäßige sportliche Betätigung dar.
Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und Flash-Glukosemessung (isCGM) erleichtern das Management erheblich. Aufgrund der Komplexität der Daten und der physiologischen Veränderungen während des Sports benötigen Anwender jedoch klare Strategien zur Interpretation der Werte.
Ein zentrales Problem ist die sogenannte "Lag-Time" (Verzögerungszeit) zwischen dem Glukosewert im Blut und im Interstitium. Diese Verzögerung kann sich bei raschen Blutzuckeränderungen, wie sie beim Sport typisch sind, deutlich verlängern.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist nachdrücklich auf die sogenannte "Lag-Time" (Verzögerungszeit) zwischen Blut- und Gewebezucker hin, die sich während körperlicher Belastung auf bis zu 12 bis 24 Minuten verlängern kann. Es wird daher empfohlen, bei rasch fallenden Werten oder diskrepanten Symptomen stets eine blutige Kontrollmessung (SMBG) durchzuführen. Zudem wird betont, dass Alarme vor dem Sport proaktiv höher eingestellt werden sollten, um diese Verzögerung auszugleichen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, den Hypoglykämie-Alarm vor dem Sport auf den höchsten verfügbaren Wert, meist 5,6 mmol/l (100 mg/dl), anzuheben. Der Hyperglykämie-Alarm kann auf 10,0 mmol/l (180 mg/dl) oder höher gesetzt werden, um einen Alarm-Fatigue zu vermeiden.
Bei Werten über 15,0 mmol/l (270 mg/dl) wird eine Messung der Blutketone empfohlen. Sind die Ketone höher als 1,5 mmol/l, ist Sport absolut kontraindiziert und die Hyperglykämie muss zunächst behandelt werden.
Laut Leitlinie richtet sich die Menge nach dem aktuellen Glukosewert und den Trendpfeilen des CGM. Bei einem Wert von 7,0 mmol/l und einem waagerechten Pfeil werden für Erwachsene meist 10 bis 15 Gramm schnelle Kohlenhydrate empfohlen.
Nach intensiver oder langer Belastung füllt der Körper seine Glykogenspeicher wieder auf, was das Risiko für späte Hypoglykämien erhöht. Es wird empfohlen, den nächtlichen CGM-Alarm auf 4,4 mmol/l (80 mg/dl) zu setzen und bei isCGM-Nutzern nachts aktiv zu scannen.
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Quelle: Glucose Management for Exercise using CGM Systems in Type 1 Diabetes: EASD Position Statement (2020) (EASD, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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