Trophoblasterkrankungen (GTD): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen (GTD) umfassen eine heterogene Gruppe von Krankheitsbildern, die durch eine Fehldifferenzierung oder Proliferation des Trophoblastepithels gekennzeichnet sind. Die AWMF-Leitlinie unterscheidet dabei zwischen villösen Formen wie der Partial- oder Blasenmole und nicht-villösen Formen wie dem Plazentabett-Tumor oder dem Chorionkarzinom.
Ein zentraler Baustein in der Betreuung von Patientinnen mit GTD ist die exakte Bestimmung des humanen Choriongonadotropins (hCG). Da Trophoblasttumoren verschiedene Formen von hCG produzieren, kommt der Auswahl des geeigneten Assays und der seriellen Messung im selben Labor eine große klinische Bedeutung zu.
Die Risikostratifizierung und die daraus abgeleitete Indikationsstellung zur Chemotherapie erfolgen gemäß Leitlinie nach dem aktuellen FIGO-Risikoscore. Dieser berücksichtigt unter anderem das Alter, die Schwangerschaftsanamnese, die Höhe des prätherapeutischen hCG-Wertes sowie das Ausmaß einer eventuellen Metastasierung.
💡Praxis-Tipp
Bei der Diagnostik von Trophoblasterkrankungen weist die Leitlinie nachdrücklich auf die Gefahr falsch-niedriger hCG-Werte durch den sogenannten 'High-Dose-Hook-Effekt' hin. Es wird empfohlen, das Labor über den klinischen Verdacht zu informieren, damit dieser Effekt durch Verdünnungsreihen der Probe rechtzeitig erkannt und umgangen werden kann. Zudem wird betont, für das serielle Therapiemonitoring stets dieselbe Assaymethode im selben Labor zu verwenden.
Häufig gestellte Fragen
Nach der Kürettage einer Blasenmole empfiehlt die Leitlinie wöchentliche hCG-Kontrollen bis zum Erreichen negativer Werte. Anschließend sollen monatliche Kontrollen für mindestens sechs Monate erfolgen, wobei in diesem Zeitraum eine hormonelle Kontrazeption angeraten wird.
Laut Leitlinie liegt eine Persistenz vor, wenn vier oder mehr konsekutive hCG-Werte ein Plateau bilden oder die Werte bei zwei konsekutiven Messungen ansteigen. Ebenso gilt ein persistierender hCG-Wert über sechs Monate nach Ausräumung als Diagnosekriterium für eine Persistenz.
Da der PSTT schlecht auf eine Chemotherapie anspricht, wird nach Diagnosestellung im Abradat primär eine einfache Hysterektomie empfohlen. Bei Vorliegen eines FIGO-Stadiums II bis IV schließt sich gemäß Leitlinie eine Polychemotherapie an.
Die Leitlinie hält fest, dass Schwangerschaften nach einer GTD möglich sind und nicht mit einer ungünstigen mütterlichen oder fetalen Prognose einhergehen. Das Wiederholungsrisiko für eine erneute GTD liegt bei etwa 0,7 bis 2,6 Prozent.
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Quelle: Gestationsbedingte und nicht-gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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