IQWiG2020Onkologie

Trastuzumab Emtansin: Therapie bei HER2+ Mammakarzinom

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Trastuzumab Emtansin. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium, die nach einer neoadjuvanten taxanbasierten und HER2-gerichteten Therapie eine invasive Resterkrankung in der Brust und/oder den Lymphknoten aufweisen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Fortführung der präoperativ begonnenen, anti-HER2-gerichteten Therapie mit Trastuzumab fest. Bei positivem Hormonrezeptorstatus wird eine zusätzliche endokrine Therapie empfohlen.

Die Nutzenbewertung basiert auf den Ergebnissen der offenen, randomisierten Phase-III-Studie KATHERINE. Darin wurde die adjuvante Gabe von Trastuzumab Emtansin direkt mit Trastuzumab über einen Zeitraum von 14 Zyklen verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG leitet auf Basis der KATHERINE-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen ab:

Überleben und Rezidive

  • Für das Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt nicht belegt.

  • Beim Endpunkt Rezidive (Wiederauftreten der Erkrankung) ergibt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Trastuzumab Emtansin. Das IQWiG leitet hieraus einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen ab.

Symptomatik und Lebensqualität

  • Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (körperliche und soziale Funktion) zeigen sich Nachteile für Trastuzumab Emtansin.

  • Auch bei der Symptomatik (Appetitlosigkeit, Verstopfung, Nebenwirkungen der systemischen Therapie) ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Trastuzumab.

Nebenwirkungen

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt Nachteile für Trastuzumab Emtansin:

  • Es gibt einen Hinweis auf einen höheren Schaden bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3).

  • Spezifische Nachteile zeigen sich unter anderem bei Thrombozytopenie, gastrointestinalen Erkrankungen und peripherer sensorischer Neuropathie.

  • Auch bei Therapieabbrüchen wegen UE ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau stellt das IQWiG fest, dass die negativen Effekte bei Symptomatik, Lebensqualität und Nebenwirkungen den deutlichen Vorteil bei den Rezidiven nicht vollständig infrage stellen. Zusammenfassend ergibt sich ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Trastuzumab Emtansin gegenüber Trastuzumab.

Dosierung

Die Fachinformation formuliert folgende Vorgaben zur Dosierung von Trastuzumab Emtansin:

MedikamentDosisApplikationDauer
Trastuzumab Emtansin3,6 mg/kg KörpergewichtIntravenöse Infusion an Tag 1 eines 21-Tage-ZyklusInsgesamt 14 Zyklen
  • Die Initialdosis wird über einen Zeitraum von 90 Minuten verabreicht.

  • Bei guter Verträglichkeit können nachfolgende Dosen als 30-minütige Infusion gegeben werden.

  • Bei lebensbedrohlichen Infusionsreaktionen wird ein dauerhaftes Absetzen empfohlen.

  • Bei symptomatischen Nebenwirkungen ist ein Stufenschema zur Dosisreduktion (auf 3 mg/kg bzw. 2,4 mg/kg) vorgesehen.

Kontraindikationen

  • Es wird vor der gleichzeitigen Anwendung starker CYP3A4-Hemmer (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin) gewarnt, da dies die Toxizität erhöhen kann.

  • Die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

  • Frauen im gebärfähigen Alter wird eine effiziente Kontrazeption während der Therapie und für 7 Monate nach der letzten Dosis empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass der deutliche Vorteil von Trastuzumab Emtansin bei der Verhinderung von Rezidiven mit einer erhöhten Toxizität einhergeht. Es wird darauf hingewiesen, insbesondere auf das gehäufte Auftreten von Thrombozytopenien, gastrointestinalen Beschwerden und peripheren Neuropathien zu achten und die Dosis bei Bedarf entsprechend dem Stufenschema anzupassen.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament ist für erwachsene Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium zugelassen. Voraussetzung ist laut Zulassung, dass nach einer neoadjuvanten taxanbasierten und HER2-gerichteten Therapie eine invasive Resterkrankung in der Brust oder den Lymphknoten verblieben ist.

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen im Vergleich zur Fortführung einer Trastuzumab-Therapie. Der starke Effekt bei der Rezidivvermeidung wird durch Nachteile bei den Nebenwirkungen und der Lebensqualität teilweise abgeschwächt.

Laut IQWiG-Bericht kommt es unter Trastuzumab Emtansin häufiger zu schweren unerwünschten Ereignissen. Dazu zählen insbesondere verminderte Thrombozytenzahlen, periphere sensorische Neuropathien sowie gastrointestinale Erkrankungen.

Die Fachinformation sieht eine Behandlung über insgesamt 14 Zyklen vor. Die Gabe erfolgt alle drei Wochen als intravenöse Infusion.

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Quelle: IQWiG A20-07: Trastuzumab Emtansin (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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