IQWiG2025Onkologie

Trastuzumab deruxtecan: Therapie bei HER2-low-Status

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Trastuzumab deruxtecan bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Hormonrezeptor(HR)-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs.

Voraussetzung für diese Indikation ist, dass die Betroffenen bereits mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben. Zudem darf eine weitere endokrine Therapie als nächste Therapielinie nicht infrage kommen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine anthrazyklin- oder taxanhaltige systemische Therapie fest. Die Nutzenbewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, kontrollierten Studie DESTINY-Breast06.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Trastuzumab deruxtecan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es ergeben sich aus den eingereichten Daten keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen.

Methodische Einschränkungen der Datenlage

Die fehlende Belegbarkeit wird vom IQWiG mit unzureichenden Daten zur relevanten Teilpopulation der DESTINY-Breast06-Studie begründet:

  • Es fehlen essenzielle Angaben zu Patientencharakteristika, Studienverlauf und Folgetherapien für die relevante Subgruppe (Vergleich mit Paclitaxel).

  • Daten zu patientenberichteten Endpunkten (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität) sind aufgrund fehlender Angaben zu Beobachtungsdauern und Rücklaufquoten nicht verwertbar.

  • Die Auswertungen zu Nebenwirkungen (unerwünschte Ereignisse) sind für die relevante Teilpopulation unvollständig.

Klinische Endpunkte

Für den Endpunkt Gesamtüberleben (Mortalität) liegen laut Bericht auswertbare Daten für die relevante Teilpopulation vor. Hierbei zeigt sich jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Trastuzumab deruxtecan und der Vergleichstherapie mit Paclitaxel.

Dosierung

Laut Fachinformation gelten für Trastuzumab deruxtecan folgende Dosierungsvorgaben:

MedikamentDosisZyklusIndikation
Trastuzumab deruxtecan5,4 mg/kg Körpergewicht i.v.Alle 3 Wochen (21 Tage)HR+, HER2-low/ultralow Mammakarzinom

Begleitmedikation

Es wird eine Prämedikation zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen empfohlen:

  • Gabe eines Kombinationsschemas aus zwei oder drei Arzneimitteln vor jeder Dosis.

  • Mögliche Kombination: Dexamethason mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten und/oder einem NK1-Rezeptorantagonisten.

Kontraindikationen

Der Bericht und die Fachinformation weisen auf folgende Warnhinweise und Risiken hin:

  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis: Es wurden tödliche Verläufe beobachtet. Bei Verdacht wird eine sofortige Untersuchung (z.B. CT) und ggf. eine Kortikosteroidtherapie empfohlen.

  • Neutropenie: Vor Beginn und vor jeder Dosis wird die Kontrolle des Blutbildes empfohlen.

  • Linksventrikuläre Dysfunktion: Eine regelmäßige Überwachung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) wird empfohlen.

  • Embryofetale Toxizität: Eine zuverlässige Empfängnisverhütung wird für Patientinnen (bis 7 Monate nach Therapieende) und männliche Patienten (bis 4 Monate nach Therapieende) empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont die Wichtigkeit, Medikationsfehler strikt zu vermeiden, da Trastuzumab deruxtecan nicht durch Trastuzumab oder Trastuzumab emtansin ersetzt werden darf. Es wird eine genaue Überprüfung der Etiketten der Durchstechflaschen vor der Zubereitung und Anwendung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht wird ein HER2-low Tumorstatus durch einen Immunhistochemie(IHC)-Wert von 1+ oder 2+ bei gleichzeitig negativer In-situ-Hybridisierung (ISH) definiert. Ein HER2-ultralow Status entspricht einem IHC-Wert von >0 und <1+ mit Membranfärbung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) geht davon aus, dass die Therapie mit Trastuzumab deruxtecan nicht für Patientinnen und Patienten mit einer BRCA1/2-Mutation angezeigt ist. Für diese Gruppe werden laut Leitlinien andere zielgerichtete Therapien empfohlen.

Das IQWiG stuft den Zusatznutzen in dieser spezifischen Indikation als nicht belegt ein. Grund hierfür sind unvollständige und methodisch eingeschränkte Daten für die relevante Teilpopulation im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Da das Medikament emetogen ist, wird vor jeder Dosis eine antiemetische Prämedikation empfohlen. Diese besteht in der Regel aus einer Kombination von Dexamethason mit 5-HT3- und/oder NK1-Rezeptorantagonisten.

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Quelle: IQWiG A25-54: Trastuzumab deruxtecan (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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