StatPearls2026

Stener-Läsion: Diagnostik, MRT und OP-Indikationen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Eine Stener-Läsion ist eine komplexe Verletzung des Daumens, bei der das ulnare Kollateralband (UCL) vollständig reißt. Dabei schiebt sich die Aponeurose des Musculus adductor pollicis zwischen das gerissene Band und das Metakarpophalangealgelenk (MCP-Gelenk).

Diese Verletzung entsteht typischerweise durch eine gewaltsame Hyperabduktion und Hyperextension des Daumens. Häufige Ursachen sind Stürze beim Skifahren mit einem Skistock in der Hand oder sportliche Belastungen bei Ballsportarten.

Durch die anatomische Verlagerung der Strukturen wird eine natürliche Heilung des Bandes verhindert. Unbehandelt führt dies zu chronischer Instabilität, Schmerzen und einer frühzeitigen Arthrose des Daumengrundgelenks.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie der Stener-Läsion:

Klinische und apparative Diagnostik

Bei Verdacht auf eine UCL-Verletzung wird zunächst eine konventionelle Röntgenaufnahme empfohlen. Diese dient dem Nachweis von knöchernen Bandausrissen an der Basis der proximalen Phalanx.

Eine Dislokation von mehr als 1 mm im Röntgenbild weist auf eine dislozierte UCL-Ruptur hin. Da Röntgenbilder jedoch unauffällig sein können, ist bei hohem klinischem Verdacht eine weiterführende Bildgebung indiziert.

Die MR-Arthrographie gilt als Goldstandard zur Beurteilung von UCL-Verletzungen. Alternativ wird die dynamische Ultraschalluntersuchung als hochpräzise, kosteneffiziente und nicht-invasive Methode hervorgehoben.

Im Ultraschall zeigt sich eine Stener-Läsion typischerweise als sogenanntes "Tadpole-Zeichen" (Kaulquappen-Zeichen) oder "Yo-Yo-on-a-string-Zeichen".

Klassifikation und Therapiestrategie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung. Die Leitlinie teilt akute UCL-Verletzungen in fünf bildgebende Typen ein und leitet daraus folgende Therapiestrategien ab:

TypBildgebender BefundTherapieempfehlung
Typ 1Nicht-dislozierte Avulsion / partielle RupturKonservativ (Ruhigstellung)
Typ 2Dislozierte Fraktur (< 3 mm Dislokation)Konservativ (Ruhigstellung)
Typ 3Bänderdehnung / Ruptur (> 3 mm Dislokation)Operativ (meist erforderlich)
Typ 4Komplette UCL-Ruptur (Stener-Läsion)Operativ (in allen Fällen zwingend)
Typ 5Volarplatten-Avulsion (ohne UCL-Verletzung)Individuelle Beurteilung

Konservative und operative Versorgung

Eine nicht-operative Therapie erfolgt durch die Ruhigstellung in einer Daumenschiene (Thumb Spica) für 4 Wochen. Dies ist bei Typ-1-, Typ-2- und ausgewählten Typ-3-Läsionen effektiv.

Bei einer Stener-Läsion (Typ 4) ist eine operative Refixation zwingend erforderlich, da die zwischenliegende Aponeurose eine spontane Heilung verhindert. Hierbei wird das gerissene Band in der Regel mit einem Knochenanker refixiert.

Postoperative Nachsorge

Nach einem chirurgischen Eingriff wird eine Ruhigstellung für bis zu 6 Wochen empfohlen. Alternativ beschreibt die Leitlinie eine kürzere Ruhigstellung von 1 bis 4 Wochen mit anschließenden Flexions- und Extensionsübungen.

Eine Rückkehr zu uneingeschränkten Aktivitäten ist laut Leitlinie meist nach 3 Monaten möglich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei der klinischen Untersuchung mittels Valgus-Stresstest äußerste Vorsicht geboten. Ein unbedachter Stresstest kann eine nicht-dislozierte Ruptur unbeabsichtigt in eine dislozierte Stener-Läsion umwandeln. Aus diesem Grund wird auch von Abduktions-Stress-Röntgenaufnahmen abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Das "Kaulquappen-Zeichen" (Tadpole sign) beschreibt das sonografische Bild einer Stener-Läsion. Dabei bildet das retrahierte proximale Fragment des UCL den Kopf und die verdickte Adduktor-Aponeurose den Schwanz.

Eine Operation ist laut Leitlinie bei allen Stener-Läsionen (Typ 4) sowie bei Rupturen mit einer Dislokation von mehr als 3 mm (Typ 3) erforderlich. Bei diesen Verletzungen versagt eine rein konservative Ruhigstellung in der Regel.

Die MR-Arthrographie gilt als Goldstandard zur Beurteilung von UCL-Verletzungen. Die dynamische Ultraschalluntersuchung wird jedoch zunehmend als kosteneffiziente und hochpräzise Alternative empfohlen.

Die postoperative Behandlung umfasst in der Regel eine Ruhigstellung für bis zu 6 Wochen. Eine Rückkehr zu uneingeschränkten Aktivitäten ist laut Leitlinie meist nach 3 Monaten möglich.

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Quelle: StatPearls: Stener Lesion (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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