StatPearls2026

Uhthoff-Phänomen bei MS: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Uhthoff-Phänomen (auch Uhthoff-Zeichen) beschreibt laut StatPearls-Leitlinie eine vorübergehende Verschlechterung neurologischer Symptome bei Personen mit Multipler Sklerose (MS). Diese tritt als Reaktion auf eine Erhöhung der Körperkerntemperatur auf und dauert definitionsgemäß weniger als 24 Stunden an.

Die Pathophysiologie beruht auf einer temperatursensiblen Leitungsblockade in partiell demyelinisierten Axonen. Bereits ein Temperaturanstieg von 0,2 bis 0,5 °C reicht aus, um spannungsgesteuerte Natriumkanäle zu schließen und die Depolarisation des Aktionspotenzials zu unterbrechen.

Epidemiologischen Daten zufolge weisen 60 bis 80 Prozent der MS-Erkrankten dieses Phänomen bei Hitzeexposition auf. Es beeinträchtigt die körperliche und kognitive Funktion im Alltag und muss klinisch zwingend von einem echten MS-Schub unterschieden werden.

Empfehlungen

Diagnostik und Differenzierung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer detaillierten Anamnese, um ein Uhthoff-Phänomen (Pseudo-Schub) von einem echten MS-Schub zu unterscheiden.

MerkmalUhthoff-Phänomen (Pseudo-Schub)Echter MS-Schub
DauerUnter 24 StundenMindestens 24 Stunden
AuslöserHitze, Fieber, Infektionen, StressKeine akute Infektion oder Fieber
SymptomatikVorübergehende Verschlechterung bekannter DefiziteNeue fokale neurologische Ausfälle

Klinische Aufarbeitung

Bei Verdacht auf eine Pseudo-Exazerbation wird eine Basisdiagnostik empfohlen, um zugrunde liegende Trigger zu identifizieren. Dazu gehören laut Text:

  • Laborchemische Untersuchungen (Blutbild, Stoffwechselparameter)

  • Urinanalyse zum Ausschluss von Harnwegsinfekten

  • Röntgen-Thorax zum Ausschluss respiratorischer Infekte

Bei einem echten Schub wird gemäß Leitlinie eine erweiterte Diagnostik mittels MRT von Gehirn und Wirbelsäule (mit und ohne Kontrastmittel) empfohlen. Bei einer Erstdiagnose kann eine Lumbalpunktion zur Sicherung der demyelinisierenden Erkrankung indiziert sein.

Therapie und Management

Die primäre Strategie besteht in der Vermeidung von Auslösern und der Anwendung physikalischer Maßnahmen. Die Leitlinie nennt folgende Behandlungsansätze:

  • Aufklärung über Trigger wie heiße Bäder, Saunagänge oder Sport bei Hitze

  • Aktive Kühlmaßnahmen wie kalte Duschen, Eispackungen oder Kühlkleidung

  • Körperliche Aktivität bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden

In schweren oder rezidivierenden Fällen kann der Einsatz von oralem 4-Aminopyridin (4-AP) oder Dalfampridin erwogen werden. Diese Kaliumkanalblocker können die Reizleitung in demyelinisierten Fasern verbessern und die Gehleistung erhöhen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor bestimmten Aktivitäten, die zu einer raschen Erhöhung der Körperkerntemperatur führen. Es wird auf folgende Gefahrenquellen hingewiesen:

  • Heiße Duschen oder Bäder (Gefahr des Ertrinkens durch plötzlichen, hitzeinduzierten Kraftverlust)

  • Saunagänge und Hydrotherapie mit heißem Wasser

  • Sonnenexposition bei Außentemperaturen über 30 °C

  • Kurzwellen-Strahlentherapie und Paraffinanwendungen

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Fallstrick im klinischen Alltag ist die Verwechslung eines Uhthoff-Phänomens mit einem echten MS-Schub. Es wird empfohlen, bei jeder akuten neurologischen Verschlechterung zunächst systematisch nach Infektionen (wie Harnwegsinfekten) oder Hitzeexposition zu suchen, bevor eine hochdosierte Kortisontherapie eingeleitet wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie klingen die Symptome eines Uhthoff-Phänomens in der Regel innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde nach Entfernung des Hitzestressors ab. Definitionsgemäß muss die Symptomatik nach spätestens 24 Stunden vollständig reversibel sein.

Die primäre Maßnahme ist die physikalische Kühlung. Bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen beschreibt die Leitlinie den Einsatz von Dalfampridin (4-Aminopyridin), einem Kaliumkanalblocker, der die Nervenleitung verbessern kann.

Neben offensichtlichen Faktoren wie Fieber, heißen Bädern oder sportlicher Betätigung nennt der Text auch psychologischen Stress, den Menstruationszyklus, heiße Mahlzeiten und das Rauchen von Zigaretten als mögliche Trigger.

Nein, bei einer reinen Pseudo-Exazerbation durch bekannte Trigger ist laut Leitlinie kein MRT erforderlich. Eine Bildgebung wird erst empfohlen, wenn der Verdacht auf einen echten MS-Schub mit neuen Läsionen besteht.

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Quelle: StatPearls: Uhthoff Phenomenon (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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