StatPearls2026

Tillaux-Fraktur: StatPearls Leitlinien-Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Tillaux-Fraktur als eine intraartikuläre Fraktur der distalen Tibia, die die Epiphyse und die Epiphysenfuge betrifft. Sie tritt typischerweise bei Heranwachsenden in der Übergangsphase von etwa 18 Monaten vor dem vollständigen Schluss der Wachstumsfuge auf.

Anatomisch handelt es sich um eine Salter-Harris-Typ-III-Fraktur. Der Verletzungsmechanismus ist meist ein Supinations-Außenrotations-Trauma, bei dem das vordere untere Tibiofibularband den anterolateralen Teil der distalen Tibiaepiphyse (Chaput-Tuberkel) abreißt.

Da sich die Wachstumsfugen bei Mädchen hormonell bedingt früher schließen als bei Jungen, wird diese Fraktur bei weiblichen Jugendlichen häufiger und in einem jüngeren Alter beobachtet.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:

Klinische Evaluation und Diagnostik

Die klinische Präsentation ähnelt laut Leitlinie stark einer Distorsion des oberen Sprunggelenks. Es wird betont, dass bei Schwellungen und Schmerzen im anterolateralen Sprunggelenk bei Jugendlichen stets an eine knöcherne Verletzung gedacht werden sollte.

Zur bildgebenden Diagnostik wird empfohlen:

  • Konventionelles Röntgen in drei Ebenen (ap, lateral, Mortise-Aufnahme) zur Darstellung der Epiphysenlösung.

  • Eine CT-Untersuchung als bevorzugte Methode zur exakten Beurteilung der Dislokation, da sie Verschiebungen von weniger als 2 mm sensitiv erfasst.

Therapie

Das primäre Behandlungsziel ist laut Leitlinie die anatomische Reposition der Gelenkfläche. Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Dislokation.

DislokationTherapieansatzMethode und Ruhigstellung
< 2 mmKonservativGeschlossene Reposition (Innenrotation), 4 Wochen Unterschenkelgips, 2 Wochen Walker-Boot
> 2 mmOperativCRPP, ORIF oder arthroskopische Fixation, 4 Wochen Gips/Splint, 2 Wochen Walker-Boot

Bei einer operativen Versorgung nennt die Leitlinie folgende spezifische Optionen:

  • Geschlossene Reposition und perkutane Spickung (CRPP) unter fluoroskopischer oder arthroskopischer Kontrolle.

  • Offene Reposition und interne Fixation (ORIF) über einen anterolateralen Zugang zur direkten Visualisierung der Gelenkfläche.

  • Arthroskopisch gestützte Reposition und Fixation über ein anterolaterales Portal.

Nachsorge und Komplikationen

Als mögliche Komplikationen nennt die Leitlinie posttraumatische Arthrose, Gelenksteife und Schmerzen.

Ein vorzeitiger Wachstumsstillstand wird als selten beschrieben, da die Fraktur erst gegen Ende des Längenwachstums auftritt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Sprunggelenksverletzungen bei Jugendlichen vorschnell als einfache Bänderdehnung zu diagnostizieren. Da die Wachstumsfuge schwächer ist als der Bandapparat, treten knöcherne Ausrisse auf, bevor die Bänder reißen. Es wird daher eine großzügige radiologische Abklärung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie entsteht die Fraktur meist durch ein Supinations-Außenrotations-Trauma. Dabei reißt das vordere untere Tibiofibularband den anterolateralen Teil der distalen Tibiaepiphyse ab.

Die Leitlinie empfiehlt eine operative Behandlung, wenn die Frakturfragmente um mehr als 2 mm verschoben sind. Bei geringerer Dislokation kann ein konservativer Therapieversuch mit Gipsruhigstellung erfolgen.

Eine CT-Untersuchung wird als bevorzugte Bildgebung empfohlen, da sie das Ausmaß der Dislokation exakt darstellt. Sie ist sensitiver als konventionelles Röntgen und kann Verschiebungen von unter 2 mm sicher nachweisen.

Sowohl nach konservativer als auch nach operativer Therapie wird eine Ruhigstellung für 4 Wochen ohne Gewichtsbelastung empfohlen. Daran schließt sich laut Leitlinie eine zweiwöchige Phase in einem Walker-Boot an.

Der Verschluss der Wachstumsfugen wird durch Östrogen gesteuert und findet bei Mädchen früher statt. Da die Fraktur ein spezifisches, asymmetrisches Verschlussmuster der Fuge voraussetzt, tritt sie bei weiblichen Jugendlichen häufiger und früher auf.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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