StatPearls2026

Rezidivierende Aphthöse Stomatitis: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die rezidivierende aphthöse Stomatitis (RAS) ist eine häufige chronisch-entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut unklarer Ätiologie. Laut der StatPearls-Zusammenfassung sind bis zu 25 % der weltweiten Bevölkerung davon betroffen.

Die Pathogenese beruht auf einer T-Zell-vermittelten immunologischen Reaktion, bei der der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) eine zentrale Rolle spielt. Zudem besteht eine genetische Prädisposition, da bis zu 46 % der Betroffenen eine familiäre Häufung aufweisen.

Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Aphthen begünstigen. Dazu zählen lokale Traumata, Stress, Raucherentwöhnung sowie Mangelzustände an Eisen, Folsäure, Vitamin B12 oder Zink.

Auch systemische Erkrankungen wie Morbus Behçet, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder eine HIV-Infektion können mit aphthösen Ulzerationen einhergehen.

Empfehlungen

Diagnostik und Basisabklärung

Die Diagnose der RAS wird primär klinisch gestellt. Es wird empfohlen, systemische Ursachen wie Morbus Behçet, Mangelernährung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auszuschließen.

Dies gilt laut den Autoren insbesondere, wenn die Aphthen plötzlich im Erwachsenenalter auftreten.

Zur Basisabklärung wird eine laborchemische Untersuchung empfohlen. Diese sollte folgende Parameter umfassen:

  • Großes Blutbild

  • Folsäure in den Erythrozyten

  • Ferritin

  • Vitamin B12 im Serum

Klassifikation der Aphthen

Die Leitlinie unterteilt die RAS anhand der klinischen Präsentation in drei Untergruppen. Diese Einteilung ist maßgeblich für die Prognose und den Heilungsverlauf.

TypHäufigkeitGrößeDauerNarbenbildung
Minor-Aphthen> 70 %< 5 mmbis zu 2 WochenNein
Major-Aphthenca. 10 %> 10 mm5 bis 10 WochenJa
Herpetiforme Aphthen1 bis 10 %2 bis 3 mm (bis zu 100 Stück)1 bis 2 WochenSelten

Stufentherapie nach Schweregrad

Die Behandlung richtet sich nach der Schmerzintensität, der Häufigkeit der Episoden und der Verträglichkeit der Medikamente. Die Autoren klassifizieren die Betroffenen in drei Behandlungskategorien.

KategorieKlinikTherapieempfehlung
Typ ASeltene Episoden, milde Schmerzen, kurze DauerVermeidung von Auslösern (z. B. weiche Zahnbürste), oft keine Medikation nötig
Typ BMonatliche Episoden, 3-10 Tage Dauer, schmerzhaftChlorhexidin-Mundspülung, kurzzeitige topische Kortikosteroide, professionelle Zahnreinigung
Typ CSehr schmerzhaft, kontinuierliche UlzerationenTopische und systemische Kortikosteroide, Immunsuppressiva (z. B. Pentoxifyllin, Dapson, Thalidomid)

Allgemeine Therapiemaßnahmen

Zur Prävention bakterieller Superinfektionen und zur Förderung der Heilung wird der Einsatz von Chlorhexidin-Mundspülungen empfohlen. Topische Kortikosteroide können den Ausbruch stoppen, wenn sie bereits in der Prodromalphase bei erstem Kribbeln oder Brennen angewendet werden.

Bei schweren Episoden von Major-Aphthen kann ein kurzer Kurs mit systemischen Steroiden indiziert sein. Eine langfristige systemische Steroidgabe wird aufgrund der Nebenwirkungen jedoch selten empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungsschemata für die Behandlung der rezidivierenden aphthösen Stomatitis:

WirkstoffDosierungIndikation
Dexamethason0,05 mg/5 ml (3-mal täglich spülen und ausspucken)Typ-B-Patienten (Alternative)
Clobetasol-Salbe0,05 % in Orabase 1:1 (3-mal täglich lokal auftragen)Typ-B-Patienten (bei Rezidiven an gleicher Stelle)
Fluocinonid-Salbe0,05 % in Orabase 1:1 (3-mal täglich lokal auftragen)Typ-B-Patienten (bei Rezidiven an gleicher Stelle)
Systemische KortikosteroideMaximal 50 mg täglich für 5 TageMajor-Aphthen / Typ-B-Patienten

Kontraindikationen

Eine langfristige Therapie mit systemischen Kortikosteroiden wird aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Zudem wird davor gewarnt, dass eine Langzeitbehandlung mit topischen Kortikosteroiden zu opportunistischen Pilzinfektionen der Mundschleimhaut führen kann. In solchen Fällen ist eine topische antimykotische Therapie für mindestens zwei Wochen indiziert.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Topische Kortikosteroide entfalten laut den Autoren ihre größte Wirksamkeit, wenn sie bereits in der Prodromalphase beim ersten Kribbeln oder Brennen appliziert werden. Es wird zudem darauf hingewiesen, bei einer Langzeittherapie mit topischen Steroiden stets auf die Entwicklung opportunistischer oraler Pilzinfektionen zu achten.

Häufig gestellte Fragen

Es wird eine laborchemische Abklärung empfohlen, um systemische Ursachen auszuschließen. Dazu gehören laut Leitlinie ein großes Blutbild sowie die Bestimmung von Folsäure, Ferritin und Vitamin B12.

Morbus Behçet geht neben den oralen Aphthen mit weiteren systemischen Symptomen einher. Dazu zählen genitale Ulzerationen, Hautveränderungen, Augenbeteiligungen sowie neurologische oder gastrointestinale Beschwerden.

Ein kurzer Kurs mit systemischen Steroiden ist schweren Episoden von Major-Aphthen vorbehalten. Die Dosierung sollte dabei laut den Autoren 50 mg täglich für maximal fünf Tage nicht überschreiten.

Chlorhexidin-Mundspülungen reduzieren die bakterielle Last und verhindern eine Superinfektion der Ulzerationen. Sie können die Schwere und Dauer der Aphthen verringern, beeinflussen jedoch nicht die Häufigkeit der Ausbrüche.

Bei sehr schweren, kontinuierlichen Verläufen (Typ C) können Immunsuppressiva wie Pentoxifyllin, Dapson oder Thalidomid eingesetzt werden. Sie dienen dazu, die Bildung neuer Läsionen zu verhindern und steroidbedingte Nebenwirkungen zu reduzieren.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Recurrent Aphthous Stomatitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien