Pylephlebitis: StatPearls
Hintergrund
Die Pylephlebitis (septische Thrombophlebitis der Pfortader) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation intraabdomineller oder pelviner Infektionen. Laut der StatPearls-Zusammenfassung war diese Erkrankung vor der Einführung von Antibiotika fast immer tödlich.
Heutzutage ist die Divertikulitis eine der häufigsten Ursachen für diese Erkrankung. Weitere Auslöser umfassen entzündliche Darmerkrankungen, Pankreatitis, Cholangitis, Leberabszesse oder auch die Migration eines Magenbandes.
Die Pathophysiologie beginnt mit einer Thrombophlebitis kleinerer Venen, die sich bis zur Pfortader und potenziell in die Mesenterialvenen ausbreitet. In den meisten Fällen liegt eine polymikrobielle Bakteriämie vor, sehr häufig mit Bacteroides fragilis, Escherichia coli und Streptococcus-Spezies.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Leitlinie beschreibt, dass es keine standardisierten diagnostischen Kriterien für die Pylephlebitis gibt. Die Diagnose wird in der Regel gestellt, wenn bildgebende Verfahren einen Pfortaderthrombus bei gleichzeitiger Sepsis zeigen.
Es wird der Einsatz einer Computertomografie (CT) oder einer Farbdoppler-Sonografie empfohlen. Die CT wird dabei als nützlicher bewertet, da sie Komplikationen wie Leberabszesse oder eine intestinale Ischämie besser darstellen kann.
Laborchemisch zeigt sich laut Leitlinie meist eine Leukozytose sowie eine Erhöhung von alkalischer Phosphatase, AST, ALT und Gamma-GT.
Therapie
Als Eckpfeiler der Behandlung wird eine empirische Breitbandantibiose beschrieben, die gramnegative Aerobier, Anaerobier und Streptokokken abdeckt. Diese sollte auch bei fehlender Bakteriämie erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt folgendes Vorgehen für die Antibiose:
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Initiale parenterale Verabreichung
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Gezielte Anpassung nach Vorliegen von Kulturen und Antibiogrammen
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Mögliche Umstellung auf eine orale Therapie im Verlauf
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Eine Behandlungsdauer von etwa vier bis sechs Wochen
Zudem wird die frühzeitige Konsultation eines Spezialisten für Infektiologie angeraten.
Antikoagulation
Es besteht laut Quelle kein klarer Konsens zur routinemäßigen Antikoagulation aufgrund fehlender randomisierter Studien.
Eine Antikoagulation sollte jedoch in folgenden Situationen erwogen werden:
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Bei zugrunde liegenden Neoplasien oder angeborener Thrombophilie
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Bei Ausdehnung des Thrombus in die Mesenterialvenen
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Bei einer Bakteriämie durch Bacteroides-Spezies, da diese die Fibringerinnung fördern und Heparin abbauen können
💡Praxis-Tipp
Ein isolierter Pfortaderthrombus in der Bildgebung reicht nicht für die Diagnose einer Pylephlebitis aus. Die Leitlinie betont, dass immer das klinische Bild einer Sepsis vorliegen muss und bei Nachweis von Bacteroides-Spezies besonders auf Gerinnungskomplikationen geachtet werden sollte, da diese Erreger Heparin abbauen können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie können sowohl CT als auch Ultraschall einen Pfortaderthrombus nachweisen. Die Computertomografie wird jedoch bevorzugt, da sie Komplikationen wie Leberabszesse oder eine Darmschämie besser darstellt.
Es wird eine antibiotische Therapiedauer von etwa vier bis sechs Wochen empfohlen. Die Behandlung sollte initial parenteral erfolgen und kann später auf eine orale Gabe umgestellt werden.
Ein genereller Konsens existiert nicht. Die Leitlinie rät jedoch zur Antikoagulation bei Ausdehnung des Thrombus in die Mesenterialvenen, bei Neoplasien, Thrombophilie oder einer Infektion mit Bacteroides-Spezies.
Die Infektionen sind meist polymikrobiell. Am häufigsten werden Bacteroides fragilis, Escherichia coli und Streptococcus-Spezies in Blutkulturen oder Gewebeproben isoliert.
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Quelle: StatPearls: Pylephlebitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.