Atemwegssekret-Clearance: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit Techniken zur Atemwegssekret-Clearance (Airway Clearance Techniques, ACTs). Diese Verfahren sind essenziell bei Atemwegserkrankungen, die durch eine Hypersekretion von Schleim und eine gestörte mukoziliäre Clearance gekennzeichnet sind.
Zu den klassischen Methoden zählen die posturale Drainage und die Vibrationstherapie. Dabei wird die Schwerkraft genutzt oder ein rhythmischer Druck auf die Thoraxwand ausgeübt, um den Schleim von den Atemwegswänden zu lösen.
Ein Verzicht auf eine adäquate Sekretmobilisation kann laut Leitlinie zu einem Teufelskreis aus Infektionen, Entzündungen und strukturellen Lungenschäden führen. Ziel der Interventionen ist die Verbesserung der Lungenfunktion und die Reduktion von Exazerbationen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Atemwegssekret-Clearance:
Indikationsstellung
Die Leitlinie nennt verschiedene Krankheitsbilder, bei denen ACTs indiziert sind. Dazu gehören Mukoviszidose, COPD-Exazerbationen, Bronchiektasien und neuromuskuläre Erkrankungen.
Auch in der postoperativen Phase nach Thorax- oder Abdominaleingriffen wird der Einsatz empfohlen. Die Auswahl der spezifischen Technik richtet sich nach der Grunderkrankung und den individuellen Fähigkeiten der betroffenen Person.
Auswahl der Techniken
Es wird eine Vielzahl an mechanischen und manuellen Verfahren beschrieben. Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften der wichtigsten Techniken gemäß Leitlinie zusammen:
| Technik | Wirkprinzip | Bevorzugte klinische Anwendung |
|---|---|---|
| Manuelle Thoraxphysiotherapie (MCP) | Rhythmisches Abklopfen und Lagerungsdrainage | Mukoviszidose, COPD, sedierte oder nicht kooperative Personen |
| Autogene Drainage | Kontrollierte Atemmanöver in drei Phasen | Mukoviszidose, COPD, bei Neigung zu Bronchospasmus oder Hämoptysen |
| Mechanische Insufflation-Exsufflation (MI-E) | Wechsel von positivem und negativem Druck | Neuromuskuläre Erkrankungen mit ineffektivem Hustenstoß |
| High-Frequency Chest Wall Oscillation (HFCWO) | Weste mit hochfrequenten Oszillationen | Mukoviszidose, Non-CF-Bronchiektasien, akute COPD-Exazerbationen |
| Positive Expiratory Pressure (PEP / OPEP) | Ausatmung gegen Widerstand (teils mit Oszillation) | Mukoviszidose, Bronchiektasien mit zähem Sekret, postoperativ |
Monitoring und Zielwerte
Zur Beurteilung der Effektivität wird die Messung des Cough Peak Flow (CPF) empfohlen. Die Leitlinie formuliert folgende Grenzwerte für die Therapieeskalation:
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Bei einem CPF ≤ 270 L/min wird der Einsatz von MI-E, Lungenvolumenrekrutierung und manuell assistiertem Husten empfohlen.
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Bei einem CPF ≤ 160 L/min müssen zwingend zusätzliche Strategien zur Sekret-Clearance angewendet werden.
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Bei Beginn einer MI-E-Therapie wird ein Zieldruck von 40 cm H2O angestrebt.
Atemübungen
Zusätzlich zu apparativen Verfahren werden strukturierte Atemübungen beschrieben. Dazu zählen die Lippenbremse zur Vermeidung eines Atemwegskollapses und das "Huffing" (forcierte Exspiration) zur Mobilisation von Sekret aus den kleinen Atemwegen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Atemwegssekret-Clearance-Techniken bei bestimmten Begleiterkrankungen. Folgende absolute und relative Kontraindikationen werden aufgeführt:
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Hämodynamische Instabilität und akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
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Unbehandelter Pneumothorax oder Pneumomediastinum
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Kürzliche Wirbelsäulenoperationen oder akute Rückenmarksverletzungen
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Aktive Hämoptysen und Rippenfrakturen
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Erkrankungen mit Neigung zu erhöhtem intrakraniellem Druck
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Schwere Osteoporose (insbesondere bei manueller Perkussion)
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die Messung des Cough Peak Flow (CPF) ein entscheidendes Kriterium für die Eskalation der Therapie. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einem CPF von 270 L/min oder weniger apparative Hilfen wie die mechanische Insufflation-Exsufflation (MI-E) initiiert werden sollten. Zudem wird betont, dass bei der Nutzung von OPEP-Geräten Hämoptysen die häufigste unerwünschte Nebenwirkung darstellen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die MI-E besonders bei neuromuskulären Erkrankungen, wenn der natürliche Hustenstoß ineffektiv ist. Ein objektiver Parameter für den Beginn dieser Therapie ist ein Cough Peak Flow (CPF) von 270 L/min oder weniger.
Bei Personen mit Bronchospasmen oder Hämoptysen wird laut Leitlinie die autogene Drainage als schonendere Alternative empfohlen. Diese Technik nutzt kontrollierte Atemmanöver ohne externe mechanische Krafteinwirkung.
Es wird beschrieben, dass Hämoptysen die häufigste Nebenwirkung bei der Anwendung von oszillierenden PEP-Geräten (OPEP) sind. Weitere mögliche Komplikationen umfassen Pneumothoraces und Bronchospasmen.
Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Instillation von normaler Kochsalzlösung vor dem Absaugen ab. Es wird gewarnt, dass dies das Risiko für Hypoxie, Bradykardie und Aspiration erhöhen kann.
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Quelle: StatPearls: Postural Drainage and Vibration (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.