PDE5-Hemmer: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie bietet eine umfassende Übersicht zur Anwendung von Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE5-Hemmern). Diese Medikamentenklasse wurde ursprünglich zur Behandlung von Hypertonie und Angina pectoris untersucht, wobei die erektionsfördernde Wirkung als Nebenwirkung entdeckt wurde.
Die Medikamente hemmen das Enzym PDE-5 in den glatten Muskelzellen der Gefäße. Dies verhindert den Abbau von cGMP, was zu einer Entspannung der glatten Muskulatur, Vasodilatation und einer gesteigerten Durchblutung führt.
Zu den von der FDA zugelassenen PDE5-Hemmern gehören Sildenafil, Vardenafil, Tadalafil und Avanafil. Sie werden heute primär bei erektiler Dysfunktion (ED) und pulmonaler Hypertonie eingesetzt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zu den Indikationen und der klinischen Anwendung:
Zugelassene Indikationen
Laut Leitlinie werden PDE5-Hemmer als Erstlinientherapie bei erektiler Dysfunktion (psychogen, vaskulär oder neuropathisch) in Kombination mit einer ätiologiespezifischen Behandlung empfohlen.
Bei idiopathischer pulmonaler Hypertonie gelten sie als wichtige Therapieoption. Die Leitlinie empfiehlt sie bevorzugt bei Patienten der NYHA-Klassen 2 oder 3 mit negativer akuter Vasodilatator-Antwort.
Weitere etablierte Anwendungsgebiete umfassen:
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Begleitende vorzeitige Ejakulation bei bestehender erektiler Dysfunktion
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Penile Rehabilitation nach radikaler Prostatektomie zur Förderung der Nervenregeneration
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Symptome des unteren Harntrakts (LUTS) bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) mit gleichzeitiger ED
Diagnostik und Ursachenbehandlung
Es wird empfohlen, vor der Einleitung einer symptomatischen Therapie die zugrunde liegende Ätiologie der erektilen Dysfunktion zu identifizieren. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung.
Bei Verdacht auf vaskuläre Ursachen wird ein Screening auf atherosklerotische Risikofaktoren empfohlen. Dazu gehören die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker, HbA1c und der Blutfettwerte.
Therapiemonitoring
Bei unzureichendem Ansprechen auf PDE5-Hemmer wird eine weiterführende Diagnostik mittels Doppler-Sonographie oder Kavernosographie empfohlen.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oder Leberfunktionsstörungen wird laut Leitlinie ein Therapiebeginn mit der niedrigstmöglichen Dosis und einer schrittweisen Auftitration empfohlen.
Dosierung
Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die verschiedenen Indikationen vor:
| Wirkstoff | Indikation | Dosierung | Einnahmezeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Sildenafil | Erektile Dysfunktion | 25 bis 100 mg | 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr |
| Tadalafil | Erektile Dysfunktion | 5 bis 20 mg | 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr |
| Vardenafil | Erektile Dysfunktion | 10 bis 20 mg | 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr |
| Sildenafil | Pulmonale arterielle Hypertonie | 20 mg | 3-mal täglich |
| Tadalafil | Pulmonale arterielle Hypertonie | 40 mg | 1-mal täglich |
| Tadalafil | LUTS bei BPH mit ED | 5 mg | 1-mal täglich |
Zudem wird in der Leitlinie erwähnt, dass eine chronische, tägliche Einnahme von niedrig dosierten PDE5-Hemmern von einigen Experten empfohlen wird, um die Endothelfunktion zu verbessern.
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen
Die gleichzeitige Einnahme von PDE5-Hemmern und Nitraten oder Nitroglycerin ist laut Leitlinie absolut kontraindiziert, da dies zu einer exzessiven Vorlastsenkung führt. Es wird empfohlen, nach der letzten PDE5-Hemmer-Dosis mindestens 1 bis 2 Tage zu warten, bevor Nitrate verabreicht werden.
Vardenafil ist bei Patienten kontraindiziert, die Antiarrhythmika der Klassen 1A oder 3 einnehmen, sowie bei angeborenem Long-QT-Syndrom.
Relative Kontraindikationen
Besondere Vorsicht ist laut Leitlinie bei folgenden Begleiterkrankungen geboten:
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Herzinfarkt, Schlaganfall oder lebensbedrohliche Arrhythmien in den letzten sechs Monaten
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Ruhehypotonie oder schwere Hypertonie
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Herzinsuffizienz oder instabile Angina pectoris
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Gleichzeitige Einnahme von Alpha-Blockern
Warnhinweise und Nebenwirkungen
Die Leitlinie warnt vor spezifischen Nebenwirkungen, die durch Kreuzreaktivität mit anderen PDE-Isoenzymen entstehen. Dazu gehören Sehstörungen (Blaustich) durch PDE6-Hemmung bei Sildenafil sowie Rückenschmerzen und Myalgien durch PDE11-Hemmung bei Tadalafil.
Zudem wird auf das seltene Risiko eines Priapismus, eines irreversiblen Sehverlusts (NAION) und eines plötzlichen Hörverlusts hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei der Kombination von PDE5-Hemmern mit Alpha-Blockern zur Behandlung von BPH-Symptomen besondere Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, die Therapie nur bei hämodynamisch stabilen Patienten zu beginnen und die Dosis schrittweise aufzutitrieren. Zudem wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass zwischen der Einnahme eines PDE5-Hemmers und der Gabe von Nitraten ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 bis 2 Tagen eingehalten werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) empfohlen, die Therapie mit der niedrigstmöglichen Dosis zu beginnen. Anschließend sollte eine schrittweise Auftitration unter engmaschiger Überwachung erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt Tadalafil in einer Dosierung von 5 mg täglich für Patienten, die an Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) durch eine benigne Prostatahyperplasie und gleichzeitig an erektiler Dysfunktion leiden.
Sildenafil hat eine hohe Affinität zum Enzym PDE6, das in den Stäbchen und Zapfen der Netzhaut vorkommt. Die Hemmung dieses Enzyms führt laut Leitlinie zu einer veränderten Farbwahrnehmung, die sich oft als vorübergehender Blaustich äußert.
Nein, die Leitlinie gibt an, dass PDE5-Hemmer bei Patienten im NYHA-Stadium 4 nicht indiziert sind. In diesen Fällen wird der Einsatz von Prostacyclin-Agonisten wie Epoprostenol oder Iloprost als geeigneter erachtet.
Vardenafil kann eine leichte QT-Zeit-Verlängerung verursachen. Daher ist dieser Wirkstoff laut Leitlinie bei Patienten, die Antiarrhythmika der Klassen 1A oder 3 einnehmen, absolut kontraindiziert.
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Quelle: StatPearls: PDE5 Inhibitors (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.