StatPearls2026

Patellofemorale Arthrose: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der patellofemoralen Arthrose, einer häufigen Ursache für vorderen Knieschmerz. Sie ist durch eine Degeneration des Knorpels im Gelenkspalt zwischen Patella und der Trochlea femoris gekennzeichnet.

Die Erkrankung kann isoliert oder in Kombination mit einer tibiofemoralen Arthrose auftreten. Zu den primären Risikofaktoren zählen Alter, Adipositas, vorangegangene Traumata sowie Fehlstellungen wie eine Patella alta oder eine Trochleadysplasie.

Die Stabilität des patellofemoralen Gelenks wird durch statische Strukturen wie das mediale patellofemorale Ligament (MPFL) und dynamische Komponenten wie den Musculus quadriceps femoris aufrechterhalten. Eine Störung dieses Gleichgewichts führt laut Leitlinie häufig zu einer Überlastung der lateralen Patellafacette.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Klinische Diagnostik

Leitliniengemäß steht der vordere Knieschmerz im Zentrum der Anamnese, welcher sich bei Kniebeugung (z. B. beim Treppensteigen oder Hocken) typischerweise verschlimmert.

Zusätzlich wird empfohlen, auf mechanische Symptome wie Krepitationen, Steifigkeit oder ein Instabilitätsgefühl zu achten.

Für die körperliche Untersuchung werden folgende Tests und Befunde hervorgehoben:

  • Beurteilung des Gangbildes und des Q-Winkels

  • Beobachtung der Patellaführung (z. B. J-Zeichen als Hinweis auf eine Fehlführung)

  • Durchführung des Patella-Grind-Tests (Clarke-Test) und des Apprehension-Tests

Bildgebung und Stadieneinteilung

Zur Basisdiagnostik wird die Anfertigung von Standard-Röntgenaufnahmen in anterior-posteriorer, lateraler und axialer (Merchant- oder Sunrise-Aufnahme) Projektion empfohlen.

Weiterführende Bildgebung wie CT oder MRT ist laut Leitlinie nur bei unklaren Befunden, Verdacht auf traumatische Läsionen oder zur genauen Beurteilung einer Trochleadysplasie indiziert.

Die radiologische Stadieneinteilung erfolgt anhand der axialen Merchant-Aufnahme:

StadiumGelenkspalt / Knochenkontakt
Mild> 3 mm Gelenkspalt
Moderat< 3 mm Gelenkspalt, kein Knochenkontakt
SchwerKnochenkontakt über < 25 % der Gelenkfläche
Sehr schwerKnochenkontakt über die gesamte Gelenkfläche

Konservative Therapie

Die Leitlinie empfiehlt primär einen konservativen Behandlungsansatz, der sich an der allgemeinen Arthrose-Therapie orientiert.

Folgende konservative Maßnahmen werden als zentral erachtet:

  • Physiotherapie zur Kräftigung des Musculus vastus medialis und Dehnung des lateralen Retinakulums

  • Gewichtsreduktion und Modifikation belastender Aktivitäten

  • Schmerztherapie mit Nicht-Opioid-Analgetika (z. B. NSAR, Paracetamol)

  • Intraartikuläre Injektionen, wobei Kortikosteroide als Therapie der ersten Wahl gelten

  • Mechanische Unterstützung durch Kinesio-Taping (McConnell-Taping) oder stabilisierende Kniebandagen

Operative Therapie

Ein chirurgischer Eingriff wird bei Personen empfohlen, die nicht auf konservative Maßnahmen ansprechen.

Je nach individueller Pathologie stehen laut Leitlinie verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Verlängerung des lateralen Retinakulums (bevorzugt gegenüber einer reinen Spaltung)

  • Laterale Patellafacetektomie bei isolierter lateraler Arthrose

  • Anteromedialisierung der Tuberositas tibiae (TTO) zur Entlastung des Knorpels

  • Patellofemoraler Gelenkersatz (PFA) bei fortgeschrittener, isolierter patellofemoraler Arthrose

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen für die Durchführung einer patellofemoralen Arthroplastik (PFA).

Als häufigste relative Kontraindikation wird das Vorliegen einer tibiofemoralen Arthrose aufgeführt.

Weitere Kontraindikationen für eine PFA umfassen:

  • Entzündliche Arthritiden

  • Mechanische Begleitprobleme

  • Psychosoziale Faktoren (in diesen Fällen ist laut Leitlinie meist eine Totalendoprothese indiziert)

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💡Praxis-Tipp

Krepitationen bei der passiven Flexion und Extension sind laut Leitlinie oft das erste und richtungsweisende klinische Zeichen einer patellofemoralen Arthrose. Bei der operativen Therapie wird betont, dass eine Verlängerung des lateralen Retinakulums einer reinen Spaltung vorgezogen werden sollte, um eine iatrogene mediale Instabilität zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt Standard-Röntgenaufnahmen in anterior-posteriorer, lateraler und axialer Projektion. Die axiale Aufnahme (Merchant- oder Sunrise-View) ist besonders wichtig zur Beurteilung der Patella-Ausrichtung und der Gelenkspaltbreite.

Intraartikuläre Kortikosteroid-Injektionen gelten laut Leitlinie als Therapie der ersten Wahl, da für sie die stärkste Evidenz vorliegt. Hyaluronsäure kann als Alternative erwogen werden, wobei die Studienlage hierzu gemischt ist.

Eine TTO wird bei skelettal ausgereiften Personen unter 65 Jahren mit isoliertem patellofemoralem Schmerz empfohlen, wenn konservative Maßnahmen über mindestens 6 Monate erfolglos blieben. Sie dient der Entlastung der lateralen Patellafacette.

Das McConnell-Taping ist eine spezielle Kinesio-Taping-Technik für die Patella. Es wird laut Leitlinie eingesetzt, um eine laterale Verschiebung der Kniescheibe zu verhindern und Schmerzen zu lindern.

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Quelle: StatPearls: Patellofemoral Arthritis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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