StatPearls2026Neurologie

Tractus spinothalamicus: Anatomie und Schmerzleitung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Tractus spinothalamicus (STT) ist eine zentrale sensorische Nervenbahn, die Schmerz-, Temperatur-, grobe Berührungs- und Druckempfindungen von der Haut zum Thalamus leitet. Er ermöglicht schnelle Schutzreflexe, wie das Zurückziehen der Hand von einer heißen Herdplatte.

Anatomisch wird der STT in einen anterioren und einen lateralen Anteil unterteilt, die jedoch eng beieinander verlaufen. Er ist Teil des anterolateralen Systems, zu dem auch der Tractus spinoreticulothalamicus und der Tractus spinotectalis gehören.

Die Reizleitung erfolgt über drei Arten von sensorischen Fasern: Typ-III-Fasern, unmyelinisierte C-Fasern und myelinisierte A-Delta-Fasern. Diese sind mit spezifischen peripheren Rezeptoren wie Nozizeptoren und Thermorezeptoren verschaltet.

Empfehlungen

Der StatPearls-Artikel beschreibt folgende anatomische und klinische Kernaspekte:

Anatomischer Verlauf

Der Verlauf der Nervenbahn gliedert sich in drei neuronale Stationen:

  • Das erste Neuron liegt im Spinalganglion, dessen Axone über die Hinterwurzel in das Rückenmark eintreten und in der Substantia gelatinosa umschalten.

  • Das zweite Neuron kreuzt über die Commissura alba anterior auf die Gegenseite und steigt im anterolateralen Strang zum Thalamus auf.

  • Das dritte Neuron befindet sich im Nucleus ventralis posterolateralis (VPL) des Thalamus und projiziert zum primären somatosensorischen Kortex.

Innerhalb des Rückenmarks weist die Bahn eine spezifische Somatotopie auf. Der mediale Anteil empfängt zervikale Signale, während der laterale Anteil sakrale Signale leitet.

Faserqualitäten und Funktion

Die Bahn wird funktionell in zwei eng benachbarte Anteile unterteilt:

Tractus-AnteilGeleitete Sinnesqualitäten
Anteriorer Tractus spinothalamicusGrobe Berührung, Druck
Lateraler Tractus spinothalamicusSchmerz, Temperatur

Klinische Syndrome und Läsionen

Aufgrund des gekreuzten Verlaufs führt eine einseitige Läsion des Tractus spinothalamicus zu einem kontralateralen Ausfall der Schmerz- und Temperaturempfindung. Dieser Ausfall manifestiert sich etwa zwei Segmente unterhalb der Läsion.

Der Text beschreibt folgende spezifische Schädigungsmuster:

  • Brown-Séquard-Syndrom: Eine halbseitige Rückenmarksschädigung führt zu einem kontralateralen Ausfall der Schmerz- und Temperatursensibilität.

  • Syringomyelie: Eine Höhlenbildung im zentralen Rückenmark schädigt die kreuzenden Fasern und verursacht einen beidseitigen, dermatombezogenen Sensibilitätsausfall.

  • Arteria-spinalis-anterior-Syndrom: Ein Infarkt führt zu einem beidseitigen Ausfall der Schmerz- und Temperatursensibilität unterhalb der Läsion, während Vibration und Propriozeption erhalten bleiben.

  • Laterales Medulla-Syndrom (Wallenberg): Ein Verschluss der Arteria cerebelli inferior posterior (PICA) verursacht einen kontralateralen Ausfall am Körper und einen ipsilateralen Ausfall im Gesicht.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei Läsionen des Thalamus (Dejerine-Roussy-Syndrom) kommt es laut Text initial zu einem Sensibilitätsverlust, der im Verlauf in starke kontralaterale Schmerzen umschlagen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass dieses Phänomen leicht als psychogen fehldiagnostiziert wird, wenn die zugrunde liegende Läsion in der Bildgebung nicht offensichtlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Tractus spinothalamicus leitet Informationen über Schmerz, Temperatur, grobe Berührung und Druck. Der anteriore Anteil ist primär für grobe Berührung zuständig, der laterale für Schmerz und Temperatur.

Die Fasern des zweiten Neurons kreuzen auf Rückenmarksebene über die Commissura alba anterior auf die Gegenseite. Dies geschieht etwa zwei Segmente oberhalb ihres Eintritts in das Rückenmark.

Das Thalamus-Schmerz-Syndrom (Dejerine-Roussy-Syndrom) entsteht durch eine Läsion im Nucleus ventralis posterolateralis (VPL) des Thalamus. Es führt zu Schmerzen in der gesamten oder in Teilen der kontralateralen Körperhälfte.

Beim Arteria-spinalis-anterior-Syndrom werden die vorderen und seitlichen Rückenmarksstränge geschädigt, während die Hinterstränge ausgespart bleiben. Da der Vibrationssinn und die Propriozeption über die Hinterstränge verlaufen, bleiben diese Qualitäten intakt.

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Quelle: StatPearls: Neuroanatomy, Spinothalamic Tract (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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