StatPearls2026

Mattox-Manöver bei Bauchtrauma: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Mattox-Manöver, auch als linksseitige mediale viszerale Rotation bekannt, ist eine chirurgische Expositionstechnik. Laut der StatPearls-Leitlinie wird es eingesetzt, um bei schweren Bauchtraumata Zugang zu tiefen retroperitonealen Strukturen wie der Bauchaorta zu erlangen.

Die Technik umfasst die Mobilisation der linksseitigen Viszera, einschließlich Milz, Pankreas, Magen und Colon descendens. Dies ermöglicht die Kontrolle von lebensbedrohlichen Blutungen, die mit Standardzugängen nicht erreichbar sind.

Die Leitlinie betont, dass Verletzungen der Bauchaorta und der zentralen retroperitonealen Strukturen zu den letalsten Herausforderungen in der Unfallchirurgie gehören. Eine schnelle Entscheidungsfindung und präzise anatomische Kenntnisse werden als essenziell für das Überleben beschrieben.

Empfehlungen

Anatomische Klassifikation

Die Leitlinie unterteilt den retroperitonealen Raum in drei Zonen, die das chirurgische Vorgehen maßgeblich bestimmen:

ZoneLokalisationWichtige StrukturenManagement-Empfehlung
Zone 1Zentrales RetroperitoneumBauchaorta, Vena cava inferior, PankreasChirurgische Exploration bei stumpfem und penetrierendem Trauma
Zone 2Laterales RetroperitoneumNieren, Nierengefäße, Ureteren, ColonExploration bei penetrierendem Trauma; bei stumpfem Trauma nur bei Instabilität
Zone 3Pelvines RetroperitoneumBeckenhöhle, IliakalgefäßeKeine offene Exploration; stattdessen Beckenstabilisierung und Angioembolisation

Indikationen

Das Mattox-Manöver wird laut Leitlinie für folgende klinische Szenarien empfohlen:

  • Unkontrollierte Blutungen der proximalen Bauchaorta oder der linken Nierengefäße

  • Hämatome der Zone 1 (unabhängig vom Unfallmechanismus)

  • Hämatome der Zone 2 bei penetrierendem Trauma oder bei hämodynamischer Instabilität nach stumpfem Trauma

  • Resektion von retroperitonealen Tumoren oder Sarkomen

Vorbereitung und Technik

Für die Durchführung wird eine umfassende Vorbereitung des Operationssaals empfohlen. Das sterile Feld sollte vom Kinn bis über die Knie reichen, um einen ungehinderten Zugang zu gewährleisten.

Die chirurgische Technik umfasst laut StatPearls folgende essenzielle Schritte:

  • Inzision des parietalen Peritoneums entlang der Toldt-Faszie (weiße Linie)

  • Stumpfe Dissekation und Mobilisation von Colon descendens, linker Niere, Milz, Magen und Pankreasschwanz

  • Belassung der Milz-Kolon- und Magen-Milz-Bänder zur Vermeidung von Milzverletzungen

Komplikationsmanagement

Es wird darauf hingewiesen, dass Milzverletzungen die häufigste iatrogene Komplikation darstellen. Weitere beschriebene Risiken umfassen den Abriss der Vena lumbalis von der linken Nierenvene, Pankreatitis und gastrointestinale Ischämien.

Kontraindikationen

Es werden keine absoluten Kontraindikationen für das Mattox-Manöver beschrieben.

Als relative Kontraindikationen oder Situationen, in denen alternative Verfahren erwogen werden sollten, nennt die Leitlinie:

  • Profunder Schock, der zunächst eine aggressive Volumentherapie erfordert

  • Verletzungen, die nicht das linke Retroperitoneum betreffen (hier wird das Cattell-Braasch-Manöver für die rechte Seite empfohlen)

  • Vorbestehende Pathologien von Milz oder Pankreas, da diese das intraoperative Komplikationsrisiko erhöhen

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt nachdrücklich davor, die linke Niere bei der Dissekation in situ zu belassen. Es wird betont, dass eine unvollständige Mobilisation der Niere die vordere Nierenfaszie zwischen Präparationsebene und Aorta belässt, was die Sicht behindert und das Risiko einer Ureterverletzung signifikant erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist das Manöver primär bei unkontrollierten Blutungen im linken und zentralen Retroperitoneum (Zone 1 und 2) indiziert. Es wird besonders bei Verletzungen der Bauchaorta oder der linken Nierengefäße eingesetzt.

Das Mattox-Manöver ist eine linksseitige mediale viszerale Rotation für linksseitige Verletzungen. Das Cattell-Braasch-Manöver wird laut StatPearls für rechtsseitige retroperitoneale Verletzungen angewendet, um beispielsweise die Vena cava inferior freizulegen.

Die Leitlinie beschreibt iatrogene Milzverletzungen als die häufigste Komplikation. Zudem wird vor einem möglichen Abriss von Lumbalvenen oder einer postoperativen Pankreatitis gewarnt.

Gemäß der Leitlinie werden Hämatome im Beckenbereich (Zone 3) in der Regel nicht offen chirurgisch exploriert. Es wird stattdessen eine Beckenstabilisierung, präperitoneales Packing und eine Angioembolisation empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Mattox Maneuver (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien