Stumpfes Abdominaltrauma: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das stumpfe Abdominaltrauma ist ein häufiger Vorstellungsrund in der Notaufnahme bei Erwachsenen und Kindern. Die Hauptursache in den USA sind Verkehrsunfälle, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe, Fahrradunfällen und Sportverletzungen.
Die Krafteinwirkung kann zu inneren Blutungen, Kontusionen sowie Schäden an Darm, Milz und Leber führen. Oftmals treten begleitend extraabdominelle Verletzungen wie Extremitätentraumata auf.
Die klinische Präsentation ist häufig nicht eindeutig, was die Diagnosestellung erschweren kann. Neben Schmerzen können rektale Blutungen, instabile Vitalparameter und Zeichen einer Peritonitis auftreten. Ein spezifisches klinisches Zeichen ist das Cullen-Zeichen, eine periumbilikale Ekchymose, die bei retroperitonealen Blutungen entsteht.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:
Erstversorgung und Evaluation
Die Evaluation beginnt laut Text stets mit der Sicherung der Atemwege, der Atmung und des Kreislaufs (ABC-Schema). Sobald der Atemweg gesichert ist, wird der Schutz der Halswirbelsäule als obligatorisch beschrieben.
Diagnostisches Vorgehen
Die Wahl der intraabdominellen Diagnostik hängt primär vom hämodynamischen Status des Patienten ab:
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Bei hämodynamisch stabilen Patienten wird eine CT-Untersuchung als ideale Methode zur Beurteilung von Verletzungen der parenchymatösen Organe empfohlen.
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Bei hämodynamisch instabilen Patienten wird die Durchführung eines Ultraschalls (EFAST) oder einer diagnostischen Peritoneallavage (DPL) empfohlen.
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Es wird darauf hingewiesen, dass EFAST und DPL mit einer hohen Rate an falsch-negativen und falsch-positiven Ergebnissen assoziiert sein können.
Das EFAST-Protokoll sollte standardmäßig den rechten und linken Oberbauch, das Becken, das Herz sowie die Lunge (zum Ausschluss eines Pneumothorax) beurteilen.
Therapeutisches Management
Nach Abschluss des Primary Surveys wird bei hypotonen Patienten eine aggressive Volumensubstitution empfohlen. Bei anhaltender hämodynamischer Instabilität sollte umgehend eine Transfusion mit O-negativem Blut erfolgen (bzw. O-positiv bei Männern und Frauen nach dem gebärfähigen Alter).
Eine sofortige Laparotomie wird in folgenden Fällen dringend empfohlen:
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Vorliegen von Peritonitis-Zeichen
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Offensichtliche, starke Blutungen
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Klinische Verschlechterung des Patienten
Ein nicht-operatives Management ist laut Text abhängig von der klinischen Präsentation, der hämodynamischen Stabilität und den CT-Befunden. Als kosteneffektive Alternative zur Laparotomie wird die Angiografie mit Embolisationstherapie zur Blutungskontrolle genannt.
💡Praxis-Tipp
Die Publikation warnt davor, dass bei der EFAST-Untersuchung im linken Oberbauch freie Flüssigkeit bevorzugt in den subphrenischen Raum und nicht in den splenorenalen Raum fließt. Es wird betont, dass dieser Bereich aufgrund von Darmgasen schwer darstellbar sein kann, was bei der Evaluation zwingend berücksichtigt werden sollte, um falsch-negative Befunde zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird bei hämodynamisch stabilen Patienten eine CT-Untersuchung von Abdomen und Becken empfohlen. Diese gilt als ideale Methode, um Verletzungen der soliden Organe zu identifizieren.
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Laparotomie bei Zeichen einer Peritonitis, bei offensichtlichen Blutungen oder bei einer zunehmenden klinischen Verschlechterung des Patienten.
Das Cullen-Zeichen wird im Text als periumbilikale Ekchymose beschrieben. Es entsteht, wenn eine retroperitoneale Blutung entlang des Ligamentum falciforme nach anterior disseziiert.
Bei anhaltender Instabilität wird die sofortige Gabe von O-negativem Blut empfohlen. Bei Männern und bei Frauen jenseits des gebärfähigen Alters kann laut Leitlinie auch O-positives Blut verwendet werden.
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Quelle: StatPearls: Blunt Abdominal Trauma (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.