Mallampati-Score: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Sicherung des Atemwegs ist in der Anästhesie und Notfallmedizin von zentraler Bedeutung. Der StatPearls-Artikel aus dem Jahr 2026 beschreibt den Mallampati-Score als ein schnelles klinisches Instrument zur präoperativen Beurteilung der Atemwegsanatomie.
Das System bewertet die relative Größe des Zungengrundes im Verhältnis zur oropharyngealen Öffnung. Ein vergrößerter Zungengrund kann die Sicht auf die Glottis während der Laryngoskopie einschränken und die Intubation erschweren.
Laut Text treten bei etwa 1 bis 5 % der Patienten Schwierigkeiten bei der Maskenbeatmung auf, und bei rund 5 % kommt es zu einer schwierigen Intubation. Eine vorausschauende Beurteilung soll helfen, lebensbedrohliche Komplikationen bei der Narkoseeinleitung zu vermeiden.
Empfehlungen
Durchführung der Untersuchung
Der Text beschreibt eine standardisierte Technik zur Erhebung des modifizierten Mallampati-Scores. Die Untersuchung wird am aufrecht sitzenden Patienten durchgeführt.
Folgende Schritte werden für eine korrekte Beurteilung beschrieben:
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Der Patient öffnet den Mund maximal.
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Die Zunge wird maximal herausgestreckt.
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Die Beurteilung erfolgt zwingend ohne Phonation (ohne Stimmgebung).
Klassifikation des modifizierten Mallampati-Scores
Die Leitlinie unterteilt die sichtbaren oropharyngealen Strukturen in folgende Klassen:
| Klasse | Sichtbare Strukturen |
|---|---|
| Klasse 0 | Epiglottis teilweise oder vollständig sichtbar |
| Klasse I | Weicher Gaumen, Uvula und Gaumenbögen vollständig sichtbar |
| Klasse II | Weicher Gaumen und Uvula sichtbar, Gaumenbögen verdeckt |
| Klasse III | Weicher Gaumen und Basis der Uvula sichtbar |
| Klasse IV | Nur der harte Gaumen ist sichtbar |
Klinische Aussagekraft und Kombination
Die Quelle betont, dass der Mallampati-Score als alleiniges Screening-Instrument unzureichend ist. Er weist eine geringe Sensitivität auf und übersieht isoliert betrachtet fast die Hälfte aller schwierigen Atemwege.
Es wird beschrieben, den Score stets in Kombination mit anderen klinischen Parametern zu evaluieren. Dazu zählen laut Text:
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Eingeschränkte Mundöffnung (unter 3 Querfinger)
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Kurze thyromentale Distanz (unter 6 cm)
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Eingeschränkte Halsbeweglichkeit oder dicker Hals (über 40 cm Umfang)
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Eingeschränkte Protrusion des Unterkiefers
Besondere Patientengruppen
Bei Schwangeren kann sich der Mallampati-Score im Verlauf der Schwangerschaft verschlechtern. Der Text führt dies auf schwangerschaftsbedingte Wassereinlagerungen und Weichteilödeme zurück.
Zudem wird der Score als unabhängiger Prädiktor für das Vorliegen und den Schweregrad einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) beschrieben. Mit jedem Punktanstieg in der Klassifikation verdoppelt sich laut Quelle das Risiko für eine OSA.
Kontraindikationen
Laut StatPearls gibt es keine absoluten Kontraindikationen für die Erhebung des Mallampati-Scores.
Die Aussagekraft ist jedoch stark eingeschränkt, wenn der Patient nicht kooperieren kann. Zudem wird beschrieben, dass der Score bei bestimmten Pathologien wie Kopf-Hals-Infektionen, Tumoren, Epiglottitis, Ludwig-Angina, Struma oder Gesichtstraumata einen schwierigen Atemweg nicht zuverlässig vorhersagen kann.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler ist das alleinige Verlassen auf den Mallampati-Score zur Vorhersage eines schwierigen Atemwegs. Der Text warnt davor, den Score isoliert zu betrachten, da bis zu 93 % der schwierigen Intubationen unerwartet auftreten. Es wird eine systematische Beurteilung unter Einbeziehung weiterer Faktoren wie der thyromentalen Distanz und der Halsbeweglichkeit beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Der Patient sitzt aufrecht, öffnet den Mund maximal und streckt die Zunge so weit wie möglich heraus. Laut StatPearls-Artikel erfolgt die Beurteilung der sichtbaren oropharyngealen Strukturen zwingend ohne Phonation (ohne "A"-Sagen).
Bei der Klasse III sind bei maximal geöffnetem Mund nur noch der weiche Gaumen und die Basis der Uvula sichtbar. Die Quelle ordnet diese Klasse einem erhöhten Risiko für eine schwierige Intubation und Maskenbeatmung zu.
Nein, der Text beschreibt den Score als unzureichendes alleiniges Screening-Tool aufgrund seiner niedrigen Sensitivität. Er sollte immer mit anderen Parametern wie der thyromentalen Distanz oder der Mundöffnung kombiniert werden.
Ja, laut Quelle kann der Score im Verlauf der Schwangerschaft deutlich ansteigen. Dies wird auf schwangerschaftsbedingte Flüssigkeitsretention und Weichteilödeme zurückgeführt.
Der Mallampati-Score wird als unabhängiger Prädiktor für eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) beschrieben. Der Text gibt an, dass sich das Risiko für eine OSA mit jedem Punktanstieg in der Klassifikation verdoppelt.
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Quelle: StatPearls: Mallampati Score (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.