Laryngotracheale Stenose: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die laryngotracheale Stenose (LTS) ist eine Verengung der oberen Atemwege zwischen Larynx und Trachea. Diese kann zu schweren Komplikationen wie respiratorischem Versagen und Herz-Lungen-Stillstand führen.
Zu den häufigsten Ursachen zählen iatrogene Verletzungen durch endotracheale Intubation, Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Neoplasien und Traumata. Bei intubierten Personen kann ein Cuff-Druck von über 35 mmHg zu Ischämie, Ulzeration und anschließender Fibrosierung der Schleimhaut führen.
Die typischen klinischen Symptome umfassen Dyspnoe, Stridor, Heiserkeit und Husten. Die genaue Lokalisation der Stenose ist allein anhand der klinischen Untersuchung oft schwierig festzustellen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung der laryngotrachealen Stenose:
Diagnostik und Klassifikation
Zur Evaluation wird primär eine Laryngoskopie oder Bronchoskopie empfohlen. Bei schweren Obstruktionen oder zur Operationsplanung sollte ein CT des Halses durchgeführt werden.
Eine Spirometrie wird empfohlen, um einen Ausgangswert zu ermitteln und den Verlauf zu überwachen. Die Leitlinie beschreibt drei Klassifikationssysteme zur Einteilung der Stenose:
| Klassifikationssystem | Kriterium | Stufen / Einteilung |
|---|---|---|
| Cotton-Myer | Prozentuale Obstruktion | 1: <50%, 2: 51-70%, 3: 71-99%, 4: Komplette Obstruktion |
| Lano | Anzahl der betroffenen Subregionen (Glottis, Subglottis, Trachea) | 1: 1 Region, 2: 2 Regionen, 3: 3 Regionen |
| McCaffrey | Länge und Ausdehnung der Stenose | 1: Subglottis/Trachea <1 cm, 2: Subglottis >1 cm, 3: Subglottis & Trachea >1 cm, 4: Beteiligung der Glottis |
Präoperative Vorbereitung
Vor einem chirurgischen Eingriff wird ein strukturiertes Vorgehen empfohlen:
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Ein MRSA-Screening sollte 2 bis 3 Wochen vor einer möglichen Operation erfolgen.
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Bei positivem MRSA-Nachweis wird eine prophylaktische Therapie mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol und Mupirocin sowie postoperativ intravenöses Vancomycin empfohlen.
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Eine präoperative Schluckdiagnostik (FEES oder modifizierter Bariumbreischluck) ist zur Planung der postoperativen Ernährung indiziert.
Therapeutische Verfahren
Die Wahl der Therapie richtet sich nach der Komplexität der Stenose:
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Endoskopische mechanische Dilatation: Wird als Erstlinientherapie für einfache Stenosen empfohlen.
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Tracheales Stenting: Gilt als palliative Option bei fortgeschrittenen, inoperablen tumorbedingten Atemwegsobstruktionen.
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Offene Chirurgie: Ist indiziert bei Myer-Cotton Grad 3 oder 4, Knorpelverlust oder Stenosen von über 1 cm Länge.
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Montgomery-T-Tubus: Kann zur Offenhaltung der Atemwege für längere Zeiträume (mindestens 6 Monate) oder dauerhaft bei inoperablen Fällen eingesetzt werden.
Adjuvante Therapien
Als unterstützende Maßnahmen nennt die Leitlinie die topische Anwendung von Mitomycin C zur Hemmung der Narbenbildung. Zudem wird der Einsatz von lokalen oder systemischen Kortikosteroiden bei Dilatationsbehandlungen beschrieben.
Kontraindikationen
Die Leitlinie mahnt zur Vorsicht beim Einsatz von Lasertherapien bei subglottischen Stenosen, da ein hohes Risiko für Schäden am Ringknorpel und den Kehlkopfnerven besteht. Tracheales Stenting ist mit einem hohen Migrationsrisiko verbunden und sollte aufgrund möglicher Atemwegsverletzungen streng abgewogen werden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Evaluation einer laryngotrachealen Stenose ist zu beachten, dass die klinische Untersuchung allein oft nicht ausreicht, um die genaue Lokalisation der Verengung zu bestimmen. Zudem wird betont, dass ein Cuff-Druck von über 35 mmHg bei intubierten Personen das Risiko für ischämische Schleimhautschäden und nachfolgende Stenosen signifikant erhöht.
Häufig gestellte Fragen
Zu den häufigsten Symptomen zählen Dyspnoe, Stridor, Heiserkeit und Husten. Laut Leitlinie kann ein inspiratorischer Stridor besonders bei extrathorakalen Stenosen auftreten.
Eine offene Operation wird bei komplexen Befunden empfohlen, wie etwa bei einem Myer-Cotton Grad 3 oder 4. Auch ein Knorpelverlust oder eine Stenosenlänge von über 1 cm stellen Indikationen dar.
Die Leitlinie empfiehlt eine dreitägige prophylaktische Behandlung mit oralem Trimethoprim-Sulfamethoxazol und intranasalem Mupirocin. Postoperativ sollte für 14 Tage intravenöses Vancomycin verabreicht werden.
Die endoskopische mechanische Dilatation gilt als Erstlinientherapie für einfache Stenosen. Bei komplexeren Verengungen sind die Erfolgsraten jedoch geringer, sodass hier oft chirurgische Verfahren bevorzugt werden.
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Quelle: StatPearls: Laryngotracheal Stenosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.