Larynx- und Trachealstents: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Larynx- und Trachealstenosen sind seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Ursachen für eine akute Atemwegsverlegung. Sie können angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden, beispielsweise durch Intubationstraumata, Tumore, Infektionen oder idiopathische Prozesse.
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt den Einsatz von Stents als mechanische Stütze, um einen Kollaps des Atemwegslumens zu verhindern. Sie dienen dazu, chirurgische Rekonstruktionen des Kehlkopfs oder der Luftröhre zu stabilisieren und durch Narbengewebe oder Tumore verengte Bereiche offenzuhalten.
Da es kein universelles Standardprotokoll für das Management von Laryngotrachealstenosen gibt, muss die Behandlung laut Leitlinie individuell an die Ursache und Lokalisation angepasst werden. Ein interdisziplinäres Team aus Pulmonologen, Thoraxchirurgen und HNO-Ärzten ist für die Therapieplanung essenziell.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für den Einsatz von Atemwegsstents:
Diagnostik und Klassifikation
Vor einer Stent-Implantation wird eine umfassende Atemwegsbewertung mittels Laryngoskopie und Bronchoskopie empfohlen. Bei unzureichender endoskopischer Darstellung sollte eine ergänzende Bildgebung mittels CT oder MRT erfolgen, um die genaue Lokalisation und Ausdehnung der Läsion zu bestimmen.
Zur Einteilung der Stenosen beschreibt die Leitlinie zwei etablierte Klassifikationssysteme:
| Grad | Lumeneinengung nach Cotton-Myer |
|---|---|
| Grad I | 0 % - 50 % |
| Grad II | 51 % - 70 % |
| Grad III | 71 % - 99 % |
| Grad IV | 100 % (komplette Obstruktion) |
| Stadium | Ausdehnung nach McCaffrey |
|---|---|
| Stadium I | Subglottis oder Trachea, Länge < 1 cm |
| Stadium II | Isoliert in der Subglottis, Länge > 1 cm |
| Stadium III | Beteiligung von Subglottis und Trachea |
| Stadium IV | Ausdehnung bis zur Glottis mit Fixierung/Paralyse von mind. 1 Stimmband |
Indikationen zur Stent-Einlage
Der Einsatz von Larynx- und Trachealstents wird bei verschiedenen angeborenen und erworbenen Bedingungen in Betracht gezogen:
-
Rekonstruktion von Laryngotrachealstenosen
-
Traumata und angeborene Stenosen
-
Malignome mit Einwachsen in das Tracheal- oder Bronchiallumen
-
Larynxatresie sowie Tracheo- oder Bronchomalazie
Stent-Arten und Materialauswahl
Die Wahl des Stents richtet sich nach der Lokalisation (suprastomal vs. substomal/tracheal) und der zugrunde liegenden Pathologie. Die Leitlinie unterscheidet verschiedene Modelle:
| Stent-Typ | Material und Eigenschaften | Bevorzugter Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Montgomery T-Tubus | Weiches Silikon, T-förmig mit externem Zugang | Laryngotracheale Rekonstruktion, temporär |
| Rutter-Stent | Weiches Silikon, konisches distales Ende | Offene und endoskopische Ansätze, erfordert Tracheostoma |
| Monnier-Stent | Weiches Silikon, anatomisch geformt | Posteriore Glottis- und Subglottisstenosen |
| Metallstents | Drahtgeflecht (teils silikonbeschichtet) | Temporärer Einsatz, Warnhinweis bei Kindern |
Durchführung und Monitoring
Die Platzierung von Trachealstents erfolgt meist endoskopisch unter Vollnarkose. Nach der Entfaltung des Stents wird eine routinemäßige Röntgenkontrolle des Thorax empfohlen, um die korrekte Lage zu verifizieren.
Es wird darauf hingewiesen, dass Stents 24 bis 48 Stunden benötigen, um sich vollständig zu entfalten und ihre endgültigen Dimensionen zu erreichen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen für die Einlage von Larynx- und Trachealstents:
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Fehlende Eignung des Patienten für eine Vollnarkose
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Bekannte Allergie gegen das Stentmaterial
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Fehlendes entfaltbares Lungengewebe distal der Obstruktion
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von unbeschichteten Metallstents bei gutartigen Atemwegserkrankungen, insbesondere bei Kindern. Es wird betont, dass die Komplikationsrate dieser Stents die Schwere der Grunderkrankung übersteigen kann, weshalb hierfür eine offizielle Warnung der FDA existiert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gehören Granulationsgewebebildung, Stent-Migration (17-50 %) und Restenosen (67-90 %) zu den häufigsten Komplikationen. Seltener können Stentfrakturen oder lebensbedrohliche tracheoinnominöse Fisteln auftreten.
Bei laryngotrachealen Rekonstruktionen wird der Montgomery T-Tubus meist als temporärer Stent eingesetzt. Die Leitlinie gibt an, dass eine Entfernung typischerweise nach etwa zwei Wochen geplant wird.
Es wird das Cotton-Myer-Grading-System empfohlen, welches die prozentuale Obstruktion des Lumens bewertet. Die Einteilung reicht von Grad I (bis 50 % Obstruktion) bis Grad IV (kompletter Verschluss).
Ja, die Leitlinie beschreibt den Einsatz von Trachealstents als palliative Maßnahme bei Patienten mit fortgeschrittenen Atemwegserkrankungen oder Malignomen. Sie dienen dazu, das durch den Tumor eingeengte Lumen mechanisch offenzuhalten.
Für posteriore Glottis- und Subglottisstenosen wird der Monnier-Stent als besonders effektiv beschrieben. Er besteht aus weichem Silikon und ist der Anatomie des Kehlkopfs mit abduzierten Stimmlippen nachempfunden.
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Quelle: StatPearls: Laryngeal and Tracheal Stents (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.