Hyperbare Sauerstofftherapie bei Osteomyelitis: StatPearls
Hintergrund
Die Osteomyelitis ist eine schwerwiegende Infektion des Knochens oder Knochenmarks, die meist durch Bakterien wie Staphylococcus aureus verursacht wird. Aufgrund der geringen Vaskularisierung des Knochengewebes ist die Erkrankung oft schwer zu behandeln, da viele antimikrobielle Substanzen nicht in ausreichender Konzentration an den Infektionsort gelangen.
Von einer chronisch refraktären Osteomyelitis spricht man, wenn die Standardtherapie aus chirurgischem Debridement und gezielter Antibiose versagt. Besonders bei Infektionen der Wirbelsäule, des Schädels oder des Sternums geht dies mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher.
Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) dient in diesen Fällen als unterstützende Intervention. Sie erhöht den Sauerstoffgehalt im infizierten Gewebe, verbessert die Leukozytenfunktion und fördert die Penetration bestimmter Antibiotika in den Knochen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Behandlung der chronisch refraktären Osteomyelitis.
Diagnostik
Als bildgebender Goldstandard wird die Magnetresonanztomografie (MRT) empfohlen, da konventionelle Röntgenaufnahmen die Infektion oft nicht darstellen. Zur Erregeridentifikation und Resistenztestung wird eine Knochenbiopsie für eine kulturgesteuerte Antibiotikatherapie angeraten.
Zusätzlich wird die Bestimmung von Entzündungsparametern wie der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und dem C-reaktiven Protein (CRP) empfohlen.
Klassifikation
Die Leitlinie teilt die Osteomyelitis nach der Cierny-Mader-Klassifikation in vier Stadien ein:
| Stadium | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Stadium 1 | Medulläre Osteomyelitis | Infektion ist auf die Markhöhle des Knochens beschränkt |
| Stadium 2 | Oberflächliche kortikale Infektion | Meist durch direkte Inokulation oder fortgeleitete Wundinfektion |
| Stadium 3 | Lokalisierte Osteomyelitis | Betrifft in der Regel sowohl den kortikalen als auch den medullären Knochen |
| Stadium 4 | Diffuse Osteomyelitis | Betrifft die gesamte Knochendicke und führt zu struktureller Instabilität |
Indikation zur hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO)
Eine chronisch refraktäre Osteomyelitis liegt vor, wenn die Infektion nach 4 bis 6 Wochen adäquater chirurgischer und antibiotischer Therapie nicht abheilt. In diesen Fällen wird die HBO-Therapie als adjunktive Maßnahme empfohlen (AHA-Klasse-II-Empfehlung).
Bei Patienten mit diabetischen Fußulzera (Wagner-Grad 3 oder 4) und begleitender Osteomyelitis stellt die adjunktive HBO-Therapie laut Leitlinie sogar eine AHA-Klasse-I-Intervention dar.
Wenn eine chirurgische Sanierung oder Materialentfernung nicht möglich ist, sollte vor aggressiveren chirurgischen Eingriffen ein Versuch mit HBO und Antibiotika erwogen werden.
Durchführung und Monitoring
Die Leitlinie beschreibt folgendes Standardprotokoll für die HBO-Therapie:
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Tägliche Behandlung mit 100 % Sauerstoff bei 2 bis 3 Atmosphären Absolutdruck (ATA)
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Behandlungsdauer von 90 bis 120 Minuten pro Sitzung
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In der Regel sind 20 bis 60 Sitzungen zur Ausheilung erforderlich
Während der Therapie wird eine Kontrolle von BSG und CRP alle 4 bis 6 Wochen empfohlen, um das Ansprechen zu beurteilen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie sollte bei jedem diabetischen Fußulkus, das sich nach vier Wochen Standardwundversorgung nicht bessert, eine zugrundeliegende Osteomyelitis ausgeschlossen werden. Es wird betont, dass ein fehlender Verdacht und eine verzögerte Diagnosestellung die Hauptursachen für schwerwiegende Komplikationen bis hin zur Amputation sind.
Häufig gestellte Fragen
Die Diagnose wird gestellt, wenn eine Infektion nach 4 bis 6 Wochen adäquater kulturgesteuerter Antibiose und chirurgischem Debridement keine Besserung zeigt.
Die Leitlinie gibt an, dass die Penetration von Aminoglykosiden und Cephalosporinen in den infizierten Knochen durch die hyperbare Sauerstofftherapie signifikant verbessert wird.
Das MRT gilt als Goldstandard für die Bildgebung der Osteomyelitis. Konventionelle Röntgenaufnahmen sind laut Leitlinie oft unauffällig und daher für die Frühdiagnostik weniger geeignet.
Es wird empfohlen, die Entzündungsparameter (BSG und CRP) alle 4 bis 6 Wochen zu kontrollieren. Bei adäquater Therapie sollten diese Werte in den Normalbereich abfallen.
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Quelle: StatPearls: Hyperbaric Treatment of Chronic Refractory Osteomyelitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.