Gesundheit von Rettungsdienstpersonal: StatPearls
Hintergrund
Rettungsdienstpersonal (EMS) ist in jeder Schicht hohen mentalen, physischen und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Dies führt laut der StatPearls-Leitlinie zu steigenden Raten von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), Arbeitsunfällen, Burnout und Suiziden.
Die physischen Anforderungen sind extrem, da Einsatzkräfte oft aus dem Tiefschlaf gerissen werden und ohne Aufwärmphase schwere Lasten bewegen müssen. Zudem leiden über die Hälfte der Mitarbeiter unter Schlafmangel und schlechter Erholung zwischen den Schichten.
Auch unregelmäßige Essgewohnheiten durch unvorhersehbare Einsatzzeiten tragen zu gesundheitlichen Problemen bei. Eine zitierte Studie zeigt, dass 75 % der Rekruten in Feuerwehr und Rettungsdienst übergewichtig oder adipös sind.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaussagen zur Gesundheit im Rettungsdienst:
Risikofaktoren und Belastungen
Es wird betont, dass der Berufsalltag durch ständigen Wechsel zwischen positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Distress) geprägt ist. Diese hochintensiven Stressoren können zu akuten, verzögerten oder kumulativen Stressreaktionen führen.
Zu den häufigsten gesundheitlichen Folgen zählen Angstzustände, Depressionen, Substanzgebrauchsstörungen und PTBS. Zudem wird hervorgehoben, dass Rettungskräfte häufiger arbeitsbedingte Verletzungen erleiden als die Allgemeinbevölkerung.
Persönlichkeitsmerkmale
Die Leitlinie beschreibt spezifische Persönlichkeitsmerkmale, die häufig bei Rettungskräften zu finden sind und sie anfällig für Überlastungen machen. Dazu gehören:
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Ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle und Stimulation
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Eine hohe innere Motivation und Einsatzbereitschaft
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Eine ausgeprägte Retter-Persönlichkeit mit dem Drang, gebraucht zu werden
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Eine hohe Risikobereitschaft
Prävention und Kulturwandel
Als erster Schritt zur Lösung wird die offene Anerkennung der psychischen und physischen Probleme gefordert. Historisch wurde das Eingestehen von Stressreaktionen im Rettungsdienst oft fälschlicherweise als Schwäche angesehen.
Es wird eine gezielte Aufklärung der Einsatzkräfte empfohlen. Wichtige Schulungsinhalte sollten Resilienz, Work-Life-Balance und die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten umfassen, um einen nachhaltigen Kulturwandel zu erreichen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, psychische und physische Stressreaktionen im Rettungsdienst zu ignorieren oder als Schwäche abzutun. Es wird hervorgehoben, dass eine offene Kommunikationskultur essenziell ist und frühzeitig Hilfsangebote bei Anzeichen von Burnout oder PTBS in Anspruch genommen werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Leitlinie entsteht ein erhebliches Schlafdefizit durch 24-Stunden-Schichten und ständige Unterbrechungen des Schlafs durch Notrufe. Dies führt häufig zu zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen.
Der Text nennt posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), klinische Depressionen, Angstzustände und Substanzgebrauchsstörungen als häufige Folgen der hohen Arbeitsbelastung. Auch die Suizidrate ist in dieser Berufsgruppe stark erhöht.
Aufgrund unvorhersehbarer Einsatzzeiten greifen Einsatzkräfte oft auf schnelles, ungesundes Essen zurück. Dies trägt laut der Quelle dazu bei, dass ein großer Teil des Personals übergewichtig oder adipös ist.
Die Leitlinie zitiert eine Studie, nach der zwei Drittel der Rettungskräfte innerhalb von 12 Monaten mindestens eine Form von Gewalt am Arbeitsplatz erlebt haben.
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Quelle: StatPearls: EMS Provider Health And Wellness (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.