StatPearls2026

Efavirenz bei HIV-1: Dosierung und Anwendung laut StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Efavirenz ist ein nicht-nukleosidaler Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI), der zur Behandlung und Prävention von HIV-1-Infektionen eingesetzt wird. Der Wirkstoff bindet an eine nicht-katalytische Stelle der viralen reversen Transkriptase und blockiert so die Replikation des HI-Virus.

Das Medikament ist ein integraler Bestandteil der antiretroviralen Kombinationstherapie (ART). In jüngerer Zeit hat Efavirenz jedoch aufgrund seines ungünstigen Nebenwirkungsprofils, insbesondere im zentralnervösen Bereich, an Bedeutung verloren.

Die Metabolisierung erfolgt primär über das hepatische CYP450-System, insbesondere über CYP3A4. Mit einer langen Halbwertszeit von 40 bis 55 Stunden ist eine einmal tägliche Dosierung ausreichend.

Empfehlungen

Die StatPearls-Monographie formuliert folgende Kernaspekte zur Anwendung von Efavirenz:

Indikation und Anwendung

  • Efavirenz ist zugelassen für die Behandlung von HIV-1-Infektionen bei Erwachsenen und Kindern ab 3 Jahren.

  • Off-Label wird es zur HIV-Prophylaxe nach Exposition eingesetzt, was laut Leitlinie jedoch nur nach Expertenkonsultation erfolgen sollte.

  • Die Einnahme wird auf nüchternen Magen empfohlen, da Nahrung die Serumkonzentration und somit das Risiko für Nebenwirkungen erhöht.

  • Die Tabletten dürfen nicht geteilt, zerkleinert oder zerkaut werden.

Monitoring

  • Leberwerte (LFTs) sollten bei Erwachsenen zu Beginn, nach 2 bis 8 Wochen und anschließend alle 3 bis 6 Monate kontrolliert werden.

  • Ein Lipidprofil wird zu Beginn und danach alle 6 bis 12 Monate empfohlen.

  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Therapiebeginn ein Schwangerschaftstest durchzuführen.

  • Aufgrund der häufigen zentralnervösen Nebenwirkungen wird ein regelmäßiges psychiatrisches Monitoring für alle Behandelten empfohlen.

Dosierung

Die Einnahme erfolgt laut Monographie einmal täglich vor dem Schlafengehen, um die Auswirkungen zentralnervöser Nebenwirkungen zu minimieren.

PatientengruppeKörpergewichtEmpfohlene Dosis
Erwachsene-600 mg/Tag (off-label ggf. 400 mg/Tag)
Kinder (ab 3 Jahren)10 bis 14,9 kg200 mg/Tag
Kinder (ab 3 Jahren)15 bis 19,9 kg250 mg/Tag
Kinder (ab 3 Jahren)20 bis 24,9 kg300 mg/Tag
Kinder (ab 3 Jahren)25 bis 32,4 kg350 mg/Tag
Kinder (ab 3 Jahren)32,5 bis 39,49 kg400 mg/Tag
Kinder (ab 3 Jahren)> 40 kg600 mg/Tag

Bei leichter Leberinsuffizienz (Child-Pugh A) ist keine Dosisanpassung erforderlich, jedoch wird zur Vorsicht geraten. Bei Niereninsuffizienz ist laut Hersteller keine Dosisanpassung notwendig.

Kontraindikationen

Laut Monographie bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen Efavirenz.

  • Gleichzeitige Einnahme von Elbasvir/Grazoprevir, Dasabuvir, Ritonavir oder Voriconazol (aufgrund von CYP3A4-Interaktionen).

  • Mittelschwere bis schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh B oder C).

  • Erstes Trimenon der Schwangerschaft (Gefahr von Neuralrohrdefekten).

  • Stillzeit (Risiko der postnatalen HIV-Übertragung).

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt ist die Aufklärung über zentralnervöse Nebenwirkungen wie lebhafte Träume, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen oder Suizidgedanken. Diese treten typischerweise in den ersten Behandlungstagen auf und klingen oft nach einigen Wochen ab. Es wird empfohlen, die Einnahme auf nüchternen Magen vor dem Schlafengehen zu terminieren, um die Verträglichkeit zu verbessern und Therapieabbrüche zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Einnahme mit Nahrung erhöht die Resorption und die Serumkonzentration von Efavirenz. Dies führt laut Monographie zu einem deutlich erhöhten Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere im zentralnervösen System.

Es wird empfohlen, die Leberwerte (LFTs) und das Lipidprofil regelmäßig zu überwachen. Zudem ist ein klinisches Monitoring hinsichtlich psychiatrischer Nebenwirkungen wie Suizidgedanken oder Schlafstörungen indiziert.

Im ersten Trimenon ist Efavirenz aufgrund möglicher Neuralrohrdefekte kontraindiziert. Vor Therapiebeginn muss ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen und es wird eine doppelte Verhütung (inklusive Barrieremethode) empfohlen.

Die Dosierung bei Kindern ab 3 Jahren erfolgt gewichtsadaptiert. Sie reicht von 200 mg bei 10 bis 14,9 kg Körpergewicht bis zur Erwachsenendosis von 600 mg bei über 40 kg Körpergewicht.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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