StatPearls2026

Diphenhydramin-Toxizität: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der Toxizität von Diphenhydramin, einem Antihistaminikum der ersten Generation. Es wird häufig bei Allergien, Übelkeit oder als leichtes Schlafmittel eingesetzt, birgt jedoch ein hohes Missbrauchs- und Intoxikationsrisiko.

Die Toxizität beruht auf der Blockade von H1-Rezeptoren, muskarinischen Rezeptoren sowie kardialen Kaliumkanälen. Dies führt zu einer Kombination aus zentralnervöser Dämpfung, anticholinergem Syndrom und potenziell lebensbedrohlichen Arrhythmien.

Laut Leitlinie treten die meisten Intoxikationen bei Kindern unter sechs Jahren auf. Bei Erwachsenen ist die Toxizität stark dosisabhängig, was sich in unterschiedlichen klinischen Schweregraden äußert:

Dosis (Erwachsene)SchweregradTypische Symptome
Ab 0,3 gModeratAgitation, Verwirrtheit, Halluzinationen, EKG-Veränderungen
Ab 1,0 gSchwerDelirium, Psychose, Krampfanfälle, Koma, Tod

Empfehlungen

Diagnostik

Gemäß der Leitlinie wird bei Erstvorstellung eine strukturierte Beurteilung nach dem ABCDE-Schema empfohlen. Es wird betont, dass Vitalparameter und ein EKG zur Erkennung von Arrhythmien wie Torsade de pointes oder QRS-Verbreiterungen zwingend erforderlich sind.

Zusätzlich wird die Bestimmung folgender Laborwerte empfohlen:

  • Paracetamol-Spiegel zum Ausschluss einer Ko-Intoxikation

  • Kreatinkinase (CK), Serumkreatinin und Urinausscheidung zum Ausschluss einer Rhabdomyolyse bei Krampfanfällen

  • Diphenhydramin-Spiegel werden nicht empfohlen, da sie klinisch nicht relevant und schlecht verfügbar sind.

Therapie

Die Behandlung basiert primär auf supportiven Maßnahmen, da kein spezifisches Antidot zur Verfügung steht. Die Leitlinie rät von Magenspülungen oder der Gabe von Ipecacuanha-Sirup aufgrund mangelnder Wirksamkeit ab.

Für die Akuttherapie werden folgende Maßnahmen aufgeführt:

  • Gabe von Aktivkohle (Einzeldosis), falls die Einnahme weniger als eine Stunde zurückliegt

  • Benzodiazepine (z. B. Lorazepam) zur Behandlung von Krampfanfällen

  • Natriumbicarbonat bei ventrikulären Arrhythmien

  • VA-ECMO zur hämodynamischen Unterstützung in schweren Fällen

Es wird darauf hingewiesen, dass eine Hämodialyse aufgrund der hohen Lipophilie und des großen Verteilungsvolumens von Diphenhydramin nicht wirksam ist.

Disposition und Überwachung

Für pädiatrische Patienten gibt die Leitlinie spezifische Grenzwerte vor. Bei einer eingenommenen Dosis von weniger als 7,5 mg/kg ist eine häusliche Beobachtung möglich, sofern keine Verhaltensänderungen auftreten.

Bei Dosen über 7,5 mg/kg oder bei Verhaltensauffälligkeiten wird eine sofortige Vorstellung in der Notaufnahme empfohlen. Asymptomatische Patienten können nach einer Beobachtungszeit von vier Stunden (bei oraler Aufnahme) entlassen werden.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie ist die Gabe von Aktivkohle bei Personen mit verändertem Bewusstseinszustand kontraindiziert, es sei denn, die Atemwege sind gesichert. Zudem wird vor der gleichzeitigen Verabreichung von Diphenhydramin mit anderen sedierenden oder atemdepressiven Medikamenten gewarnt.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die zwingende Notwendigkeit eines EKG-Monitorings bei Diphenhydramin-Intoxikationen. Da das Medikament kardiale Kaliumkanäle blockiert, kann es auch bei einem primär anticholinergen Erscheinungsbild zu lebensbedrohlichen QT-Verlängerungen und Torsade de pointes kommen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie existiert kein spezifisches Antidot zur Umkehrung der Toxizität. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch und supportiv.

Die Leitlinie erwägt eine Einzeldosis Aktivkohle, wenn die Einnahme weniger als eine Stunde zurückliegt. Bei verändertem Bewusstsein darf diese jedoch nur bei gesicherten Atemwegen verabreicht werden.

Es wird empfohlen, Kinder bei einer eingenommenen Dosis von mehr als 7,5 mg/kg in einer Notaufnahme vorzustellen. Bei geringeren Dosen ist eine häusliche Beobachtung möglich, sofern keine Verhaltensauffälligkeiten auftreten.

Diphenhydramin kann kardiale Kaliumkanäle blockieren und so die Repolarisation stören. Die Leitlinie warnt vor einer Verlängerung der QT-Zeit und einer Verbreiterung des QRS-Komplexes, was zu tödlichen Arrhythmien führen kann.

Gemäß der Leitlinie wird eine Hämodialyse nicht unterstützt. Das Medikament ist stark lipophil, hat ein großes Verteilungsvolumen und wird hepatisch metabolisiert, weshalb es kaum dialysierbar ist.

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Quelle: StatPearls: Diphenhydramine Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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