StatPearls2026

Diabetisches Fußsyndrom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Ein erhöhter Langzeitblutzucker (HbA1c) korreliert stark mit einem gesteigerten Risiko für periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK).

Durch mikro- und makrovaskuläre sowie neuropathische Veränderungen haben Betroffene ein hohes Risiko für Fußulzera. Die Mortalitätsrate nach einer Amputation der unteren Extremität ist bei dieser Personengruppe signifikant erhöht.

Eine strukturierte und regelmäßige Fußuntersuchung ist essenziell, um Gewebeschäden frühzeitig zu erkennen. Ein interprofessioneller Ansatz kann die Amputationsrate laut Studien um bis zu 85 % senken.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung des diabetischen Fußes:

Screening und Risikostratifizierung

Es wird eine umfassende Fußuntersuchung mindestens einmal jährlich für alle Personen mit Diabetes empfohlen. Bei Vorliegen von sensorischen Defiziten, früheren Ulzera oder Amputationen sollte die Inspektion bei jedem klinischen Kontakt erfolgen.

Dermatologische und muskuloskelettale Beurteilung

Die Leitlinie empfiehlt die Inspektion der gesamten Fuß- und Knöchelregion einschließlich der Interdigitalräume. Hyperkeratosen sollten fachgerecht debridiert werden.

Bei der muskuloskelettalen Untersuchung wird empfohlen, auf Deformitäten wie Krallenzehen, Hammerzehen und einen Spitzfuß (Ankle Equinus) zu achten. Diese strukturellen Veränderungen erhöhen den plantaren Druck und das Ulkusrisiko erheblich.

Vaskuläre Diagnostik

Zur Basisdiagnostik gehört die Palpation der Arteria dorsalis pedis und der Arteria tibialis posterior. Ein Knöchel-Arm-Index (ABI) wird als Screening für alle Betroffenen ab 50 Jahren empfohlen, bei unauffälligem Befund mit einer Wiederholung alle 5 Jahre.

Bei jüngeren Personen mit zusätzlichen Risikofaktoren sollte ebenfalls ein ABI-Screening erfolgen. Die Doppler-Sonografie der Fußarterien wird zur weiteren Charakterisierung des Blutflusses herangezogen.

FlussmusterKlinische Bedeutung
TriphasischNormaler Befund
BiphasischMilde arterielle Erkrankung
MonophasischpAVK mit Risiko für Extremitätenischämie
FehlendSchwere pAVK, hohes Risiko für Ischämie und Extremitätenverlust

Neurologische Untersuchung

Die neurologische Beurteilung umfasst die Prüfung des Achillessehnenreflexes, die Untersuchung mit dem 10-g-Semmes-Weinstein-Monofilament an 10 spezifischen Fußpunkten sowie die Vibrationsprüfung mit einer 128-Hz-Stimmgabel.

GradReflexantwort
0+Fehlend
1+Vermindert
2+Lebhaft, normal
3+Gesteigert
4+Gesteigert mit Klonus

Prävention und Aufklärung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der täglichen Selbstuntersuchung der Füße durch die Betroffenen. Bei Verlust der Schutzsensibilität, Deformitäten oder pAVK wird das Tragen von therapeutischem Schuhwerk empfohlen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie gibt an, dass es keine Kontraindikationen für eine sachgemäße diabetische Fußpflege gibt. Präventive Maßnahmen sind für alle Personen mit Diabetes geeignet und bergen ein minimales Risiko.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, die Compliance bei der Terminwahrnehmung zu unterschätzen, da Personen, die mehr als die Hälfte ihrer Kontrolltermine verpassen, ein 54-fach höheres Risiko für Fußulzera aufweisen. Zudem wird bei einer Temperaturdifferenz von mehr als 3 bis 4 °C im Seitenvergleich auf eine mögliche Infektion oder eine akute Charcot-Neuroarthropathie hingewiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird für alle Personen mit Diabetes mindestens eine jährliche Fußuntersuchung empfohlen. Bei Hochrisikopatienten mit Vorerkrankungen wie Ulzera oder sensorischen Defiziten sollte die Untersuchung bei jedem Arztbesuch erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt die Testung an 10 Punkten pro Fuß. Dazu gehören die distalen und plantaren Bereiche der 1., 3. und 5. Zehe beziehungsweise Metatarsalköpfchen, das mediale und laterale Fußgewölbe, die Ferse sowie der dorsale erste Zwischenzehenraum.

Es wird ein routinemäßiges Screening mittels Knöchel-Arm-Index (ABI) ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen. Bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck sollte das Screening bereits früher erfolgen.

Die Leitlinie nennt einen warmen, erythematösen und ödematösen Fuß in Kombination mit strukturellen Auffälligkeiten als Warnzeichen. Eine Temperaturdifferenz von über 3 °C im Vergleich zum anderen Fuß gilt als starker Indikator für einen akuten Prozess.

Ein interprofessioneller Ansatz wird als essenziell für den Extremitätenerhalt beschrieben. Die Leitlinie verweist auf Studien, in denen durch teambasierte Versorgung die Amputationsraten um bis zu 85 % gesenkt werden konnten.

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Quelle: StatPearls: Diabetic Foot Care (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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