StatPearls2026

Krokodilstränen-Syndrom Diagnostik & Therapie: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Krokodilstränen-Syndrom, auch Bogorad-Syndrom oder gustatorische Lakrimation genannt, beschreibt einen einseitigen Tränenfluss beim Essen, Trinken oder Riechen von Speisen. Laut der StatPearls-Zusammenfassung tritt die Erkrankung typischerweise als Spätfolge einer Schädigung des Nervus facialis auf.

Die häufigste Ursache ist eine vorangegangene idiopathische Fazialisparese (Bell-Parese). Auch Traumata, Infektionen oder chirurgische Eingriffe, wie die Entfernung eines Vestibularisschwannoms, werden als mögliche Auslöser beschrieben.

Pathophysiologisch liegt dem Syndrom eine fehlgeleitete Regeneration (Synkinesie) von parasympathischen Nervenfasern zugrunde. Anstatt zur Glandula submandibularis zu wachsen, sprossen die Fasern in Richtung der Tränendrüse aus, was den gustatorischen Tränenfluss auslöst.

Empfehlungen

Die Leitlinie beschreibt folgende Kernaspekte für das klinische Management:

Diagnostik

Das Krokodilstränen-Syndrom wird primär als klinische Ausschlussdiagnose bei Personen mit einer stattgehabten Fazialisparese gestellt. Zur Bestätigung und Abgrenzung werden folgende Schritte beschrieben:

  • Durchführung einer Spaltlampenuntersuchung zum Ausschluss anderer Ursachen für eine Epiphora.

  • Ein Schirmer-Test vor und nach gustatorischer Stimulation (z. B. mit sauren oder süßen Bonbons), um den vermehrt auftretenden Tränenfluss zu dokumentieren.

  • Eine Tränenwegsspülung oder der ROPLAS-Test (Regurgitation on pressure over lacrimal sac) zum Ausschluss einer Tränenwegsstenose.

  • In ausgewählten Fällen kann eine MRT-Bildgebung oder eine elektrophysiologische Untersuchung des Nervus facialis (ENoG, EMG) erwogen werden.

Differenzialdiagnostik

Vor der Diagnosestellung müssen laut Leitlinie andere Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu gehören:

  • Eine einfache Epiphora nach Bell-Parese, bedingt durch eine Schwäche des Musculus orbicularis oculi und ein konsekutives Ektropium.

  • Tränenwegsstenosen, Konjunktivitis oder allergische Reaktionen.

  • Das Frey-Syndrom, welches sich durch gustatorisches Schwitzen (statt Tränenfluss) nach Eingriffen an der Ohrspeicheldrüse äußert.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Leidensdruck der betroffenen Person. Die Leitlinie führt folgende Therapieoptionen auf:

  • Bei milden Verläufen sind eine ausführliche Aufklärung, regelmäßige Kontrollen und die Gabe von Tränenersatzmitteln zur Linderung von Irritationen oft ausreichend.

  • Als Mittel der ersten Wahl gilt die Injektion von Botulinumtoxin A in die Tränendrüse.

  • Chirurgische Eingriffe (z. B. subtotale Resektion des palpebralen Lappens der Tränendrüse) sind schweren, refraktären Fällen vorbehalten.

Dosierung

WirkstoffDosierungApplikationswegIndikation
Botulinumtoxin A2,5 bis 60 Einheiten (bevorzugt 5 bis 10 Einheiten)Transkonjunktival (bevorzugt) oder transkutan in die TränendrüseKrokodilstränen-Syndrom (Mittel der ersten Wahl)

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät von historischen medikamentösen Ansätzen wie Guanethidin-Augentropfen, oralem Propanthelinbromid oder Homatropin ab, da die Nebenwirkungen den therapeutischen Nutzen überwiegen.

Ebenso wird vor drastischen chirurgischen Eingriffen wie der Vidianus-Neurektomie oder der Durchtrennung der Chorda tympani gewarnt. Diese Verfahren gelten als obsolet und bergen das Risiko dauerhafter Komplikationen wie Visusverlust oder einer vollständigen Zerstörung der Tränendrüse.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass das Krokodilstränen-Syndrom in der Regel erst mit einer Latenz von etwa sechs Monaten nach einer Fazialisparese auftritt. Es wird betont, dass bei der Injektion von Botulinumtoxin der transkonjunktivale Zugang bevorzugt wird, da transkutane Injektionen und höhere Dosierungen das Risiko für Nebenwirkungen wie Ptosis und Diplopie erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie entsteht das Syndrom durch eine fehlgeleitete Regeneration von Nervenfasern nach einer Schädigung des Nervus facialis. Die Fasern wachsen fälschlicherweise zur Tränendrüse anstatt zu den Speicheldrüsen.

Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese (Tränenfluss beim Essen) und als Ausschlussdiagnose gestellt. Zur Bestätigung wird laut Leitlinie häufig ein Schirmer-Test vor und nach gustatorischer Stimulation durchgeführt.

Als Mittel der ersten Wahl wird die Injektion von Botulinumtoxin A in die Tränendrüse beschrieben. Bei milden Verläufen können laut Leitlinie auch eine Aufklärung und die Gabe von Tränenersatzmitteln ausreichen.

Die Leitlinie gibt an, dass der therapeutische Effekt der Botulinumtoxin-Injektion in der Regel für etwa sechs Monate anhält. Danach kann eine erneute Behandlung erforderlich sein.

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Quelle: StatPearls: Crocodile Tears Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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