PFO-Verschluss per Katheter: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das offene Foramen ovale (PFO) ist ein Überbleibsel der fetalen Zirkulation und stellt eine kleine Öffnung zwischen den beiden Herzvorhöfen dar. Es ist einer der häufigsten Herzfehler und bei etwa einem Fünftel der Bevölkerung zu finden.
Ein PFO kann als Kanal für Emboli dienen, die von rechts nach links shunten. Die stärkste klinische Assoziation besteht mit dem kryptogenen Schlaganfall.
Laut der StatPearls-Leitlinie ist der perkutane Transkatheter-Verschluss eines PFO in Kombination mit einer medikamentösen Therapie der alleinigen medikamentösen Behandlung bei der Prävention rezidivierender kryptogener Schlaganfälle überlegen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Verschluss weder das Risiko für rezidivierende transitorische ischämische Attacken (TIA) noch die Gesamtmortalität senkt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management des offenen Foramen ovale:
Diagnostik und Evaluation
Als Goldstandard für die Diagnose eines PFO wird ein transösophageales Echokardiogramm (TEE) mit einem Bubble-Test nach einem anhaltenden Valsalva-Manöver beschrieben. Vor einem Eingriff wird eine umfassende Evaluation empfohlen, die eine kraniale Bildgebung sowie ein Echokardiogramm mit Bubble-Studie umfasst.
Zusätzlich werden präoperative Untersuchungen wie Röntgen-Thorax, Elektrokardiogramm (EKG) und Bluttests zur Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Nierenfunktion empfohlen.
Indikationen
Ein Transkatheter-PFO-Verschluss ist laut Leitlinie bei folgenden Konstellationen indiziert:
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Rezidivierender kryptogener Schlaganfall aufgrund einer vermuteten paradoxen Embolie
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Rezidivierende transitorische ischämische Attacken (TIA)
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Anamnese einer paradoxen peripheren Embolie
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Dekompressionskrankheit
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Migräne
Prämedikation und Vorbereitung
Vor dem Eingriff wird eine Vorbehandlung mit einer dualen Thrombozytenaggregationshemmung, üblicherweise mit Aspirin und Clopidogrel, empfohlen. Alternativ kann eine Warfarin-Therapie mit einem Bridging durch niedermolekulares Heparin erfolgen.
Eine Stunde vor dem perkutanen Zugang wird die intravenöse Gabe eines Antibiotikums (typischerweise Cefazolin oder Vancomycin bei Penicillinallergie) empfohlen. Um eine linksatriale Hypovolämie zu vermeiden, sollte vor und während des Eingriffs intravenös physiologische Kochsalzlösung verabreicht werden.
Durchführung
Der femorale venöse Zugang wird als einfachster und sicherster Weg für den PFO-Verschluss beschrieben. Während des Eingriffs wird eine intermittierende Heparingabe zur Aufrechterhaltung der Antikoagulation sowie eine Hyperoxygenierung zur Vorbeugung möglicher Luftembolien empfohlen.
Nachsorge
Nach Abschluss des Eingriffs wird eine transthorakale Echokardiographie (TTE) mit Bubble-Studie empfohlen, um die Positionierung des Devices zu bestätigen und einen residuellen Shunt auszuschließen. Zur Beurteilung von Komplikationen werden zudem ein EKG und ein Röntgen-Thorax herangezogen.
Für die postoperative Phase empfiehlt die Leitlinie:
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Eine Antikoagulationstherapie für 6 Monate
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Das Verschieben von zahnärztlichen Eingriffen um 6 Monate (oder andernfalls die Gabe einer Endokarditis-Prophylaxe)
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Echokardiographische Nachkontrollen nach 1 und 6 Monaten
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gelten folgende Kontraindikationen für den perkutanen Transkatheter-PFO-Verschluss:
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PFO-Größe von über 25 mm (hier wird eine chirurgische Überweisung empfohlen)
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Aktive Endokarditis, Bakteriämie oder Fungämie
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Aktuelle Sepsis
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Intrakardiale Raumforderungen
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Intrakardiale Anatomie, die eine sichere Platzierung des Devices ausschließt
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein offenes Foramen ovale mit einer Größe von über 25 mm in der Regel nicht für ein perkutanes Management geeignet ist und meist einen chirurgischen Verschluss erfordert. Zudem wird betont, dass nach der Implantation eines PFO-Verschlusssystems eine erhöhte Rate an postoperativem Vorhofflimmern auftritt, was bei der Nachsorge zwingend berücksichtigt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Der Goldstandard für die Diagnose ist laut Leitlinie ein transösophageales Echokardiogramm (TEE) in Kombination mit einem Bubble-Test nach einem anhaltenden Valsalva-Manöver.
Die Leitlinie stellt fest, dass der PFO-Verschluss bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall zwar weitere Schlaganfälle verhindert, jedoch keine Reduktion des Risikos für rezidivierende transitorische ischämische Attacken (TIA) nachgewiesen werden konnte.
Die häufigste Komplikation nach einem Transkatheter-PFO-Verschluss sind Arrhythmien, insbesondere Vorhofflimmern. Die Gesamtrate für Komplikationen liegt laut Leitlinie bei etwa 7 Prozent.
Es wird eine Antikoagulationstherapie für die Dauer von 6 Monaten nach der Operation empfohlen. In diesem Zeitraum sollten zahnärztliche Eingriffe verschoben oder nur unter antibiotischer Endokarditis-Prophylaxe durchgeführt werden.
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Quelle: StatPearls: Catheter Management of Patent Foramen Ovale (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.