StatPearls2026

Atrialer Septumdefekt (ASD): StatPearls Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der atriale Septumdefekt (ASD) gehört zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern und betrifft etwa 25 % der Kinder. Er entsteht, wenn sich die embryonale Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof nach der Geburt nicht verschließt.

Kleine Defekte schließen sich oft spontan während der Kindheit. Größere Defekte können jedoch zu einer chronischen Volumenbelastung führen und bedürfen einer medizinischen oder chirurgischen Intervention.

Unbehandelt können hämodynamisch relevante Shunts schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfälle, Vorhofarrhythmien, pulmonale Hypertonie und das Eisenmenger-Syndrom verursachen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt die transthorakale Echokardiografie (TTE) als Goldstandard zur Beurteilung von Defektgröße, Shunt-Richtung und rechtsventrikulärer Belastung.

Für die Diagnostik seltenerer Defekte wird die transösophageale Echokardiografie (TEE) als überlegene Methode beschrieben.

Eine Herzkatheteruntersuchung wird bei jungen Personen mit kleinen, unkomplizierten ASDs als kontraindiziert eingestuft.

Klassifikation der Defekttypen

DefekttypHäufigkeit und EigenschaftAnatomische Besonderheit
Persistierendes Foramen ovale (PFO)Häufigste septale AnomalieKein echter Defekt des Septums, fehlende Verschmelzung
Ostium-secundum-DefektHäufigster echter ASDAssoziiert mit Syndromen (z.B. Noonan)
Ostium-primum-DefektDritthäufigster ASDTeil des Spektrums der atrioventrikulären Septumdefekte
Sinus-venosus-DefektSuperiorer und inferiorer TypBezieht nicht das echte membranöse Septum ein
Sinus-coronarius-DefektSeltenUnroofing des Sinus coronarius

Indikation zur Therapie

Defekte unter 5 mm schließen sich laut Leitlinie oft im ersten Lebensjahr spontan. Für Defekte über 1 cm wird in der Regel eine medizinische oder chirurgische Intervention empfohlen.

Konkrete Indikationen für einen Verschluss sind:

  • Stattgehabter Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke

  • Hämodynamisch relevanter Shunt (Qp/Qs-Verhältnis > 1,5:1)

  • Nachweis einer systemischen Sauerstoffdesaturierung

Interventionsmethoden

MethodeIndikationKontraindikationPostoperative Therapie
Perkutane Transkatheter-SchließungNur Ostium-secundum-DefektePrimum-, Sinus-venosus-, Sinus-coronarius-DefekteThrombozytenaggregationshemmung für 6 Monate
Chirurgischer VerschlussPrimum-, Sinus-venosus-, Sinus-coronarius-DefekteKeine spezifischen Einschränkungen genanntKeine spezifischen Angaben

Monitoring und Nachsorge

Bei asymptomatischen Erwachsenen mit kleinen Defekten ohne Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz wird ein echokardiografisches Monitoring alle 2 bis 3 Jahre empfohlen.

Bei Vorliegen von Vorhofarrhythmien wird primär eine Rhythmuskontrolle (Kardioversion) in Kombination mit einer Antikoagulation empfohlen.

Kontraindikationen

Eine Schwangerschaft wird bei Frauen mit großen ASDs und Eisenmenger-Syndrom aufgrund des Risikos einer aggravierten pulmonalen Hypertonie und Arrhythmien nicht empfohlen.

Ein perkutaner Verschluss ist bei kleinen, hämodynamisch unbedeutenden ASDs, Ostium-primum-Defekten, Sinus-venosus-Defekten, Sinus-coronarius-Defekten sowie bei Secundum-Defekten mit fortgeschrittener pulmonaler Hypertonie kontraindiziert.

Eine Herzkatheteruntersuchung ist bei jungen Personen mit kleinen, unkomplizierten ASDs kontraindiziert.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass viele atriale Septumdefekte bis ins Erwachsenenalter asymptomatisch bleiben und erst in der dritten bis fünften Lebensdekade durch Rhythmusstörungen oder Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz auffallen. Es wird betont, dass bei Hinweisen auf einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA), insbesondere nach Diagnose eines peripheren Blutgerinnsels, stets der Verdacht auf einen ASD geprüft werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie kommt es bei Defekten, die kleiner als 5 mm sind, häufig innerhalb des ersten Lebensjahres zu einem spontanen Verschluss.

Die transthorakale Echokardiografie (TTE) wird als Goldstandard zur Beurteilung der Defektgröße und der hämodynamischen Auswirkungen empfohlen. Für seltenere Defekte eignet sich die transösophageale Echokardiografie (TEE) besser.

Ein perkutaner Transkatheter-Verschluss ist ausschließlich bei Ostium-secundum-Defekten indiziert. Alle anderen Defekttypen erfordern einen chirurgischen Eingriff.

Die Leitlinie empfiehlt nach einem perkutanen Verschluss eine Thrombozytenaggregationshemmung für einen Zeitraum von 6 Monaten.

Das Eisenmenger-Syndrom ist eine späte Komplikation, bei der es durch chronische Volumenbelastung zu pulmonaler Hypertonie und einer Umkehr des Shunts (Rechts-links-Shunt) kommt. Dies führt zu chronischer Zyanose und einer reduzierten Lebenserwartung.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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