Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT): StatPearls
Hintergrund
Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist eine gerätebasierte Intervention für Patienten mit Herzinsuffizienz. Laut der StatPearls-Leitlinie richtet sie sich an Betroffene mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) und intraventrikulären Überleitungsverzögerungen, wie dem Linksschenkelblock.
Diese elektrische Dyssynchronie führt zu unkoordinierten ventrikulären Kontraktionen, einem reduzierten Schlagvolumen und einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz-Symptome. Durch zeitlich abgestimmte elektrische Impulse an beide Ventrikel stellt die CRT eine synchronisierte Kontraktion wieder her.
Die Leitlinie betont, dass die Therapie bei geeigneter Auswahl die funktionelle Mitralklappeninsuffizienz reduziert und die mechanische Effizienz des Herzens verbessert. Zudem werden Krankenhausaufenthalte verringert und das Überleben der Patienten signifikant verlängert.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert detaillierte Kriterien für den Einsatz der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT). Eine grundlegende Voraussetzung für alle Empfehlungsklassen ist ein akzeptabler nicht-kardialer Gesundheitszustand unter optimaler medikamentöser Therapie.
Indikationsstellung
Die Leitlinie klassifiziert die Indikationen basierend auf der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF), der QRS-Dauer und der QRS-Morphologie:
| Empfehlungsklasse | LVEF | QRS-Dauer | QRS-Morphologie | Rhythmus / Besonderheit | NYHA-Klasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Klasse I | < 36 % | > 149 ms | Linksschenkelblock | Sinusrhythmus | II, III, ambulant IV |
| Klasse IIa | < 36 % | 120-149 ms | Linksschenkelblock | Sinusrhythmus | II, III, ambulant IV |
| Klasse IIa | < 36 % | > 149 ms | Kein Linksschenkelblock | Sinusrhythmus | III, ambulant IV |
| Klasse IIa | ≤ 35 % | variabel | variabel | Vorhofflimmern mit erwartetem 100 % ventrikulärem Pacing | variabel |
| Klasse IIb | < 36 % | 120-149 ms | Kein Linksschenkelblock | Sinusrhythmus | III, ambulant IV |
| Klasse IIb | < 36 % | variabel | variabel | Andere Schrittmacherindikation mit > 40 % ventrikulärem Pacing | variabel |
Implantationstechnik
Für den venösen Zugang wird laut Leitlinie die Vena cephalica bevorzugt, gefolgt von der Vena subclavia. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Punktion der Vena subclavia ein signifikantes Risiko für einen Pneumothorax birgt.
Die Platzierung der linksventrikulären (LV) Sonde erfolgt idealerweise im proximalen bis mittleren Drittel einer Seitenvene des Sinus coronarius. Die Leitlinie warnt davor, die LV-Sonde in der apikalen Region zu positionieren, da dies mit ungünstigen klinischen Ergebnissen assoziiert ist.
Programmierung und Nachsorge
Eine individuell angepasste Programmierung des atrioventrikulären (AV) Intervalls wird empfohlen, um den maximalen Nutzen der Resynchronisation zu erzielen. Dies synchronisiert die Vorhof- und Kammerkontraktion und verhindert eine präsystolische Mitralklappeninsuffizienz.
Die Anpassung des ventrikuloventrikulären (VV) Intervalls kann die interventrikuläre Synchronie weiter optimieren. Die Leitlinie merkt jedoch an, dass der klinische Nutzen einer routinemäßigen nicht-invasiven AV- und VV-Optimierung mittels Echokardiographie umstritten ist.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gibt es keine etablierten absoluten Kontraindikationen für eine CRT bei entsprechend ausgewählten Patienten. Es werden jedoch folgende relative Kontraindikationen genannt:
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Demenz
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Fortgeschrittene maligne Erkrankungen, die eine Palliativversorgung erfordern
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Chronische Erkrankungen mit einer Lebenserwartung von weniger als einem Jahr
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Akut dekompensierte Herzinsuffizienz
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Aktive Infektionen oder Sepsis
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Koagulopathien
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer apikalen Positionierung der linksventrikulären Sonde, da dies zu schlechteren klinischen Ergebnissen führt. Zudem wird betont, dass die Vena cephalica als venöser Zugang bevorzugt werden sollte, um das Risiko eines Pneumothorax durch eine Subclavia-Punktion zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie besteht eine Klasse-I-Empfehlung bei einer QRS-Dauer von über 149 ms in Kombination mit einer Linksschenkelblock-Morphologie und einer LVEF unter 36 %.
Es wird empfohlen, die linksventrikuläre Sonde im proximalen bis mittleren Drittel einer Seitenvene des Sinus coronarius zu positionieren. Eine apikale Platzierung sollte gemäß der Leitlinie vermieden werden.
Die Leitlinie berichtet von einer Dislokationsrate von 2,9 % bis 10 % in klinischen Studien. Dabei ist die linksventrikuläre Sonde häufiger betroffen als die Sonden im rechten Atrium oder rechten Ventrikel.
Ja, die Leitlinie vergibt eine Klasse-IIa-Empfehlung für Patienten mit Vorhofflimmern und einer LVEF von 35 % oder weniger. Voraussetzung ist, dass eine Frequenzkontrolle zu einem 100-prozentigen ventrikulären Pacing führt.
Zu den genannten Hauptkomplikationen zählen Taschenhämatome, Sondendislokationen und geräteassoziierte Infektionen (bis zu 3,3 %). Seltenere Ereignisse umfassen Pneumothorax oder eine Dissektion des Sinus coronarius.
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Quelle: StatPearls: Cardiac Resynchronization Therapy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.