StatPearls2026

Herzschrittmacher-Typen und Auswahl: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Herzschrittmacher sind elektronische Geräte zur Behandlung von langsamen Herzfrequenzen, symptomatischen Herzblöcken und Herzinsuffizienz. Sie bestehen in der Regel aus einem Impulsgenerator und einer oder zwei Elektroden, welche die elektrischen Impulse an den Herzmuskel übertragen.

Die meisten Systeme nutzen transvenöse Elektroden zur Reizweiterleitung. Epikardiale Systeme werden heutzutage seltener verwendet, während sondenlose (leadless) Systeme als neuere Innovation zur Überwindung bisheriger Limitationen zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich wird zwischen Einkammer-, Zweikammer- und biventrikulären Schrittmachern unterschieden. Letztere kommen vor allem bei der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) zum Einsatz.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Indikation und Auswahl von Herzschrittmachern.

Indikationen zur Schrittmacherimplantation

Als häufige Indikationen (Klasse-I-Indikation) werden genannt:

  • Sinusknotendysfunktion

  • Erworbener AV-Block

  • Post-Myokardinfarkt

Zu den selteneren Indikationen zählen der kongenitale komplette Herzblock, das Long-QT-Syndrom, die hypertrophe Kardiomyopathie sowie die Herzinsuffizienz.

NBG-Schrittmacher-Code

Die Nomenklatur der Schrittmachermodi basiert auf dem NBG-Code. Dieser beschreibt die Funktionen in einer festgelegten Reihenfolge:

    1. Buchstabe: Stimulierter Ort (A = Atrium, V = Ventrikel, D = Dual, O = Keiner)
    1. Buchstabe: Wahrgenommener Ort (Sensing)
    1. Buchstabe: Antwort auf die Wahrnehmung (I = Inhibierung, T = Triggerung, D = Dual, O = Keine)
    1. Buchstabe: Frequenzadaption (R = Rate adaptiveness)

Auswahl des optimalen Pacing-Modus

Die Wahl des Modus hängt maßgeblich von der Vorhofaktivität, der AV-Knoten-Funktion und der chronotropen Kompetenz ab. Die Leitlinie empfiehlt folgende Zuordnungen:

RhythmusAV-Knoten-FunktionChronotrope KompetenzEmpfohlener Modus
Chronische atriale ArrhythmieIrrelevantInkompetentVVIR
Chronische atriale ArrhythmieIrrelevantKompetentVVI
Paroxysmale atriale ArrhythmieIrrelevantInkompetentDDDR
Paroxysmale atriale ArrhythmieIrrelevantKompetentDDD
Sinusrhythmus / BradykardieIntaktInkompetentAAIR
Sinusrhythmus / BradykardieIntaktKompetentAAI
Sinusrhythmus / BradykardieNicht intaktInkompetentDDDR
Sinusrhythmus / BradykardieNicht intaktKompetentDDD

Spezifische Tracking- und Non-Tracking-Modi

Der DDD-Modus passt sich dem intrinsischen Herzrhythmus an und ahmt die normale Überleitung bestmöglich nach. Er kann sowohl atriale als auch ventrikuläre Signale wahrnehmen und stimulieren.

Der VDD-Modus wird nur bei intakter Sinusknotenfunktion empfohlen. Fällt die Sinusfrequenz unter die programmierte Grundfrequenz des Schrittmachers, kommt es zu einer AV-Dissoziation, da der Vorhof in diesem Modus nicht stimuliert werden kann.

Der DDI-Modus wird primär bei Vorhoftachyarrhythmien eingesetzt. Er verhindert, dass schnelle Vorhoffrequenzen (wie bei Vorhofflimmern) auf den Ventrikel übertragen werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie definiert spezifische klinische Situationen, in denen eine kardiale Stimulation nicht indiziert ist:

  • Synkopen unklarer Ätiologie

  • Asymptomatische Sinusbradykardie, sinuatrialer Block oder Sinusarrest

  • Asymptomatisch verlängertes PR-Intervall bei Vorhofflimmern

  • Asymptomatische Bradykardie während des Schlafes

  • Asymptomatischer AV-Block 2. Grades (Mobitz I / Wenckebach)

  • Rechtsschenkelblock mit überdrehtem Linkstyp ohne Synkope

  • Reversible AV-Blöcke (z. B. durch Elektrolytstörungen, Lyme-Borreliose oder Schlafapnoe)

Zudem wird auf das Risiko eines Schrittmachersyndroms hingewiesen. Dieses entsteht durch eine suboptimale atrioventrikuläre Synchronität und äußert sich durch Symptome wie Kanonen-A-Wellen, Brustschmerzen, Verwirrtheit, Schwindel und Synkopen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird bei Vorhofflimmern mit schneller Überleitung vor der Nutzung von P-Wellen-getriggerten Modi (wie DDD) gewarnt. Es wird stattdessen der DDI-Modus empfohlen, da dieser bei Vorhoftachyarrhythmien eine atrioventrikuläre Dissoziation ermöglicht und somit eine unerwünscht hohe ventrikuläre Stimulationsfrequenz verhindert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stellen die Sinusknotendysfunktion, der erworbene AV-Block sowie Zustände nach einem Myokardinfarkt Klasse-I-Indikationen für eine Schrittmacherimplantation dar.

Die Leitlinie definiert dies als die Unfähigkeit des Herzens, die Herzfrequenz bei erhöhter Aktivität oder metabolischem Bedarf angemessen zu steigern. In diesen Fällen wird ein frequenzadaptiver Schrittmachermodus (gekennzeichnet durch ein 'R' im NBG-Code) empfohlen.

Neben dem Schrittmachersyndrom nennt die Leitlinie Pneumothoraces, kardiale Perforationen, Taschenhämatome, Sonden-Dislokationen sowie venöse Thrombosen als mögliche Komplikationen.

Bei chronischen Vorhofarrhythmien empfiehlt die Leitlinie den VVI-Modus. Liegt zusätzlich eine chronotrope Inkompetenz vor, wird der VVIR-Modus bevorzugt.

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Quelle: StatPearls: Pacemaker Types and Selection (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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