Captopril (ACE-Hemmer): StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Monographie beschreibt Captopril als einen etablierten ACE-Hemmer. Das Medikament ist zur Behandlung von Hypertonie, Herzinsuffizienz, linksventrikulärer Dysfunktion nach Myokardinfarkt und diabetischer Nephropathie zugelassen.
Die therapeutische Wirkung beruht auf der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS). Durch die Blockade des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) wird die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II verhindert, was zu einer Vasodilatation und einer reduzierten Aldosteronsekretion führt.
Im Gegensatz zu vielen anderen ACE-Hemmern muss Captopril im Körper nicht erst aktiviert werden, um seine Wirkung zu entfalten. Die renale Ausscheidung ist der primäre Eliminationsweg, weshalb die Dosierung bei Nierenfunktionseinschränkungen angepasst werden muss.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Anwendung:
Indikationen und Therapieziele
Bei arterieller Hypertonie wird Captopril als initiale Monotherapie bei normaler Nierenfunktion empfohlen. Bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) ist es Teil der leitliniengerechten medikamentösen Therapie, um die Überlebensrate zu verbessern und Rehospitalisierungen zu senken.
Nach einem Myokardinfarkt wird der Einsatz bei klinisch stabilen Personen mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion unter 40 Prozent empfohlen. Bei diabetischer Nephropathie dient das Medikament dazu, das Fortschreiten der Niereninsuffizienz zu verlangsamen.
Zudem beschreibt die Quelle Off-Label-Anwendungen. Dazu gehören die akute hypertensive Krise sowie das Raynaud-Syndrom, bei dem Captopril die Häufigkeit und Schwere ischämischer Attacken verringern kann.
Monitoring und Überwachung
Es wird eine routinemäßige Überwachung von Blutdruck, Elektrolyten, Harnstoff-Stickstoff (BUN) und Serumkreatinin empfohlen. Bei Personen mit Herzinsuffizienz ist eine engmaschige Kontrolle in den ersten zwei Behandlungswochen sowie bei jeder Dosisanpassung indiziert.
Bei Vorliegen einer Nierenfunktionseinschränkung oder einer Kollagenose wird die Kontrolle des großen Blutbildes empfohlen. Diese sollte vor Therapiebeginn und anschließend für etwa drei Monate in zweiwöchigen Abständen erfolgen, um das Risiko einer Agranulozytose zu überwachen.
Arzneimittelinteraktionen
Die Leitlinie rät von einer dualen RAAS-Blockade durch die Kombination von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARB) ab. Diese Kombination erhöht das Risiko für Nierenversagen und Hyperkaliämie.
Bei gleichzeitiger Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wird auf eine verminderte blutdrucksenkende Wirkung sowie ein erhöhtes Risiko für akute Nierenschädigungen hingewiesen. Zudem wird bei Kombination mit Lithium oder Digoxin eine Überwachung der jeweiligen Serumspiegel empfohlen, da Captopril deren Konzentration erhöhen kann.
Dosierung
Die Einnahme sollte laut Leitlinie eine Stunde vor den Mahlzeiten erfolgen. Bei Nierenfunktionseinschränkung wird eine reduzierte Initialdosis mit langsamer Auftitration empfohlen:
| Indikation | Initialdosis | Erhaltungs- / Maximaldosis |
|---|---|---|
| Hypertonie (Erwachsene) | 25 mg (2-3x täglich) | 25-150 mg (2-3x täglich), max. 450 mg/Tag |
| Herzinsuffizienz | 6,25 mg oder 12,5 mg (3x täglich) | Zieldosis: 50 mg (3x täglich) |
| Post-Myokardinfarkt | 6,25 mg (einmalig), dann 12,5 mg (3x täglich) | Zieldosis: 50 mg (3x täglich) |
| Diabetische Nephropathie | 25 mg (3x täglich) | 25 mg (3x täglich) |
| Akute hypertensive Krise (Off-Label) | 25 mg (oral oder sublingual) | Keine Angabe |
| Raynaud-Syndrom (Off-Label) | 12,5 mg (2x täglich) | Bis zu 25 mg (3x täglich) |
| Säuglinge | 0,05 mg/kg (4x täglich) | Max. 6 mg/kg/Tag |
| Kinder | 0,5 mg/kg (3x täglich) | Max. 6 mg/kg/Tag |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Captopril:
-
Überempfindlichkeit gegen Captopril oder andere ACE-Hemmer
-
Angioödem in der Anamnese im Zusammenhang mit einer früheren ACE-Hemmer-Therapie
-
Gleichzeitige Anwendung von Aliskiren bei Vorliegen eines Diabetes mellitus
-
Gleichzeitige Gabe oder Anwendung innerhalb von 36 Stunden nach dem Wechsel zu oder von einem Neprilysin-Inhibitor (Sacubitril)
-
Schwangerschaft (aufgrund fetaler Toxizität)
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt eine "Boxed Warning" bezüglich fetaler Toxizität hervor, weshalb Captopril bei Feststellung einer Schwangerschaft sofort abgesetzt werden muss. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein persistierender, trockener Husten eine häufige Nebenwirkung ist, die in der Regel ein bis vier Wochen nach Absetzen der Therapie reversibel ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird eine Initialdosis von 6,25 mg dreimal täglich empfohlen. Die Zieldosis liegt bei 50 mg dreimal täglich, wobei Dosissteigerungen schrittweise erfolgen sollten.
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Einnahme in der Schwangerschaft und führt dies als "Boxed Warning" an. Es wird eine sofortige Absetzung bei Feststellung einer Schwangerschaft empfohlen, da schwere fetale Schäden drohen.
Es wird eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Nierenwerten (Harnstoff, Kreatinin) und Elektrolyten wie Kalium empfohlen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte zudem das Blutbild initial und im Verlauf überwacht werden.
Die Quelle warnt vor der Kombination mit NSAR, da diese die blutdrucksenkende Wirkung von Captopril vermindern. Zudem wird auf ein erhöhtes Risiko für eine akute Nierenschädigung hingewiesen.
Bei oraler oder sublingualer Gabe von 25 mg wird laut Leitlinie eine Wirkung innerhalb von 20 bis 30 Minuten erwartet. Bleibt der Blutdruck unverändert, sollte eine alternative Therapie erwogen werden.
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Quelle: StatPearls: Captopril (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.