StatPearls2026

Barotrauma: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Barotrauma entsteht durch eine physikalische Gewebeschädigung infolge einer Druckdifferenz zwischen einem luftgefüllten Hohlraum im Körper und der Umgebung. Gemäß dem Boyle-Mariotte-Gesetz führt eine Druckveränderung zu einer umgekehrten Volumenänderung, was Gewebe überdehnen oder komprimieren kann.

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt, dass Barotraumata am häufigsten beim Gerätetauchen (SCUBA), aber auch beim Fliegen, Bergsteigen oder unter mechanischer Beatmung auftreten. Beim Tauchen wird zwischen Verletzungen beim Abstieg (Kompressionstraumata wie Ohr- oder Sinus-Barotrauma) und beim Aufstieg (pulmonales Überdrucksyndrom) unterschieden.

Zu den schwerwiegendsten Komplikationen zählt laut Quelle die arterielle Gasembolie (AGE), die durch eine Alveolarruptur beim Aufstieg entsteht. Risikofaktoren für ein Barotrauma umfassen unter anderem Asthma, chronische Sinusitis, COPD und die mechanische Beatmung bei ARDS.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Diagnostik

Die Leitlinie betont, dass die Anamnese und die körperliche Untersuchung entscheidend für die Diagnosestellung sind. Es wird empfohlen, den genauen Tauchgang (Tiefe, Dauer, Symptombeginn) sowie Vorerkrankungen detailliert zu erfassen.

Zur klinischen Evaluation wird geraten:

  • Untersuchung des Trommelfells mittels pneumatischer Tympanometrie und Klassifikation nach der TEED-Skala

  • Vollständige neurologische Untersuchung zum Ausschluss einer arteriellen Gasembolie (AGE) bei jedem Patienten mit pulmonalem Barotrauma

  • Durchführung eines Röntgen-Thorax bei Verdacht auf Pneumothorax, Pneumomediastinum oder Pneumoperikard

  • Bildgebung des Kopfes (CTA oder MRA) bei schlaganfallähnlichen Symptomen oder Koma

Therapie leichter Barotraumata

Für milde Verletzungen wie ein Sinus- oder Mittelohr-Barotrauma wird eine supportive Therapie empfohlen.

Laut Quelle umfasst die Behandlung:

  • Einsatz von NSAR, Analgetika und topischen oder systemischen Dekongestiva

  • Bei Trommelfellruptur die Gabe von Amoxicillin/Clavulansäure oral sowie Fluorchinolon-Ohrentropfen

  • Überweisung an die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bei Trommelfellrupturen, persistierendem Tinnitus oder Schwindel

Therapie schwerer und pulmonaler Barotraumata

Die Leitlinie beschreibt pulmonale Barotraumata als potenziell lebensbedrohlich. Die meisten Fälle können konservativ mit Ruhe und 100 % Sauerstoff behandelt werden, um die Resorption von Emphysemen zu beschleunigen.

Bei schweren Komplikationen wird empfohlen:

  • Sofortige Dekompression (Nadel oder Thoraxdrainage) bei einem Spannungspneumothorax

  • Anlage einer Thoraxdrainage bei Patienten mit Pneumothorax und gleichzeitiger arterieller Gasembolie

  • Bei arterieller Gasembolie ein rascher Transfer in ein Zentrum mit hyperbarer Sauerstofftherapie (Druckkammer) unter hochdosierter Sauerstoffgabe

Dosierung

Die Leitlinie nennt spezifische Zielwerte und Protokolle für die Beatmung sowie die hyperbare Sauerstofftherapie:

Therapie / MaßnahmeParameter / DosierungIndikation
Lungenprotektive BeatmungTidalvolumen 6-8 ml/kg, Plateaudruck < 30-50 cm H2OPrävention eines Barotraumas bei mechanischer Beatmung
Hyperbare Sauerstofftherapie (Schritt 1)6 Atm (Raumluft) für 30 MinutenArterielle Gasembolie (AGE)
Hyperbare Sauerstofftherapie (Schritt 2)2.8 Atm (100 % Sauerstoff) für 30 MinutenArterielle Gasembolie (AGE) im Anschluss an Schritt 1

Kontraindikationen

Die StatPearls-Zusammenfassung nennt absolute Kontraindikationen für das Tauchen, um Barotraumata zu vermeiden:

  • Spontanpneumothorax in der Anamnese

  • Akutes Asthma mit pathologischen Lungenfunktionstests

  • Zystische oder kavitäre Lungenerkrankungen

  • Obstruktive oder restriktive Lungenerkrankungen

  • Krampfanfälle

  • Vorhofseptumdefekt (ASD)

  • Symptomatische koronare Herzkrankheit (KHK)

  • Chronisch perforiertes Trommelfell

  • Unfähigkeit zum Druckausgleich (Sinus oder Mittelohr)

  • Intraorbitales Gas

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass jede schlaganfallähnliche Symptomatik, die unmittelbar nach einem Tauchgang auftritt, bis zum Beweis des Gegenteils als pulmonales Überdrucksyndrom mit arterieller Gasembolie (AGE) gewertet werden muss. Es wird betont, dass in solchen Fällen eine sofortige Gabe von 100 % Sauerstoff und der rasche Transfer in ein Zentrum mit Druckkammer essenziell sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls wird bei einer Trommelfellruptur eine antibiotische Therapie mit oralem Amoxicillin/Clavulansäure und lokalen Fluorchinolon-Ohrentropfen empfohlen. Zudem wird zu einer zeitnahen HNO-ärztlichen Vorstellung geraten.

Die Leitlinie beschreibt neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühl, Schwäche, Lähmungen, Sehstörungen, Ataxie, Aphasie oder Verwirrtheit. Diese Symptome treten typischerweise unmittelbar nach dem Auftauchen auf und erfordern eine sofortige Notfalldiagnostik.

Es wird empfohlen, das Tidalvolumen auf 6 bis 8 ml/kg Körpergewicht zu begrenzen. Zusätzlich sollte der Plateaudruck laut Quelle unter 30 bis 50 cm H2O gehalten werden, um eine Überdehnung der Alveolen zu vermeiden.

Ein pulmonales Barotrauma entsteht typischerweise beim Aufstieg, wenn der Taucher die Luft anhält und sich das Gas in den Lungen ausdehnt. Dies kann zu einem Pneumothorax oder einer lebensbedrohlichen arteriellen Gasembolie führen.

Die Leitlinie empfiehlt einen sofortigen Röntgen-Thorax, um einen Pneumothorax, ein Pneumomediastinum oder ein Pneumoperikard auszuschließen. Bei komatösen Patienten oder solchen mit neurologischen Defiziten wird eine CTA oder MRA des Kopfes empfohlen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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