StatPearls2026

Sinus Squeeze (Barosinusitis): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sinus Squeeze, auch Barosinusitis oder Aerosinusitis genannt, entsteht durch eine fehlende Druckausgleichsfähigkeit zwischen den Nasennebenhöhlen und dem Umgebungsdruck. Dies tritt typischerweise bei schnellen Druckveränderungen auf, wie sie beim Sporttauchen, bei Flugreisen oder während hyperbarer Sauerstofftherapien vorkommen.

Nach dem Barotrauma des Ohres ist die Barosinusitis die zweithäufigste tauchbedingte Erkrankung. Die Pathophysiologie beruht auf dem Boyle-Mariotte-Gesetz: Bei blockierten Ostien führt ein Abstieg (Druckzunahme) zu einem relativen Unterdruck und Schleimhautödemen, während ein Aufstieg (Druckabnahme) eine schmerzhafte Ausdehnung der eingeschlossenen Luft verursacht.

Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen allergische Rhinitis, virale oder bakterielle Atemwegsinfektionen sowie Nasenpolypen. Die betroffenen Personen klagen meist über starke Gesichtsschmerzen, wobei die Stirnhöhlen am häufigsten betroffen sind.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese (Tauchen, Flugreisen) und der Symptomatik gestellt. Zu den Leitsymptomen gehören lokalisierte Schmerzen, Epistaxis und Lakrimation.

Bildgebende Verfahren wie ein CT der Nasennebenhöhlen mit Kontrastmittel oder Röntgenaufnahmen werden laut Leitlinie nur bei Verdacht auf Komplikationen oder bei rezidivierenden Beschwerden empfohlen. Zusätzlich wird eine nasenendoskopische Untersuchung durch einen HNO-Arzt zur Diagnosesicherung und Ursachensuche erwähnt.

Konservative Therapie

Die Leitlinie nennt folgende medikamentöse Behandlungsansätze als Basistherapie:

  • Nasale Dekongestiva zur Unterstützung des Druckausgleichs (Hauptsäule der Therapie)

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzkontrolle

  • Nasenspülungen zur Symptomlinderung

Aufgrund der Schleimhautschäden und des Infektionsrisikos wird eine prophylaktische Antibiotikagabe empfohlen. Als Mittel der ersten Wahl gilt Amoxicillin, bei Penicillinallergie werden Trimethoprim/Sulfamethoxazol oder Cephalosporine genannt.

Operative Therapie und Überweisung

Bei chronischer oder rezidivierender Barosinusitis wird eine Überweisung an einen HNO-Spezialisten zur Abklärung anatomischer Ursachen empfohlen.

Eine chirurgische Intervention (z. B. endoskopische Nasennebenhöhlenoperation, Septumplastik) ist bei therapieresistenten Fällen oder zur Behandlung von Komplikationen wie Pneumocephalus und Orbitafrakturen indiziert.

Prävention

Zur Prophylaxe bei prädisponierten Personen nennt die Leitlinie folgende Optionen vor Flugreisen oder Tauchgängen:

  • Orale Dekongestiva (z. B. Pseudoephedrin)

  • Topische abschwellende Nasensprays (z. B. Oxymetazolin)

  • Intranasale Glukokortikoide

Klassifikation

Die Leitlinie beschreibt die Einteilung der Barosinusitis nach der Weissman-Klassifikation:

GradSymptomatikRadiologische Befunde (Röntgen)
Grad ILeichte, vorübergehende BeschwerdenKeine sichtbaren Veränderungen
Grad IIStarke Schmerzen für bis zu 24 StundenLeichte Schleimhautverdickung
Grad IIIStarke Schmerzen über 24 Stunden, EpistaxisSchleimhautverdickung oder Verschattung

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Tauchen oder Fliegen bei gleichzeitigen Infektionen der oberen Atemwege

  • Tauchen oder Fliegen bei aktiver allergischer Rhinitis

Zudem wird vor schweren Komplikationen wie einem Pneumocephalus oder Orbitafrakturen gewarnt, falls ein zu schneller Aufstieg bei blockierten Ostien erfolgt.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxishinweis der Leitlinie ist die Beachtung von ausstrahlenden Schmerzen: Bei einer Beteiligung der Kieferhöhlen kann es zu fortgeleiteten Zahnschmerzen (Barodontalgie) kommen. Zudem wird betont, dass bei Verdacht auf eine Sinusruptur (z. B. durch Pneumocephalus) eine sofortige antibiotische Prophylaxe zur Verhinderung einer Meningitis indiziert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist Amoxicillin das Mittel der ersten Wahl zur Infektionsprophylaxe. Bei einer Penicillinallergie wird auf Trimethoprim/Sulfamethoxazol oder Cephalosporine ausgewichen.

Eine Bildgebung mittels CT wird nur bei Verdacht auf Komplikationen wie einen Pneumocephalus oder bei rezidivierenden Beschwerden empfohlen. Für die unkomplizierte Akutdiagnostik ist sie nicht erforderlich.

Es wird empfohlen, vor dem Flug abschwellende Nasensprays (wie Oxymetazolin), orale Dekongestiva oder intranasale Glukokortikoide anzuwenden. Bei akuten Atemwegsinfekten sollte auf das Fliegen gänzlich verzichtet werden.

Ein Squeeze entsteht beim Abstieg durch einen relativen Unterdruck, der zu Schleimhautödemen führt. Ein Reverse Squeeze tritt beim Aufstieg auf, wenn sich die eingeschlossene Luft ausdehnt und schmerzhaft auf die Schleimhäute drückt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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