StatPearls2026

Othämatom (Aurikularhämatom): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Othämatom (Aurikularhämatom) ist eine Blutansammlung unter der Haut der Ohrmuschel, die meist durch stumpfe Traumata oder Scherkräfte entsteht. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Kampfsportarten wie Ringen oder Boxen als häufigste Ursachen, wenngleich auch spontane Blutungen bei Autoimmunerkrankungen oder unter Antikoagulation auftreten können.

Die Blutansammlung trennt das Knorpelgewebe von seiner versorgenden Schicht, dem Perichondrium. Laut Leitlinie kann dies zu einer Unterversorgung des Knorpels und im Verlauf zu einer Knorpelnekrose führen.

Ohne rechtzeitige und adäquate Behandlung droht die Bildung von pathologischem Neoknorpel. Dies resultiert in der charakteristischen und irreversiblen Blumenkohlohr-Deformität, welche die häufigste Komplikation des Othämatoms darstellt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Othämatomen:

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung gestellt. Bei unklaren Befunden wird eine Ultraschalluntersuchung empfohlen.

Bei Verdacht auf begleitende Schädel- oder Halswirbelsäulentraumata sollte eine Computertomographie erfolgen. Bei Personen unter Antikoagulation wird die Bestimmung des Gerinnungsstatus empfohlen.

Therapiewahl

Die Wahl der Evakuierungsmethode richtet sich nach dem Alter und der Größe des Hämatoms. Die Leitlinie unterscheidet folgende Vorgehensweisen:

MethodeZeitfenster nach TraumaHämatomgrößeIndikation
Nadelpunktion< 6 Stunden< 2 cmFrische, kleine Hämatome
Inzision und Drainage> 6 Stunden> 2 cmÄltere oder große Hämatome, Versagen der Punktion

Durchführung der Entlastung

Für den Eingriff wird eine Lokalanästhesie, beispielsweise als zirkumaurikulärer Block mit Lidocain und Epinephrin, empfohlen.

Bei der Inzision sollte der Schnitt entlang des medialen Helixrandes oder in der Concha erfolgen, um ein ästhetisch günstiges Ergebnis zu erzielen. Nach der Entleerung des Blutes wird eine Spülung mit steriler Kochsalzlösung empfohlen.

Druckverband und Nachsorge

Die Applikation eines Druckverbands unmittelbar nach der Entlastung ist essenziell, um eine erneute Blutansammlung zu verhindern. Die Leitlinie nennt hierfür verschiedene Methoden:

  • Matratzennähte (Quilt-Nähte) durch die Ohrmuschel

  • Fixierung von dentalen Silikonschienen oder Watterollen

  • Verwendung von Fibrinkleber zur Adaptation des Perichondriums

Eingelegte Drainagen sollten nach 24 bis 48 Stunden entfernt werden. Der Druckverband muss für 5 bis 7 Tage belassen werden.

Zudem wird empfohlen, dass Betroffene für 10 bis 14 Tage auf anstrengende körperliche Aktivitäten und Kontaktsportarten verzichten.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist der Verzicht auf einen adäquaten Druckverband nach der Punktion oder Inzision. Die Leitlinie betont, dass eine alleinige Entlastung ohne anschließende Kompression für 5 bis 7 Tage ein hohes Risiko für Rezidive und die Entstehung eines Blumenkohlohrs birgt. Zudem wird bei rezidivierenden Othämatomen bei Kindern ohne Kontaktsport-Anamnese empfohlen, an eine mögliche Kindesmisshandlung (non-accidental trauma) zu denken.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine Nadelpunktion am erfolgversprechendsten, wenn sie innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Trauma durchgeführt wird. Danach organisiert sich das Koagel, sodass meist eine Inzision und Drainage erforderlich wird.

Es wird empfohlen, den Druckverband für 5 bis 7 Tage auf dem Ohr zu belassen. Dies verhindert laut Leitlinie eine erneute Ansammlung von Blut im entlasteten Hohlraum.

Die Leitlinie empfiehlt eine Pause von anstrengenden körperlichen Aktivitäten und Kontaktsportarten für 10 bis 14 Tage. Um zukünftige Verletzungen zu vermeiden, wird das Tragen eines geeigneten Kopfschutzes dringend angeraten.

Die Erstversorgung kann durch Allgemeinmediziner oder Notfallmediziner erfolgen. Für die Nachsorge und zur Vermeidung von Deformitäten wird eine Überweisung an einen HNO-Arzt, plastischen Chirurgen oder Kieferchirurgen empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Auricular Hematoma (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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