StatPearls2026

Metabolische Azidose: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung behandelt die physiologischen Grundlagen und die Diagnostik der metabolischen Azidose. Diese ist durch eine Reduktion des Serumbikarbonats und einen kompensatorischen Abfall des arteriellen pCO2 gekennzeichnet.

Eine schwere Azidämie (pH < 7,2) geht laut Text mit weitreichenden klinischen Konsequenzen einher. Dazu zählen eine systemische Vasodilatation, eine reduzierte myokardiale Kontraktilität sowie eine verminderte Ansprechbarkeit auf Katecholamine.

Die Einteilung erfolgt primär über die Anionenlücke in eine metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke (HAGMA) und eine mit normaler Anionenlücke (NAGMA). Bei der HAGMA akkumulieren ungemessene Anionen wie Laktat oder Ketone, während bei der NAGMA ein Chloridanstieg den Bikarbonatverlust ausgleicht.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Diagnostik und Evaluation

Es wird eine systematische laborchemische Aufarbeitung empfohlen, die unter anderem Blutgasanalyse, Basislabor, Laktat sowie Plasma- und Urinosmolarität umfasst. Zur Differenzierung der Ätiologie wird die schrittweise Berechnung verschiedener Parameter angeraten.

Die Leitlinie beschreibt folgende diagnostische Berechnungen:

ParameterFormel / BerechnungKlinische Bedeutung
Anionenlücke (AG)Na - (Cl + HCO3)Unterscheidung zwischen HAGMA (>12) und NAGMA
Korrigierte AnionenlückeGemessene AG + 2,5 × (4,0 - Albumin)Vermeidung falsch-niedriger Werte bei Hypoalbuminämie
Delta-Lücke (Ratio)Δ Anionenlücke / Δ HCO3Identifikation gemischter Säure-Basen-Störungen
Osmolare LückeGemessene - berechnete OsmolaritätHinweis auf toxische Alkohole bei Werten > 10 mOsm/kg
Urin-AnionenlückeUrin-Na + Urin-K - Urin-ClDifferenzierung renaler vs. gastrointestinaler NAGMA-Ursachen

Ursachenfindung

Für die metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke (HAGMA) wird die Nutzung von Merksprüchen wie "GOLD MARKeT" oder "CAT MUDPILES" empfohlen. Diese umfassen unter anderem:

  • Glykole und 5-Oxoprolin

  • L-Laktat und D-Laktat

  • Methanol und Salicylate

  • Nierenversagen und Rhabdomyolyse

  • Ketoazidose (diabetisch, alkoholisch, durch Hungern) und Toluol

Bei der metabolischen Azidose mit normaler Anionenlücke (NAGMA) wird empfohlen, primär gastrointestinale Bikarbonatverluste (z. B. Diarrhö) und renal-tubuläre Azidosen zu evaluieren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die iatrogene Gabe großer Mengen an isotoner Kochsalzlösung eine häufige Ursache darstellt.

Therapie

Laut Leitlinie steht die zügige Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund. Die routinemäßige Gabe von intravenösem Natriumbikarbonat wird kontrovers bewertet und ist mit potenziellen Nebenwirkungen verbunden.

Es werden folgende spezifische Therapieansätze beschrieben:

  • Bei schwerer metabolischer Azidose (pH < 7,1) oder bei einem pH < 7,2 mit gleichzeitigem akutem Nierenversagen kann eine Bikarbonatgabe erwogen werden.

  • Bei Methanol- oder Ethylenglykol-Vergiftungen wird die Gabe von Fomepizol sowie gegebenenfalls eine Hämodialyse empfohlen.

  • Bei diabetischer Ketoazidose liegt der therapeutische Fokus auf der Insulintherapie und Volumengabe, nicht auf der Bikarbonatsubstitution.

  • Bei Salicylat-Toxizität wird eine Alkalisierung von Serum und Urin mittels intravenösem Bikarbonat angeraten.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie ist Metformin bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von unter 30 mL/min/1,73 m² kontraindiziert. Es wird darauf hingewiesen, dass Metformin die aerobe Glykolyse blockiert und so zu einer Laktatazidose führen kann.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird häufig übersehen, dass die Anionenlücke bei Vorliegen einer Hypoalbuminämie falsch-niedrig ausfallen kann. Es wird daher dringend empfohlen, die Anionenlücke stets um den Albuminwert zu korrigieren. So kann eine maskierte metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke (HAGMA) zuverlässig identifiziert werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie gibt die vereinfachte Formel Natrium minus (Chlorid plus Bikarbonat) an. Kalium wird aufgrund seines minimalen Beitrags meist weggelassen.

Es wird empfohlen, die Anionenlücke bei Personen mit Hypoalbuminämie zu korrigieren. Für jedes Gramm Albumin unter dem Normalwert von 4,5 g/dL sinkt die Anionenlücke um etwa 2,5 mEq/L.

Die Delta-Lücke vergleicht die Veränderung der Anionenlücke mit der Veränderung des Serumbikarbonats. Laut Leitlinie hilft dieses Verhältnis dabei, gemischte Säure-Basen-Störungen zu identifizieren.

Die Leitlinie erklärt, dass die Gabe großer Mengen an isotoner Kochsalzlösung zu einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose (NAGMA) führt. Dies liegt an der hohen Chloridlast und dem Verdünnungseffekt, da die Lösung kein Bikarbonat enthält.

Eine routinemäßige Bikarbonatgabe wird laut Leitlinie nicht empfohlen. Sie kann jedoch bei schwerer Azidämie (pH < 7,1), bei akutem Nierenversagen mit einem pH < 7,2 oder bei spezifischen Vergiftungen wie durch Salicylate erwogen werden.

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Quelle: StatPearls: Anion Gap and Non-Anion Gap Metabolic Acidosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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