Anatomie der Hüftarterien: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, das die untere Extremität mit dem Achsenskelett verbindet. Es ermöglicht eine hohe Stabilität und Lastübertragung bei gleichzeitiger Beweglichkeit in drei Ebenen (Flexion/Extension, Abduktion/Adduktion und Innen-/Außenrotation).
Die arterielle Versorgung der Beckenregion entspringt der Bifurkation der Arteria iliaca communis in die Arteria iliaca externa und interna. Die Arteria iliaca interna teilt sich am Oberrand des Foramen ischiadicum majus in einen vorderen und hinteren Stamm, aus denen diverse Äste zur Versorgung des Hüftgelenks hervorgehen.
Die embryologische Entwicklung des Hüftgelenks beginnt zwischen der 4. und 6. Schwangerschaftswoche aus dem Mesoderm. Die knorpeligen Vorläuferzellen bilden ab der 7. Woche die knöchernen Komponenten, wobei die Entwicklung bis zur 11. Woche weitgehend abgeschlossen ist.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt folgende anatomische und klinische Kernaspekte:
Arterielle Blutversorgung
Die kapsuläre Blutversorgung des Hüftgelenks wird laut Text durch vier Hauptgefäße gewährleistet:
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Arteria circumflexa femoris medialis (MFCA) und lateralis (LFCA) für die distale und proximale Kapsel
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Arteria glutea superior (SGA) und inferior (IGA) für die posteriore Kapsel
Zusätzlich wird die Bedeutung der Arteria ligamenti teres (aus der Arteria obturatoria) hervorgehoben. Diese ist bei Kindern bis zum Schluss der Epiphysenfuge (etwa im Alter von 15 Jahren) essenziell für die Versorgung des Femurkopfs, verliert danach jedoch an Durchgängigkeit.
Wichtige Anastomosen
Der Text beschreibt zwei wesentliche Anastomosen zur Sicherstellung der Durchblutung:
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Die Kreuzanastomose (Cruciate anastomosis) im oberen Oberschenkel, bestehend aus IGA, MFCA, LFCA und der ersten Perforansarterie der Arteria profunda femoris
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Die Trochanteranastomose, gebildet aus SGA, MFCA und LFCA rund um den Femurhals
Klinische Diagnostik bei avaskulärer Nekrose
Bei Verdacht auf eine avaskuläre Nekrose des Femurkopfs wird eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung empfohlen.
Da frühe Röntgenaufnahmen unauffällig sein können, wird bei hohem klinischem Verdacht die Durchführung einer MRT-Untersuchung angeraten.
Ursachen der avaskulären Nekrose
Die häufigsten Ursachen für eine avaskuläre Nekrose lassen sich laut Text mit dem Akronym "ASEPTIC" zusammenfassen:
| Buchstabe | Ursachengruppe | Spezifische Auslöser |
|---|---|---|
| A | Alkohol / AIDS | Chronischer Alkoholkonsum, HIV-Infektion |
| S | Steroide / Sichelzellanämie / SLE | Kortikosteroidtherapie, Systemischer Lupus erythematodes |
| E | Erlenmeyer-Kolben-Deformität | Morbus Gaucher |
| P | Pankreatitis | Entzündungen der Bauchspeicheldrüse |
| T | Trauma | Frakturen, Luxationen |
| I | Idiopathisch / Infektion / Iatrogen | Morbus Legg-Calvé-Perthes, postoperative Komplikationen |
| C | Caisson-Krankheit | Dekompressionskrankheit |
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die Ursprungsstelle der Arteria circumflexa femoris medialis (MFCA) stark variiert und in 57 % der Fälle aus der Arteria profunda femoris entspringt. Um eine iatrogene Verletzung mit resultierender avaskulärer Nekrose des Femurkopfs zu vermeiden, wird bei chirurgischen Eingriffen eine besondere Vorsicht empfohlen. Zudem wird eine regelmäßige postoperative Kontrolle des neurovaskulären Status angeraten, um Komplikationen wie Pseudoaneurysmen frühzeitig zu erkennen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Text ist die Knorpelstruktur der Epiphysenfuge bei Kindern nicht ausreichend durchblutet. Daher ist die Arteria ligamenti teres bis zum Schluss der Wachstumsfuge im Alter von etwa 15 Jahren essenziell für die alleinige Blutversorgung des Femurkopfs.
Die Kreuzanastomose wird aus der Arteria glutea inferior, den Arteriae circumflexae femoris medialis und lateralis sowie der ersten Perforansarterie der Arteria profunda femoris gebildet. Sie ermöglicht eine alternative Blutversorgung der Arteria poplitea bei Unterbrechungen im Hauptstromgebiet.
Da konventionelle Röntgenaufnahmen im Frühstadium der Erkrankung oft unauffällig sind, wird bei hohem klinischem Verdacht eine MRT-Untersuchung empfohlen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Diagnose der Femurkopfnekrose.
Der Text warnt vor Blutungen, insbesondere aus der Arteria circumflexa femoris medialis während einer totalen Hüftarthroplastik. Zudem wird auf mögliche Abrissverletzungen der Arteria profunda femoris hingewiesen, die zur Bildung von Pseudoaneurysmen führen können.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Hip Arteries (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.