Bartholin-Drüse Zysten & Abszesse: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Bartholin-Drüsen (Glandulae vestibulares majores) sind paarige, etwa 0,5 cm große Organe des weiblichen Reproduktionssystems. Sie befinden sich posterolateral des Scheideneingangs und produzieren ein muköses Sekret zur vaginalen Lubrikation.
Pathologische Veränderungen der Bartholin-Drüse umfassen meist Zysten oder Abszesse, die vor allem bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter auftreten. Während Zysten oft asymptomatisch bleiben, verursachen Abszesse starke Schmerzen und Schwellungen.
Seltenere Erkrankungen umfassen benigne Tumoren, Endometriose oder primäre Karzinome. Letztere treten vorwiegend bei postmenopausalen Frauen auf und erfordern eine gezielte Diagnostik.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht (2026) fasst folgende klinische Aspekte und Behandlungsansätze zusammen:
Diagnostik und klinische Bewertung
Die Diagnose von Bartholin-Zysten und -Abszessen wird laut Text in der Regel klinisch gestellt. Bei atypischen Befunden oder postmenopausalen Patientinnen wird eine weiterführende Bildgebung oder Gewebebiopsie empfohlen, um Malignität auszuschließen.
Bei Abszessen wird auf die Relevanz von Erregerkulturen hingewiesen. Escherichia coli ist der häufigste Erreger, gefolgt von Staphylococcus aureus und Streptokokken. Ein Screening auf sexuell übertragbare Infektionen (Chlamydien, Gonokokken) wird bei suszeptiblen Patientinnen angeraten.
Die Übersicht unterscheidet folgende wesentliche Pathologien der Bartholin-Drüse:
| Pathologie | Klinische Präsentation | Häufige Patientengruppe |
|---|---|---|
| Bartholin-Zyste | Schmerzlose Masse, oft unilateral, steril | Frauen im reproduktionsfähigen Alter |
| Bartholin-Abszess | Starke Schmerzen, Schwellung, Erythem, Fluktuation | Frauen im reproduktionsfähigen Alter |
| Bartholin-Karzinom | Atypische, teils fixierte Masse, oft asymptomatisch | Postmenopausale Frauen (7. Lebensjahrzehnt) |
Konservative und medikamentöse Therapie
Für asymptomatische Zysten bei gesunden Patientinnen wird ein konservatives Vorgehen beschrieben. Bei spontan rupturierten Zysten können Sitzbäder ausreichend sein.
Eine antibiotische Therapie wird bei sekundär infizierten Zysten oder Abszessen beschrieben. Es wird eine Breitbandantibiose empfohlen, sofern keine spezifischen Antibiogramme vorliegen.
Chirurgische Interventionen
Für symptomatische Zysten und Abszesse werden verschiedene operative Verfahren aufgeführt, wobei die Evidenz laut Text keine einzelne Methode als überlegen einstuft:
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Inzision und Drainage mit Word-Katheter: Der Katheter kann zur kontinuierlichen Drainage und Epithelisierung bis zu 4 Wochen belassen werden.
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Marsupialisation: Schaffung einer dauerhaft offenen Tasche durch Vernähen der Zystenwand mit der Vulvamukosa.
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Chirurgische Exzision: Wird bei Versagen ambulanter Therapien beschrieben. Es wird auf mögliche Komplikationen wie Blutungen und Narbenschmerzen hingewiesen.
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Alternative Verfahren: CO2-Laser-Vaporisation und Silbernitrat-Ablation werden als wirksame Optionen mit potenziell geringerer Narbenbildung genannt.
Kontraindikationen
Die Übersicht nennt folgende Warnhinweise bei chirurgischen Eingriffen:
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Bei der Inzision oder Marsupialisation darf der Schnitt nicht außerhalb der Labia majora erfolgen, da ein erhöhtes Risiko für eine Fistelbildung besteht.
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Bei der chirurgischen Exzision muss darauf geachtet werden, nicht in die Zyste oder den Abszess zu schneiden.
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Eine primäre chirurgische Exzision von Bartholin-Massen bei postmenopausalen Frauen wird nicht als Erstlinientherapie empfohlen, da die Karzinominzidenz sehr gering ist. Stattdessen wird eine Drainage mit selektiver Biopsie angeraten.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger klinischer Hinweis der Übersicht betrifft neu auftretende, asymptomatische Vulvamassen bei postmenopausalen Frauen. In diesen Fällen sollte stets der Verdacht auf ein Bartholin-Drüsen-Karzinom gestellt und eine selektive Biopsie veranlasst werden, anstatt die Masse primär vollständig zu exzidieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Übersicht ist Escherichia coli der häufigste Erreger, besonders bei rezidivierenden Infektionen. Seltener sind Staphylococcus aureus, Streptokokken der Gruppe B oder Enterokokken ursächlich.
Es wird beschrieben, dass der Word-Katheter nach der Platzierung in der Zystenhöhle für bis zu 4 Wochen belassen werden kann. Dies dient der kontinuierlichen Drainage und der Reepithelisierung des neuen Ausführungsganges.
Nein, die Übersicht gibt an, dass asymptomatische Zysten bei gesunden Patientinnen konservativ behandelt werden können. Oft sind keine weiteren Interventionen nötig.
Der Text verweist auf Studien, die zeigen, dass die chirurgische Entfernung der Bartholin-Drüse die sexuelle Funktion der Patientinnen nicht beeinträchtigt.
Die Inzidenz in der Schwangerschaft ist sehr gering. Die Übersicht stellt fest, dass sich das Erregerspektrum nicht von dem nicht-schwangerer Frauen unterscheidet, weshalb sich die therapeutischen Prinzipien ähneln.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Bartholin Gland (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.