Brustabszess: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Brustabszesse werden in laktationsbedingte (puerperale) und nicht-laktationsbedingte Formen unterteilt. Sie treten am häufigsten bei stillenden Frauen auf, können jedoch auch außerhalb der Stillzeit und selten bei Männern vorkommen.
Bei laktierenden Patientinnen sind meist Staphylococcus aureus und Streptokokken die Auslöser. Nicht-laktationsbedingte Abszesse weisen hingegen oft eine Mischflora auf und sind stark mit Rauchen, Adipositas, Diabetes mellitus sowie Brustwarzenpiercings assoziiert.
Die Pathophysiologie beruht häufig auf einer Obstruktion der Milchgänge (Ductus lactiferi). Eine Eintrittspforte für Bakterien entsteht oft durch Läsionen an der Brustwarze, was besonders bei Milchstau eine Infektion begünstigt.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Brustabszessen:
Diagnostik
Die körperliche Untersuchung stellt laut Leitlinie den Grundstein der Diagnostik dar. Es wird empfohlen, auf Rötung, Überwärmung, Induration und Fluktuation zu achten.
Zur weiteren Abklärung wird Folgendes angeraten:
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Durchführung eines Ultraschalls zur Unterscheidung zwischen Zellulitis und Abszess sowie zur Beurteilung der Drainierbarkeit
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Nadelaspiration zur Bestätigung der Diagnose und Gewinnung von Flüssigkeit
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Anlage von Bakterienkulturen bei offener Drainage, um die Antibiotikatherapie gezielt zu steuern
Eine routinemäßige Bestimmung des Blutbildes ist gemäß Leitlinie nicht zwingend erforderlich.
Therapie und Drainage
Die Inzision und Drainage gilt als Standardverfahren und weist geringere Rezidivraten auf, kann jedoch zu Narbenbildung führen. Bei Abszessen unter 3 cm Größe oder bei laktationsbedingten Abszessen wird primär eine Nadelaspiration empfohlen.
Bei Rezidiven nach einer Nadelaspiration sollte laut Leitlinie eine Inzision und Drainage erfolgen. Große Wundhöhlen können austamponiert werden, um einen vorzeitigen Wundverschluss zu verhindern.
Medikamentöse Behandlung
Eine empirische Antibiotikatherapie kann vor oder nach der Drainage für 4 bis 7 Tage verabreicht werden. Die Leitlinie nennt als mögliche Optionen Nafcillin, Amoxicillin/Clavulansäure, Doxycyclin, Trimethoprim, Clindamycin oder Vancomycin.
Bei der Auswahl der Antibiotika muss die Stillverträglichkeit berücksichtigt werden. Zur Schmerzkontrolle wird der Einsatz von NSAR oder verschreibungspflichtigen Analgetika empfohlen.
Besonderheiten in der Stillzeit
Die Leitlinie enthält widersprüchliche Angaben zum Stillen an der betroffenen Brust. Einerseits wird zur kontinuierlichen Entleerung der Milchgänge durch Stillen oder Abpumpen geraten, andererseits wird an späterer Stelle empfohlen, den Säugling nicht an der betroffenen Seite zu stillen, um eine Infektionsübertragung zu vermeiden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt davor, den Säugling an der von einem Abszess betroffenen Brust zu stillen, um eine Übertragung der Infektion zu vermeiden. (Hinweis: An anderer Stelle im Quelltext wird das Stillen zur Entleerung der Brust jedoch befürwortet, was eine Ambiguität in der Leitlinie darstellt).
💡Praxis-Tipp
Bei nicht-laktierenden Patientinnen mit einem Brustabszess wird ein hohes Maß an Wachsamkeit empfohlen, da zwingend ein inflammatorisches Mammakarzinom ausgeschlossen werden muss. Zudem rät die Leitlinie, diese Patientengruppe auf einen neu aufgetretenen Diabetes mellitus zu screenen.
Häufig gestellte Fragen
Die Diagnose basiert primär auf der klinischen Untersuchung. Laut Leitlinie kann ein Ultraschall helfen, einen Abszess von einer Zellulitis zu unterscheiden und die Drainierbarkeit zu prüfen.
Die Leitlinie empfiehlt eine Nadelaspiration bei laktationsbedingten Abszessen sowie bei Befunden unter 3 cm Größe. Bei Rezidiven oder größeren Abszessen wird eine Inzision und Drainage bevorzugt.
Es werden Antibiotika wie Amoxicillin/Clavulansäure, Clindamycin oder Doxycyclin für 4 bis 7 Tage empfohlen. Die Auswahl sollte gemäß Leitlinie kulturgesteuert und unter Berücksichtigung der Stillverträglichkeit erfolgen.
Die Leitlinie äußert sich hierzu widersprüchlich. Es wird einerseits zur Entleerung der Brust durch Stillen oder Abpumpen geraten, andererseits wird davor gewarnt, den Säugling an der betroffenen Brust trinken zu lassen.
Nicht-laktationsbedingte Abszesse werden oft durch eine Mischflora verursacht. Sie treten laut Leitlinie gehäuft bei Raucherinnen, Diabetikerinnen, adipösen Patientinnen oder nach Brustwarzenpiercings auf.
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Quelle: StatPearls: Breast Abscess (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.