Sportkardiologie: Risikostratifizierung und Training
Hintergrund
Die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) übernommene ESC-Leitlinie zur Sportkardiologie befasst sich mit der körperlichen Belastung bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Ziel ist es, das Risiko unerwünschter Ereignisse im Zusammenhang mit Sport zu minimieren und gleichzeitig die positiven Effekte von Bewegung zu fördern.
Körperliche Aktivität wirkt sich günstig auf das kardiovaskuläre System aus, birgt jedoch bei bestehenden Herzerkrankungen das Risiko von Komplikationen bis hin zum plötzlichen Herztod. Daher wird eine individuelle Risikostratifizierung vor der Aufnahme sportlicher Aktivitäten empfohlen.
Die Leitlinie unterscheidet zwischen Freizeit- und Leistungssportlern und klassifiziert Sportarten nach ihrer Intensität sowie den motorischen, muskulären und metabolischen Anforderungen. Auf dieser Basis werden spezifische Empfehlungen für verschiedene kardiologische Krankheitsbilder formuliert.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei Personen mit ventrikulären Extrasystolen (≥ 2 im Ruhe-EKG oder ≥ 1 bei Ausdauersportlern) eine gründliche Untersuchung zum Ausschluss struktureller oder arrhythmogener Grunderkrankungen empfohlen wird. Es wird darauf hingewiesen, dass intensive Belastung bei unerkannter Grunderkrankung lebensbedrohliche Arrhythmien auslösen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird nach einer akuten Myokarditis empfohlen, für 3 bis 6 Monate auf mäßig- bis hochintensiven Sport zu verzichten. Vor der Wiederaufnahme sollte eine umfassende Untersuchung inklusive Bildgebung und Belastungstest erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt eine gemeinsame Entscheidungsfindung über die Fortsetzung von Leistungssport bei ICD-Trägern. Dabei sollten die Grunderkrankung, das Risiko für inadäquate Schocks und mögliche Gefahren für Dritte berücksichtigt werden.
Es wird empfohlen, regelmäßige körperliche Aktivität beizubehalten. Die Leitlinie rät jedoch von Sportarten mit direktem Körperkontakt oder Traumagefahr ab, wenn orale Antikoagulanzien eingenommen werden.
Die Leitlinie empfiehlt mindestens 150 Minuten moderates oder 75 Minuten intensives aerobes Training pro Woche. Für einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen kann das Pensum verdoppelt werden.
Bei gut kontrolliertem Bluthochdruck wird ein Widerstandstraining an mindestens 3 Tagen pro Woche zusätzlich zum Ausdauertraining empfohlen. Bei unkontrollierter Hypertonie (systolisch > 160 mmHg) wird hochintensives Training jedoch nicht empfohlen.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Sportkardiologie und körperliches Training für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (Version 2020) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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