Soziale Betreuung Älterer: Pflegeplanung & Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG22 befasst sich mit der Planung und Bereitstellung von sozialer Betreuung für ältere Menschen mit multiplen chronischen Erkrankungen. Ziel ist ein integrierter und personenzentrierter Ansatz in der Gesundheits- und Sozialfürsorge.

Chronische Erkrankungen dauern in der Regel ein Jahr oder länger an und beeinträchtigen das Leben der Betroffenen maßgeblich. Die Prävalenz dieser Erkrankungen ist stark mit dem Alterungsprozess verknüpft.

Trotz des politischen Fokus auf integrierte Versorgung werden viele Menschen weiterhin als Ansammlung von Symptomen und nicht als ganzheitliche Person behandelt. Die Leitlinie soll dabei helfen, fragmentierte Versorgungsstrukturen zu überwinden und eine koordinierte Unterstützung zu gewährleisten.

Empfehlungen

Bedarfsermittlung und Assessment

Die NICE-Leitlinie NG22 empfiehlt, ältere Menschen mit multiplen chronischen Erkrankungen frühzeitig an die zuständigen Behörden zur Bedarfsermittlung zu überweisen. Dies sollte geschehen, sobald ein potenzieller Bedarf an sozialer Unterstützung erkannt wird.

Laut Leitlinie wird eine fachärztliche Beurteilung durch einen Geriater oder Alterspsychiater empfohlen, wenn die sozialen Bedürfnisse voraussichtlich stark zunehmen. Dies gilt insbesondere, wenn ein Umzug in ein Pflegeheim im Raum steht.

Bei der Durchführung von Assessments formuliert die Leitlinie folgende Kernpunkte:

  • Die betroffene Person und gegebenenfalls deren Betreuer sind stets einzubeziehen.

  • Stärken, Bedürfnisse und Präferenzen der Person müssen berücksichtigt werden.

  • Alle relevanten Fachkräfte sind einzubinden, um medizinische, psychologische, soziale und umgebungsbedingte Bedürfnisse abzudecken.

  • Der Einsatz von Telecare-Optionen zur Unterstützung der Selbstständigkeit sollte diskutiert werden.

Pflegeplanung und Koordination

Es wird empfohlen, dass jede betroffene Person einen festen, namentlich benannten Pflegekoordinator erhält. Dieser fungiert als erster Ansprechpartner und übernimmt eine führende Rolle im Assessment-Prozess.

Die Leitlinie betont, dass Pflegepläne individuell zugeschnitten sein müssen und die Wechselwirkungen multipler chronischer Erkrankungen berücksichtigen sollen. Der Pflegeplan sollte regelmäßig, mindestens jedoch jährlich, überprüft und aktualisiert werden.

Für die gemeinsame Pflegeplanung wird Folgendes empfohlen:

  • Einbindung von Hausärzten und Vertretern anderer beteiligter Agenturen.

  • Berücksichtigung von Palliativ- und End-of-Life-Bedürfnissen.

  • Integration von Anforderungen an das Medikamentenmanagement, einschließlich Dosierung und Einnahmezeitpunkten.

  • Unterstützung bei der Nutzung persönlicher Budgets und direkter Zahlungen.

Bereitstellung der Versorgung

Die Leitlinie fordert eine personenzentrierte Versorgung, die Respekt, Würde und Vertrauen fördert. Der Informationsbedarf der Betroffenen sollte regelmäßig überprüft werden, da sich dieser im Verlauf chronischer Erkrankungen ändern kann.

Zur Sicherstellung der Kontinuität und Krisenintervention empfiehlt die Leitlinie:

  • Bereitstellung von Notfallkontakten für Krisensituationen zu jeder Tages- und Nachtzeit.

  • Gewährleistung einer kontinuierlichen Betreuung durch vertraute Fachkräfte.

  • Aufklärung über Inkontinenz als Symptom sowie den Zugang zu Diagnostik und Behandlung.

Besonderheiten in Pflegeheimen und Vermeidung sozialer Isolation

Für Pflegeheime wird empfohlen, die Umgebung so zu gestalten, dass soziale Interaktion, Aktivität und gegenseitige Unterstützung gefördert werden. Gleichzeitig muss ausreichend Privatsphäre gewährleistet sein.

Um sozialer Isolation entgegenzuwirken, nennt die Leitlinie folgende Maßnahmen:

  • Unterstützung bei der Aufrechterhaltung von Kontakten zu Freunden, Familie und der Gemeinde.

  • Bereitstellung von Informationen über soziale Aktivitäten und Freizeitmöglichkeiten.

  • Förderung des Austauschs zwischen Heimbewohnern und der lokalen Gemeinschaft durch generationenübergreifende Projekte.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass viele ältere Menschen mit multiplen chronischen Erkrankungen selbst pflegende Angehörige sind, sich aber nicht als solche wahrnehmen. Es wird empfohlen, aktiv nach Pflegeverantwortlichkeiten zu fragen und diesen Personen ein eigenes Assessment für pflegende Angehörige anzubieten. Zudem betont die Leitlinie, dass Inkontinenz stets als medizinisches Symptom diagnostiziert und behandelt werden sollte, anstatt sie lediglich mit Hilfsmitteln zu verwalten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Benennung eines festen, namentlich bekannten Pflegekoordinators für jede betroffene Person. Dieser dient als zentraler Ansprechpartner und koordiniert die Zusammenarbeit aller beteiligten Gesundheits- und Sozialdienste.

Laut Leitlinie wird eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des Pflegeplans empfohlen. Dies sollte mindestens einmal jährlich erfolgen, um den sich ändernden Bedürfnissen bei multiplen chronischen Erkrankungen gerecht zu werden.

Es wird empfohlen, pflegende Angehörige mit Zustimmung der betroffenen Person aktiv in den Planungsprozess einzubeziehen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass Angehörige ein Recht auf ein eigenes Assessment haben, um ihre physischen und psychischen Belastungen zu erfassen.

Die Leitlinie empfiehlt, die Umgebung im Pflegeheim so zu gestalten, dass soziale Interaktionen gefördert werden. Zudem wird geraten, Verbindungen zur lokalen Gemeinschaft aufzubauen, beispielsweise durch generationenübergreifende Projekte oder ehrenamtliche Besuchsdienste.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: NICE Guideline on Older People with Social Care Needs (NICE, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.