IQWiG2023Onkologie

Sotorasib (NSCLC): Zusatznutzen bei KRAS-G12C-Mutation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine erneute Nutzenbewertung für Sotorasib durchgeführt. Der Wirkstoff wird als Monotherapie bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS-G12C-Mutation eingesetzt.

Die Anwendung erfolgt bei Personen, bei denen nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapie eine Progression festgestellt wurde. Die erneute Bewertung nach Ablauf einer Befristung zielte darauf ab, aussagekräftigere Daten zum Gesamtüberleben und weiteren Endpunkten aus der CodeBreak 200 Studie einzubeziehen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterteilte die Zielgruppe in zwei relevante Fragestellungen. Diese umfassen die Therapie nach einer zytotoxischen Chemotherapie sowie die Therapie nach einer Vorbehandlung mit einem PD-1-/PD-L1-Antikörper und einer platinhaltigen Chemotherapie.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Zusatznutzen nach zytotoxischer Chemotherapie

Für die Patientengruppe nach Erstlinientherapie mit einer zytotoxischen Chemotherapie (Fragestellung 2) wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine Daten vorgelegt.

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Sotorasib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie für diese Gruppe nicht belegt.

Zusatznutzen nach PD-1-/PD-L1-Inhibitor und Chemotherapie

Für die Patientengruppe nach Vortherapie mit einem PD-1-/PD-L1-Antikörper und platinhaltiger Chemotherapie (Fragestellung 3) wurde die Phase-III-Studie CodeBreak 200 eingereicht.

Die Studie vergleicht Sotorasib mit einer Docetaxel-Monotherapie. Der G-BA forderte jedoch eine patientenindividuelle Therapie unter Auswahl verschiedener Wirkstoffe (z. B. Pemetrexed, Docetaxel in Kombination mit Ramucirumab oder Nintedanib).

Da die zweckmäßige Vergleichstherapie in der Studie nicht adäquat umgesetzt wurde, stuft das IQWiG die Daten als nicht geeignet ein. Ein Zusatznutzen ist somit auch für diese Gruppe nicht belegt.

Überwachungsmaßnahmen unter Therapie

Der Bericht verweist auf folgende Anforderungen an die Überwachung während der Behandlung:

  • Kontrolle der Leberfunktion (ALT, AST, Gesamtbilirubin) vor Therapiebeginn, alle 3 Wochen in den ersten 3 Monaten, danach monatlich

  • Überwachung auf pulmonale Symptome, die auf eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis hinweisen (z. B. Dyspnoe, Husten, Fieber)

Dosierung

MedikamentDosierung laut InteraktionsdatenEinnahme bei Schluckbeschwerden
SotorasibEinzeldosis von 960 mgIn 120 ml Wasser ohne Kohlensäure auflösen (nicht zerkleinern), sofort trinken und mit 120 ml nachspülen

Kontraindikationen

Wechselwirkungen und Kontraindikationen

Die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und H2-Rezeptor-Antagonisten wird nicht empfohlen, da sie die Sotorasib-Konzentration signifikant verringern.

Falls ein säurereduzierender Wirkstoff nötig ist, wird die Einnahme von Sotorasib 4 Stunden vor oder 10 Stunden nach einem lokal wirksamen Antazidum beschrieben.

Die Kombination mit starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut) wird nicht empfohlen, da die Exposition von Sotorasib verringert werden kann.

Frauen im gebärfähigen Alter wird geraten, während der Behandlung eine Schwangerschaft zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Hinweis aus dem Bericht betrifft die Interaktion mit säurereduzierenden Medikamenten. Es wird beschrieben, dass PPI und H2-Rezeptor-Antagonisten die Wirksamkeit von Sotorasib signifikant senken können und daher vermieden werden sollten. Als Alternative wird die zeitlich versetzte Gabe von lokal wirksamen Antazida genannt.

Häufig gestellte Fragen

Laut der aktuellen IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Sotorasib bei NSCLC mit KRAS-G12C-Mutation nicht belegt. Dies liegt an fehlenden oder ungeeigneten Studiendaten für den Vergleich mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Die Studie verglich Sotorasib ausschließlich mit Docetaxel. Der Bericht bemängelt, dass dies nicht der geforderten patientenindividuellen Therapie entspricht, bei der Behandelnde zwischen mehreren Optionen (wie Docetaxel plus Ramucirumab) hätten wählen müssen.

Es wird eine Kontrolle der Leberfunktion (ALT, AST und Gesamtbilirubin) vor Behandlungsbeginn beschrieben. In den ersten drei Monaten soll dies alle drei Wochen erfolgen, danach einmal monatlich.

Die Tabletten können in 120 ml zimmerwarmem Wasser ohne Kohlensäure aufgelöst werden. Die Lösung muss sofort getrunken und das Gefäß mit weiteren 120 ml Wasser nachgespült werden.

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Quelle: IQWiG A23-06: Sotorasib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGBV (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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