Sotorasib bei NSCLC: Indikation bei KRAS-G12C-Mutation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A23-53 stellt ein Addendum zur Nutzenbewertung von Sotorasib dar. Untersucht wird der Einsatz bei erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und KRAS-G12C-Mutation.
Die Bewertung fokussiert sich auf Erkrankte, bei denen nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapie eine Progression festgestellt wurde. Als Vortherapie wird eine platinhaltige Chemotherapie in Kombination mit einem PD-1- oder PD-L1-Antikörper vorausgesetzt.
Grundlage der Auswertung ist die randomisierte, kontrollierte Studie CodeBreak 200. In dieser wurde Sotorasib als Monotherapie direkt mit Docetaxel verglichen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Studienbewertung und den klinischen Endpunkten:
Eignung der Studie zur Nutzenbewertung
Laut Bericht wird die Studie CodeBreak 200 als nicht geeignet für die Ableitung eines Zusatznutzens eingestuft. Begründet wird dies damit, dass der Vergleichsarm mit Docetaxel-Monotherapie nicht der vom G-BA definierten zweckmäßigen Vergleichstherapie entspricht.
Die zweckmäßige Vergleichstherapie sieht eine patientenindividuelle Auswahl aus verschiedenen Wirkstoffen vor. Die Aussage zum Zusatznutzen aus der vorherigen Dossierbewertung ändert sich durch das Addendum nicht.
Gesamtüberleben und Lebensqualität
Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt die Auswertung keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Sotorasib und Docetaxel. Es ergeben sich hieraus weder Vor- noch Nachteile für die Prüfmedikation.
Beim Gesundheitszustand, gemessen über die EQ-5D visuelle Analogskala, wird ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Sotorasib beschrieben. Für andere Morbiditätsendpunkte lagen laut Bericht keine geeigneten Daten vor.
Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)
Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen zeigt sich kein signifikanter Unterschied. Bei spezifischen Nebenwirkungen werden folgende Vorteile für Sotorasib aufgeführt:
-
Geringeres Auftreten von Stomatitis und peripheren Ödemen
-
Weniger periphere Neuropathien und Alopezie
-
Seltener Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems sowie Fatigue
Demgegenüber stehen statistisch signifikante Nachteile von Sotorasib bei anderen spezifischen Ereignissen:
-
Häufigere schwere Erkrankungen der Leber
-
Vermehrtes Auftreten von Brustschmerzen
-
Höhere Rate an Diarrhö
Dosierung
Die im Bericht evaluierte Studie CodeBreak 200 nutzte folgendes Dosierungsschema bis zur Krankheitsprogression oder Unverträglichkeit:
| Wirkstoff | Dosis | Applikation | Zyklus |
|---|---|---|---|
| Sotorasib | 960 mg/Tag | oral | täglich |
| Docetaxel | 75 mg/m² KOF | intravenös | Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus |
Bei schweren unerwünschten Ereignissen oder Hepatotoxizität sieht das Studienprotokoll Dosisreduktionen vor:
-
Sotorasib: Reduktion auf 480 mg/Tag, bei weiterem Bedarf auf 240 mg/Tag
-
Docetaxel: Reduktion auf 55 mg/m² KOF, bei weiterem Bedarf auf 37,5 mg/m² KOF
Kontraindikationen
Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Begleitmedikationen und Vorerkrankungen ausgeschlossen:
-
Aktive, unbehandelte oder symptomatische Gehirnmetastasen
-
Vorherige Therapie mit Sotorasib oder einem anderen KRAS-G12C-Inhibitor
-
Einnahme von CYP3A4-sensitiven Substraten mit enger therapeutischer Breite
-
Einnahme von starken CYP3A4-Induktoren oder p-Glykoprotein
-
Gleichzeitige Behandlung mit Warfarin
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist auf ein erhöhtes Risiko für schwere Lebererkrankungen unter Sotorasib im Vergleich zu Docetaxel hin. Es wird beschrieben, dass bei hepatotoxischen Ereignissen eine Therapieunterbrechung bis zur Besserung auf Grad 1 erfolgen sollte. Anschließend ist laut Studienprotokoll eine stufenweise Dosisreduktion vorgesehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der IQWiG-Auswertung der Studie CodeBreak 200 zeigt sich beim Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Sotorasib und Docetaxel. Es konnte in dieser Studie somit kein Überlebensvorteil belegt werden.
Der Bericht zeigt signifikante Nachteile für Sotorasib bei schweren Lebererkrankungen, Brustschmerzen und Diarrhö. Gleichzeitig traten jedoch Stomatitis, periphere Neuropathien und Alopezie unter Sotorasib seltener auf.
Die Studie wird als nicht geeignet eingestuft, da der Vergleichsarm (Docetaxel-Monotherapie) nicht der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie entspricht. Diese sieht eine patientenindividuelle Auswahl aus mehreren Therapieoptionen vor.
In der zugrundeliegenden Studie wurde Sotorasib in einer Dosierung von 960 mg pro Tag oral verabreicht. Bei schweren Nebenwirkungen ist eine schrittweise Dosisreduktion auf bis zu 240 mg täglich vorgesehen.
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Quelle: IQWiG A23-53: Sotorasib (NSCLC) – Addendum zum Auftrag A23-06 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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