Balneophototherapie bei Psoriasis: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Abschlussbericht N04/04 bewertet den therapeutischen Nutzen verschiedener Formen der Balneophototherapie. Im Fokus der Untersuchung stehen die Indikationen Psoriasis vulgaris und atopische Dermatitis.
Die Psoriasis vulgaris ist eine chronisch-rezidivierende Hauterkrankung, die mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehen kann. Die atopische Dermatitis ist durch starken Juckreiz und ekzematöse Hautveränderungen gekennzeichnet.
Die bewerteten Verfahren umfassen die asynchrone Bade-PUVA-Therapie, die asynchrone Photosoletherapie sowie die synchrone Balneophototherapie (TOMESA-Verfahren). Als Vergleichsinterventionen dienten in den Studien primär trockene UVB-Bestrahlungen oder Leitungswasserbäder mit anschließender UVB-Bestrahlung.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende Ergebnisse zum therapeutischen Nutzen:
Asynchrone Bade-PUVA-Therapie
Laut Bericht zeigt die Bade-PUVA bei Psoriasis vulgaris einen Zusatznutzen gegenüber der trockenen UVB-Therapie. Dies betrifft sowohl die Besserung des Hautbeschwerdebildes als auch die Reduktion unerwünschter Wirkungen.
Im Vergleich zur oralen PUVA-Therapie wird ein geringeres Schadenspotenzial beschrieben. Der Bericht nennt hierbei:
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Eine Reduktion akuter Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen
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Schwache Hinweise auf ein vermindertes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Haut
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Einen prozedural bedingt geringeren Behandlungsaufwand
Zudem gibt es laut IQWiG Hinweise auf einen Zusatznutzen der Bade-PUVA gegenüber der asynchronen Photosoletherapie.
Asynchrone Photosoletherapie
Für die asynchrone Photosoletherapie (Solebad plus UVB) wird ebenfalls ein Zusatznutzen bei Psoriasis vulgaris festgestellt. Dieser bezieht sich auf die Besserung des Hautbeschwerdebildes im Vergleich zur trockenen UVB-Therapie.
Bezüglich der krankheitsbezogenen Lebensqualität liegen laut Bericht für keine Form der asynchronen Balneophototherapie Belege für einen Zusatznutzen vor.
Synchrone Balneophototherapie (TOMESA)
Das TOMESA-Verfahren zeigt bei Psoriasis vulgaris einen Zusatznutzen gegenüber der trockenen UVB-Therapie hinsichtlich der Reduktion des Hautbeschwerdebildes. Zudem gibt es eingeschränkte Hinweise auf eine verbesserte krankheitsbezogene Lebensqualität.
Bei Patienten mit atopischer Dermatitis ergeben sich laut Bericht lediglich Hinweise auf einen Zusatznutzen bezogen auf das Hautbild.
Vergleich der Therapieformen
Der Bericht fasst den Nutzen der verschiedenen Balneophototherapien im Vergleich zur trockenen UVB-Therapie wie folgt zusammen:
| Therapieform | Indikation | Effekt auf Hautbild | Effekt auf Lebensqualität |
|---|---|---|---|
| Bade-PUVA (asynchron) | Psoriasis vulgaris | Zusatznutzen | Kein Beleg |
| Photosoletherapie (asynchron) | Psoriasis vulgaris | Zusatznutzen | Kein Beleg |
| TOMESA (synchron) | Psoriasis vulgaris | Zusatznutzen | Eingeschränkter Zusatznutzen |
| TOMESA (synchron) | Atopische Dermatitis | Hinweise auf Zusatznutzen | Kein Beleg |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die Bade-PUVA im Vergleich zur oralen PUVA-Therapie mit deutlich weniger akuten systemischen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Zudem weisen die Daten auf ein potenziell geringeres Langzeitrisiko für Plattenepithelkarzinome hin. Dies macht die topische Anwendung zu einer verträglicheren Alternative im klinischen Alltag.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht bietet die Bade-PUVA bei Psoriasis vulgaris einen Zusatznutzen durch eine stärkere Besserung des Hautbildes. Zudem wird eine Reduktion unerwünschter Wirkungen im Vergleich zur reinen UVB-Bestrahlung beschrieben.
Für die synchrone Balneophototherapie (TOMESA-Verfahren) gibt es laut Bericht Hinweise auf einen Zusatznutzen bei atopischer Dermatitis. Dieser bezieht sich primär auf die Besserung der Hautbeschwerden.
Der Bericht stellt fest, dass für die asynchrone Photosoletherapie bisher keine Belege für eine signifikante Besserung der krankheitsbezogenen Lebensqualität vorliegen. Lediglich für das synchrone TOMESA-Verfahren gibt es hierzu eingeschränkte Hinweise.
Die bewerteten Studien liefern schwache Hinweise darauf, dass die Bade-PUVA ein vermindertes Risiko für die Entstehung von Plattenepithelkarzinomen aufweist. Ein abschließender Beweis für eine vollständige Sicherheit liegt jedoch nicht vor.
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Quelle: IQWiG N04-04: Balneophototherapie (IQWiG, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.