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SIGN2026

Shared Decision Making: Leitlinie (SIGN/NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf SIGN Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Shared Decision Making (SDM) ist ein fortlaufender Prozess vor, während und nach der Konsultation.
  • Risiken sollten als absolute Zahlen und natürliche Häufigkeiten (z. B. 10 von 100) kommuniziert werden.
  • Das 'Three-Talk-Model' strukturiert das Gespräch in Choice, Option und Decision Talk.
  • Klinische Briefe sollten direkt an den Patienten adressiert werden.
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Hintergrund

Shared Decision Making (Gemeinsame Entscheidungsfindung) ist ein kollaborativer Prozess, bei dem Patient und Behandler gemeinsam Entscheidungen über die Versorgung treffen. Dies umfasst die Auswahl von Tests und Therapien basierend auf klinischer Evidenz sowie den individuellen Präferenzen, Überzeugungen und Werten des Patienten.

Organisatorische Verankerung

Um SDM erfolgreich zu implementieren, bedarf es einer strukturierten Verankerung auf Organisationsebene:

  • Führungsebene: Benennung einer verantwortlichen Führungskraft (z. B. Vorstandsmitglied) sowie idealerweise eines Patientendirektors.
  • Champions: Ernennung von ärztlichen und patientenseitigen "Champions" als Multiplikatoren.
  • Schulung: Integration von SDM in die Einarbeitung und Fortbildung, idealerweise durch praxisnahe "Train-the-Trainer"-Workshops und Rollenspiele.

Kommunikationstechniken

Für die erfolgreiche Umsetzung im klinischen Alltag empfiehlt die Leitlinie spezifische Gesprächstechniken:

TechnikBeschreibungZiel
Three-Talk-ModelStrukturierung in drei Phasen: 1. Choice (Optionen aufzeigen), 2. Option (Alternativen erklären), 3. Decision (Präferenzen klären)Strukturierte und patientenzentrierte Entscheidungsfindung
Chunk and CheckInformationen in kleinen, handhabbaren "Häppchen" vermittelnVermeidung von kognitiver Überforderung
Teach BackDen Patienten bitten, das Erklärte in eigenen Worten wiederzugebenAktive Überprüfung des Verständnisses

Risikokommunikation

Die Vermittlung von Risiken, Nutzen und Konsequenzen muss personalisiert und verständlich erfolgen. Die Leitlinie gibt hierfür klare formale Vorgaben:

EmpfehlungBeispiel / UmsetzungBemerkung
Absolute Risiken"Das Risiko steigt von 1 auf 2 von 1.000"Keine relativen Risiken (wie "das Risiko verdoppelt sich") verwenden
Natürliche Häufigkeiten"10 von 100"Besser verständlich als Prozentangaben (10 %)
Einheitlicher Nenner"7 von 100 vs. 20 von 100"Brüche wie "1 von 14 vs. 1 von 5" vermeiden
Definierter Zeitraum"10 von 100 Personen in 1 Jahr"Stellt einen konkreten zeitlichen Bezug her
Framing"97 von 100 erfolgreich, 3 von 100 nicht"Immer positives und negatives Framing kombinieren

Praktische Umsetzung im Verlauf

Die gemeinsame Entscheidungsfindung sollte nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Prozess verstanden werden:

  • Vor dem Gespräch: Bereitstellung von Informationsmaterialien (z. B. Flyer, Apps) zur Vorbereitung. Angebot, Angehörige oder Unterstützer (z. B. Dolmetscher, Sozialarbeiter) hinzuzuziehen.
  • Während des Gesprächs: Gemeinsame Agenda festlegen. Die Option "Nichts tun" oder "Beibehaltung der aktuellen Therapie" immer als valide Alternative benennen. Ausreichend Bedenkzeit einräumen.
  • Nach dem Gespräch: Zusammenfassende Materialien mitgeben. Klinische Briefe (z. B. nach Ambulanzbesuchen) direkt an den Patienten formulieren und dem Mitbehandler lediglich in Kopie senden.

💡Praxis-Tipp

Schreiben Sie Arztbriefe nach einer Konsultation direkt an den Patienten statt an den überweisenden Kollegen. Senden Sie dem Kollegen lediglich eine Kopie. Dies fördert das Verständnis und die Einbindung des Patienten.

Häufig gestellte Fragen

Verwenden Sie absolute Risiken und natürliche Häufigkeiten (z. B. '10 von 100') statt relativer Risiken oder Prozentangaben. Nutzen Sie stets einen einheitlichen Nenner.
Eine Kommunikationstechnik, bei der der Patient gebeten wird, die besprochenen Informationen in eigenen Worten wiederzugeben, um das Verständnis zu überprüfen.
Ein praxisnahes Modell zur Strukturierung der Entscheidungsfindung in drei Schritten: Einführung der Wahlmöglichkeit (Choice), Beschreibung der Optionen (Option) und Entscheidungsfindung basierend auf Patientenpräferenzen (Decision).
Ja, die Option, keine Behandlung durchzuführen oder den aktuellen Plan nicht zu ändern, muss immer als valide Möglichkeit kommuniziert werden.

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